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Frühgeschichte in Oö.

Frühgeschichte in Oberösterreich


Der langsame Niedergang des römischen Reiches und der Abzug der Verwaltungselite im 5. Jahrhundert n. Chr. hinterließ im Bereich des heutigen Oberösterreich zwar ein Machtvakuum, aber keineswegs einen siedlungs- oder menschenleeren Raum. Die hier lebenden Menschen, oft als „Romanen“ bezeichnet, erlebten nun in oft rascher Folge wechselnde Herrscherschichten germanischer Stämme. Das östliche Österreich war von den aus den Steppengebieten stammenden Awaren besiedelt, in deren Gefolge sich möglicherweise bereits slawische Gruppen befanden.

Die unter fränkischer Oberhoheit stehenden Baiern begannen sich im 6. Jahrhundert in Oberösterreich als Führungsschicht zu etablieren. Sie sind durch oft reich ausgestattete Reihengräberfelder im westlichen Teil Oberösterreichs archäologisch gut fassbar. Siedlungen aus dieser Periode sind bisher nicht entdeckt oder untersucht worden.

Im 8. Jahrhundert wurden die Reihengräberfelder nicht mehr benutzt und die Toten rund um die frühen Kirchen beigesetzt. Beigabenführende Gräberfelder sind nur noch aus dem östlichen und südöstlichen Oberösterreich bekannt. Der Südosten ist von Menschen bewohnt, die nach Schriftquellen als „Karantanen“ zu bezeichnen sind. Das archäologische Material ihrer Gräber gliedert sich in das spätantike Formenspektrum ein und lässt sich nicht zwangsläufig mit slawischen Volksgruppen gleichsetzen, wenngleich die Herrscherschicht und Sprache der Karantanen wahrscheinlich slawisch waren.

Die Institution Kirche: Wissen und Macht
Im 9. Jahrhundert ist Oberösterreich fester Bestandteil des fränkischen Reiches, verwaltet von Baiern, und hat bereits eine relativ gut strukturierte Kirchenorganisation etabliert. Klöster wie das im Jahr 777 gegründete Kremsmünster sollen ab nun über viele Jahrhunderte hinweg Wissen und Gelehrsamkeit monopolartig bewahren und weitergeben, ein Faktor der den meisten Zeitgenossen Wissen und Macht verwehrte, uns allerdings großartige Bibliotheken bescherte. Das Frühmittelalter beginnt sich ins Hochmittelalter umzuwandeln, Schriftquellen von weltlicher und geistlicher Macht etablieren und sichern dieselbe, und sie erzählten uns lange Zeit nur die Geschichte derjenigen, welche die Geschicke aller lenkten. Erst die noch junge Mittelalterarchäologie und neue Ansätze in der Geschichtsforschung machen langsam auch diejenigen sichtbar, deren Namen nicht als Herrscher oder Kirchenfürsten erhalten blieben, und auf deren Leben und Einfluss auch unsere eigene Kultur noch immer aufbaut.

--> Mehr zum frühen Mittelalter in Oberösterreich

Autorin: Jutta Leskovar

   

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