Der Eiserne Vorhang fällt ...
In den 1980er Jahren begannen sich das strenge Reglement der kommunistischen Regime in Europa nach und nach zu lockern. Von den westeuropäischen Ländern wurde das aber anfangs kaum bemerkt.
Polen
Die Entwicklung nahm in Polen ihren Anfang: Parlamentswahlen brachten eine nichtkommunistische Mehrheit und erstmals einen nichtkommunistischen Ministerpräsidenten.
Ungarn
Ungarn folgte: Durch die wirtschaftliche Krise erlaubte man auch dort freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem sowie mehr Mitsprache und wirtschaftliche Rechte für die einzelnen Bürger. Zuvor war immer das Kollektiv bestimmend gewesen. Die strengen Grenzkontrollen lockerten sich allmählich, sodass bereits im Mai 1989 mit dem Abbau der ungarischen Grenze zu Österreich begonnen werden konnte.
Deutschland
Nach einer zeitweiligen Öffnung der ungarischen Grenze flüchteten 20.000 DDR-Bürger nach Österreich und in die BRD (Bundesrepublik Deutschland). In der DDR dauerte die Entwicklung noch einige Monate. Als jedoch am 8. November 1989 nach unzähligen Demonstrationen und Protesten mit hunderttausenden Menschen die kommunistische Regierung zurücktrat, kam es am 9. November zum Fall der Berliner Mauer, die seit 1961 die Stadt Berlin in zwei Teile getrennt hatte.
Tschechien
In Tschechien war die Entwicklung ähnlich: Nach Protesten hunderttausender Menschen traten nach und nach Funktionäre der kommunistischen Regierung zurück, bis schließlich am 10. Dezember 1989 auch der Staatspräsident Gustav Husak sein Amt zurücklegte. Bereits einen Tag später durchschnitt an der oberösterreichisch-tschechischen Grenze der damalige oberösterreichische Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck gemeinsam mit einem Vertreter aus Tschechien den Stacheldrahtzaun an der Grenze.



