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Astronomie zur Zeit der Renaissance in Oberösterreich


Eine regelrechte „Modewissenschaft“ zur Zeit der Renaissance war die Astronomie (Sternenkunde). Und zwei überaus bedeutende Astronomen kamen aus Oberösterreich: Johannes von Gmunden und Georg von Peuerbach.

Johannes von Gmunden stieß  im Zuge seiner Forschungen auf viele Erkenntnisse, die späteren Astronomen bei ihren Forschungen enorm weiterhalfen. So besserte er manche Irrtümer aus, die in Büchern immer wieder überliefert wurden. Die Werke des Johannes von Gmunden fanden an den Universitäten Verwendung und waren in Bibliotheken in ganz Europa verbreitet.

Georg von Peuerbach war wahrscheinlich Schüler bei Johannes von Gmunden. Nach dem Studium in Wien reiste er mehrere Jahre durch Italien und studierte dort an verschiedenen Universitäten. Wieder in Österreich lehrte er an der Universität Wien und wurde schließlich zum Hofastronomen von Kaiser Friedrich III.
Georg von Peuerbach berechnete die Bewegung der Gestirne besonders genau. Diese Berechnungen bildeten eine wichtige Grundlage für eine verlässliche Orientierungsmöglichkeit in der Seefahrt. Ebenso bedeutend für die Seefahrer war, dass er die Abweichung des geografischen vom magnetischen Nordpol erkannte. Außerdem war Georg von Peuerbach der Erste, der die Größe und die Entfernung der Planeten bestimmen konnte.

Zwar lebten sowohl Johannes von Gmunden und Georg von Peuerbach im 15. Jahrhundert – also noch im Mittelalter – doch aufbauend auf ihrem Wissen konnten die Astronomen der Renaissance schließlich ihre bahnbrechenden Forschungen anstellen.

Einer der bedeutendsten von ihnen war Johannes Kepler. Er wurde 1571 in Deutschland geboren und war nach seiner Ausbildung Lehrer an der evangelischen Landschaftsschule in Graz. Nachdem auch dort die Evangelischen immer stärker eingeschränkt wurden, zog Kepler mit seiner Familie im Jahr 1600 nach Prag, wo er Hofastronom von Kaiser Rudolf II. wurde.

1611 kam Kepler schließlich nach Linz und wurde hier Lehrer u. a. für Mathematik und Geschichte an der evangelischen Landschaftsschule, die im Landhaus untergebracht war. In Linz lebte Kepler in der Rathausgasse, sein Wohnhaus steht heute noch.

In Oberösterreich stelle Kepler seine wichtigsten Forschungen an und verfasste insgesamt 23 Werke zur Astronomie und Mathematik (u. a. die Tabublae Rudolphinae).

ZWEI DER WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE KEPLERS

1) Die Laufbahn der Planeten ist nicht, wie bisher geglaubt, ein Kreis, sondern eine Ellipse.
2) Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto langsamer bewegt er sich.

Auch viele für uns heute selbstverständliche Ausdrücke gab es vor Kepler noch nicht: Kreis, Würfel, Kegel, Wurzel und Fläche. Für uns sind diese Wörter alltäglich, bis dahin waren nur deren lateinische Bezeichnungen bekannt. Johannes Kepler fand die deutschen Wörter dafür.

Doch um 1620 wurde die Lage für die Evangelischen in Oberösterreich immer schlimmer: 1624 wurde auch die Landschaftsschule geschlossen und jene, die nicht katholisch werden wollten, mussten das Land verlassen. Dazu gehörte auch Johannes Kepler. Mit seiner Familie verließ er 1626 Linz. Er starb 1630 in Regensburg.
Johannes Kepler zählt zu den bedeutendsten Astronomen überhaupt. Die Universität Linz, die 1966 gegründet wurde, ist nach benannt.

 

   

Sonnenfinsternis

Johannes Kepler

Tabulae Rudolphinae

Keplerhaus in Linz