Geteiltes Land
Zonenkontrollen
Besonders belastend während der Besatzungszeit waren die strengen Kontrollen an den Grenzposten zwischen den beiden Zonen, die nur mit einer entsprechenden Erlaubnis und einem viersprachigen Identitätsausweis passiert werden durften. Jene Oberösterreicher, deren Arbeitsplatz auf der anderen Donauseite lag, mussten an den Kontrollstellen lange Wartezeiten und häufig auch Schikanen der Wachposten in Kauf nehmen.
Schwierige Verwaltung
Die Besatzungsmächte sträubten sich anfangs gegen eine gemeinsame Verwaltung des in zwei Zonen geteilten Oberösterreich. Als Lösung wurde die „Zivilverwaltung Mühlviertel“ geschaffen, durch die auch weiterhin eine Verbindung zwischen der oberösterreichischen Landesregierung und dem Mühlviertel aufrecht erhalten werden konnte. Der „Staatsbeauftragte“ für das Mühlviertel, Johann Blöchl, war eine besonders wichtige Figur dieser Zeit. Er sorgte dafür, dass die Kommunikation zwischen den Besatzern, der Bevölkerung und der Landesregierung im südlichen Oberösterreich funktionierte und erleichterte dadurch das Zusammenleben erheblich.
Der Kalte Krieg
Nach dem Ende des Krieges, in dem die Russen und Amerikaner gemeinsam gegen die Deutschen gekämpft hatten, kam es immer mehr zu Spannungen zwischen diesen beiden Mächten: Bald war die Welt in zwei Teile geteilt: Zum Westen gehörte die USA und das westliche Europa, das für eine Demokratisierung eintrat. Aus den von der UdSSR dominierten Staaten Osteuropas entstand mit der Durchsetzung kommunistischer Systeme der so genannte „Ostblock“.
Die beiden Blöcke kämpften einen Krieg, der nicht auf dem Schlachtfeld geführt wurde, sondern politisch und wirtschaftlich ausgetragen wurde. Zum Symbol dieses „Kalten Kriegs“ wurde der „Eiserne Vorhang“, der mit Stacheldraht, elektrisch geladenen Zäunen und Minenfeldern eine Todeszone an der Grenze darstellte.
Wegen der Spannungen zwischen den Ost- und Westmächten bestand für Österreich die Gefahr, dass wie in Deutschland die sowjetisch besetzten Gebiete zum Ostblock hin abgetrennt werden könnten. Das hätte eine Teilung Österreichs und auch Oberösterreichs bedeutet. Dies konnte aber zum Glück durch den Staatsvertrag verhindert werden. Das Mühlviertel blieb weiterhin bei Oberösterreich.





