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Der Begriff „Mittelalter“


Mittelalter wird jene Epoche von etwa 500 bis 1500 n. Chr. genannt, die zwischen der römisch-griechischen Antike und der Frühen Neuzeit liegt. Die Bezeichnung „Mittelalter“ (vom Lateinischen medium aevum) stammt aus dem 14. Jahrhundert, als man sich am Beginn der Renaissance in Italien wieder intensiv mit der Antike beschäftigte und sich diese als Vorbild nahm. Die Zeit zwischen Antike und Renaissance galt als weniger wichtige Zwischenzeit, die abwertend als Mittelalter bezeichnet wurde.

Über kaum eine Epoche der Geschichte gibt es mehr Vorurteile als über das Mittelalter. Die Bewertung „wie im dunklen Mittelalter“ muss oft für Dinge herhalten, die als grausam und rückständig angesehen werden. Die abwertende Bezeichnung „dunkel“ stammt wie der Begriff Mittelalter selbst ebenfalls aus der Renaissance. In Wirklichkeit war das Mittelalter aber nicht weniger schmutzig, grausam oder dunkel als die Neuzeit: So fanden etwa die meisten Hexenverfolgungen erst in der Neuzeit statt und die hoch aufragenden gotischen Kirchen mit ihren großen, bunten Glasfenstern waren und sind alles andere als dunkel.

Am meisten verbreitet ist die Dreiteilung dieser Epoche in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter. Diese Untergliederung ist aber nicht eindeutig durch bestimmte Jahresangaben zu beschreiben. Das Frühmittelalter beginnt nach der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert und reicht bis zum 10. Jahrhundert, das Hochmittelalter umfasst das 11. bis zum 13. Jahrhundert und das späte Mittelalter beginnt im 14. und endet im frühen 16. Jahrhundert. Der Beginn und das Ende des Mittelalters können ebenfalls nicht mit Jahreszahlen festgelegt werden, so wie es noch in alten Lehrbüchern der Fall war (z. B. das Ende des Mittelalters mit der „Entdeckung“ Amerikas 1492).