Eine Website des Verbundes Oberösterreichischer Museen
 
A A A


















Das Römische Reich wächst


Zur Zeit von Christi Geburt herrschte im Römischen Reich Kaiser Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.). Er war bekannt für sein Ziel, das Reich zu vergrößern und es vor feindlichen Überfällen zu schützen. Für ihn stellten große Flüsse einen wichtigen Grenzschutz dar und so sollten die Grenzen seines riesigen Reiches möglichst unüberwindliche Hürden für mögliche Feinde darstellen.

Einige Jahre vor Christi Geburt eroberte Kaiser Augustus mit seinem Heer das Gebiet des heutigen Bundeslandes Oberösterreich. Hier waren, wie auch in anderen Teilen Europas, die Kelten heimisch, die von den Römern als „Gallier“ bezeichnet wurden. Es gab aber kein keltisches Reich mit festen Grenzen, sondern viele einzelne Stämme, die das Gebiet bewohnten. Diese fühlten sich wahrscheinlich nicht als ein gemeinsames keltisches Volk.

Als die römischen Soldaten kamen, fanden gegen die Kelten an vielen Orten kriegerische Auseinandersetzungen und blutige Kämpfe statt, wie zum Beispiel in der späteren römischen Provinz „Rätien“. Aus dem oberösterreichischen Gebiet (südlich der Donau) wurde gemeinsam mit Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Osttirol und einigen anderen Teilen eine weitere römische Provinz gegründet, die den Namen „Noricum“ erhielt. Da es kaum Widerstände gab, wurde diese Provinz kampflos und fast friedlich von den Römern besetzt.

Die Römer befürchteten nun aber ihrerseits, dass die Germanen, die auf der anderen Seite der Donau lebten, das neu gewonnene Land erobern wollten.
Aus diesem Grund stellte die Donau eine besonders wichtige Grenze für das Römische Reich dar. Sie war ein reißender Strom der nur sehr schwierig überwunden werden konnte. Außerdem errichteten die Römer an der Donau Wachtürme und Kastelle (= Militärlager), die von Soldaten bewacht wurden und verhindern sollten, dass die Germanen das neu eroberte Land angriffen. An anderen Grenzen, die nicht durch einen Fluss gesichert waren, wurden große Wälle aus Erde errichtet. Die gesamte Grenze des römischen Reiches wurde als Limes bezeichnet.