Der oberösterreichische Bauernkrieg im Jahr 1626
Nachdem die Protestantische Union gegen die Katholische Liga bei der Schlacht am Weißen Berg bei Prag (1620) verloren hatte, wurde Oberösterreich von Kaiser Ferdinand II. an Bayern verpfändet. Die Bayern hatten nämlich die Truppen des katholischen Kaisers bei der Schlacht unterstützt. Nun kamen bayerische Soldaten nach Oberösterreich und zogen plündernd durch die Gegend. Aber auch viele katholische Priester und Beamte kamen nach Oberösterreich; Bayern war ja auch in der Reformationszeit weitgehend katholisch geblieben. Und Oberösterreich sollte nun ebenfalls endgültig katholisch gemacht werden, auch wenn dies mit harten Mitteln passieren würde. Außerdem mussten die Menschen hierzulande ohnehin schon hohe Steuern zahlen und nun sollten sie für die brutalen bayerischen Truppen ebenfalls noch Kosten übernehmen. Schließlich mussten 1624 alle evangelischen Prediger Oberösterreich verlassen. Das war den Bauern zu viel.
1625 kam es zu ersten Aufständen. Unmittelbarer Auslöser dafür war wiederum die Bestellung eines katholischen Priesters, diesmal in Frankenmarkt. Dieser Priester kam noch dazu aus Italien und konnte kaum Deutsch. Als Strafe für den Aufstand ließ der bayerische Statthalter von Oberösterreich Adam Graf Herberstorff - das Land war ja an die Bayern verpfändet - die Bauern gegeneinander zum Würfelspiel antreten. Wer die höhere Zahl gewürfelt hatte, durfte weiterleben, der Verlierer wurde erhängt. Heute ist dieses grausame Strafgericht als Frankenburger Würfelspiel bekannt.
1626 brachen die Aufstände erneut los und nun griffen sie auf fast ganz Oberösterreich über. Zu den Anführern der Bauern wurden Stefan Fadinger und Christoph Zeller gewählt. Die Aufständischen besetzten Wels, Steyr, Vöcklabruck, Gmunden und Freistadt, Pfarrhöfe und Klöster wurden geplündert. Die Bauernheere siegten auch in einem Kampf bei Peuerbach gegen die Truppen von Graf Herberstorff. Am 24. Juni 1626 begannen die Bauern, Linz zu belagern. Dabei wurde ihr Anführer Stefan Fadinger von einer Kugel am Bein schwer verwundet. Er starb kurz darauf. Auch Christoph Zeller wurde bei der Belagerung getötet.
STEFAN FADINGER
Er war der bekannteste Anführer im oberösterreichischen Bauernkrieg. Über ihn wissen wir nicht allzu viel. So viel ist aber gesichert: Stefan Fadinger war Bauer und hatte einen Hof bei St. Agatha. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder. Außerdem war er evangelisch. Eigentlich wollte Fadinger gar nicht der Anführer der Bauernheere sein, doch er war überaus beliebt und ein guter Redner, deshalb wurde er zum Bauernführer bestimmt.
Er war der bekannteste Anführer im oberösterreichischen Bauernkrieg. Über ihn wissen wir nicht allzu viel. So viel ist aber gesichert: Stefan Fadinger war Bauer und hatte einen Hof bei St. Agatha. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder. Außerdem war er evangelisch. Eigentlich wollte Fadinger gar nicht der Anführer der Bauernheere sein, doch er war überaus beliebt und ein guter Redner, deshalb wurde er zum Bauernführer bestimmt.
Allerdings hatte er von Kriegsführung nicht viel Ahnung. So beging er z. B. den Fehler, dass er mit den Bauern – nachdem diese in Peuerbach gegen Graf Herberstorff gesiegt hatten – nicht gleich nach Linz zog. Somit hatten die Truppen Herberstorffs Zeit, nach Linz zu gehen und die Stadt zu befestigen. Die Bauern konnten in der Folge Linz nicht mehr einnehmen. In Linz wurde Fadinger dann auch tödlich verwundet. Seine Frau und seine Kinder wurden aus Oberösterreich vertrieben. Was mit ihnen weiter geschah, wissen wir nicht. Bald nach seinem Tod wurde Stefan Fadinger aber zu einem gefeierten Helden. Heute sind in Oberösterreich viele Straßen nach ihm benannt.
Unter ihrem neuen Anführer Achaz Wiellinger von der Au kämpften die Bauern aber weiter. Doch die Truppen des Kaisers und die bayerischen Soldaten gewannen nun eine Schlacht nach der anderen. Besonders grausam waren die Kämpfe im Emlinger Holz bei Eferding (9. November 1626) und in Pinsdorf bei Gmunden (15. November 1626). Der letzte Kampf fand am 19. November 1626 in Wolfsegg statt. Insgesamt starben bei den Schlachten etwa 12.000 Bauern. Die Anführer der Bauern wurden hinterichtet, ihre Köpfe wurden aufgespießt und ein Jahr lang zur Abschreckung zur Schau gestellt.
Der Bauernkrieg des Jahres 1626 war der grausamste, der in Oberösterreich je stattgefunden hat. Dennoch folgten bald darauf wieder kleinere Aufstände der Bauern. Rebellionen gab es bis ins 19. Jahrhundert. Doch die Bauern konnten keinen Kampf mehr gewinnen.





