Gotische Kirchen in Oberösterreich
Von der Romanik erfolgte ein langsamer Übergang zu einem neuen Baustil, der aus Frankreich kam: der Gotik. Diese umfasst ungefähr den Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem Anfang des 16. Jahrhunderts.
Gotische Kirchen wirken ‚schlanker’ und nicht so wuchtig wie romanische Kirchenbauten, ist die Gotik doch durch hoch aufragende Räume mit hohen Stützpfeilern geprägt. Diese Pfeiler tragen auch das Gewicht der Dächer. Die Fenster weisen spitze Bögen auf und sind oft sehr groß. Dadurch ist das Innere der gotischen Kirchenräume meist auch heller als bei romanischen Bauten, da durch die bunten Glasscheiben viel Licht einfallen kann.
Und während die romanischen Kirchen sehr schlicht gehalten sind, sind an den Kirchenbauten der Gotik viele fein gearbeitete Details an den Säulen und in den Gewölben (Rippengewölbe) zu sehen.
Kirchen aus der Zeit der Gotik findet man in Oberösterreich auch heute noch sehr viele: Rund 500 Kirchenbauten sind aus dieser Zeit – zumindest in ihrem Kern – erhalten. Viele dieser Kirchen befinden sich im Mühlviertel. Aber auch in den Städten errichtete man gotische Kirchenbauten und die wohlhabenden Stadtbewohner zeigten damit auch ihren Reichtum, da sie den Bau oft mitfinanzierten.
Besonders schöne und große gotische Kirchen in Oberösterreich sind die Stadtpfarrkirchen von Steyr, Eferding und Braunau am Inn, deren Bau jeweils im 15. Jahrhundert begonnen wurde.
Die Kirchen waren oft mit kunstvollen, fein gearbeiteten Flügelaltären ausgestattet. In Oberösterreich fand man im späten Mittelalter rund 2000 gotische Flügelaltäre. Die bekanntesten dieser Flügelaltäre befinden sich heute in Kefermarkt, St. Wolfgang und Hallstatt.







