Hilfe der Österreicher: Zeitzeugenberichte
Die Österreicher konnte ich nicht verstehen aber es waren freundliche, hilfreiche Menschen überall und sie brachten uns nach Traiskirchen in das Flüchtlingslager.
András Rékay
Noch in der Nacht unserer Ankunft registrierte uns ein Gendarmeriebeamter in Nickelsdorf und gab uns einen vorläufigen Ausweis. Man quartierte uns in einem Kinosaal ein und wir bekamen zu essen und heißen Tee. Der Empfang war sehr freundlich.
László Fábián
Der Empfang von Seiten der Patres (im Stift Seitenstetten) war sehr herzlich, aber die Begegnung am nächsten Tag mit den Schülern war sehr rührend und einfach überwältigend.
László Fábián
Der kleine Jörg, ein Apothekersohn aus Steyr nahm mich z. B. zu seinem Friseur mit und ließ mir die Haare schneiden. Die Rechnung ließ er aufschreiben, die später von seinem Vater beglichen werden sollte.
László Fábián
Einige von unserer Schule wurden von Frau Dr. Thill in ihrer Fabrik eingestellt. Sie kümmerte sich weiterhin um uns. Wir, die in Reutte arbeiteten, waren jeden Sonntag um 10 Uhr in ihr Haus eingeladen.
László Fábián
Für die heutige Generation ist das Verhalten der damaligen österreichischen Bevölkerung wahrscheinlich unvorstellbar. Die Leute waren zehn Jahre nach dem Krieg fast so arm wie die Nachbarn in Ungarn, es herrschte aber eine selbstlose Hilfsbereitschaft, ja Opferbereitschaft, die uns heutzutage in der eher materialistisch orientierten Wohlstandsgesellschaft ein bisschen fremd geworden ist.
Thomas Lauringer
Die spontane, großherzige Hilfe der österreichischen Bevölkerung milderte für viele Flüchtlinge den Schmerz, alles hinterlassen zu haben, meistens auch Familienmitglieder und enge Verwandte, und vor einer ungewissen Zukunft zu stehen.
Thomas Lauringer
Gegen 22 Uhr trafen wir ein. Wir läuteten an der Haustür und es öffnete uns ein Mann. Wir stellten uns vor, erklärten unsere Situation, woher wir die Adresse hatten und ohne zu zögern nahm uns diese Familie auf. Sie teilten mit uns ihr Schlafzimmer – unwahrscheinlich! Sie waren wirklich sehr hilfsbereit.
Julianna Kerenyi
In der Straßenbahn lernten wir einen sehr netten Herrn kennen (Flüchtlinge brauchten für die öffentlichen Verkehrsmittel nicht bezahlen). Er sprach uns an, gab unserer Tochter Schokolade und es stellte sich heraus, dass er aus Linz sei. Mein Mann, der ganz gut deutsch sprechen konnte unterhielt sich mit ihm. Er versprach meinem Mann eine Stelle bei der VÖEST in Linz.
Julianna Kerenyi
Während ich mit meiner Tochter alleine in Wien war …, lernten wir immer wieder Leute kennen von denen meine Tochter Obst, Schokolade, Geld und sogar eine Puppe bekam. Sie luden uns zur Jause ein.
Julianna Kerenyi
Freiwillige Helfer versorgten uns mit Essen und brachten uns in ein Feuerwehrdepot. Dort lagen schon Matratzen und Bettzeug für unsere erste Übernachtung bereit.
Maria Varjai
Die Schwestern hatten gesammelt und mir zwei neue Rücke eine Bluse und einen Pulli anfertigen lassen. Das Baby haben sie mit Wäsche und Nahrung für ein halbes Jahr ausgestattet!
Maria Varjai
Einige Minuten später waren wir in Wallern im Burgenland, aßen Butterbrot und tranken Tee mit Zitrone. Und fühlten uns frei, sehr frei und vor allem frei von Angst!
Attila Máthé
Seine Mutter öffnete für uns ein versperrtes Gästezimmer, in dem ein wunderbares Bett vorbereitet war. Geheizt war das Zimmer nicht, aber sehr sauber und saukalt. So verbrachten wir unsere erste Nacht in Freiheit, in Österreich, unter einer riesengroßen Tuchent in einem mit heißen Ziegeln vorgewärmten Bett. Wir schliefen wunderbar.
Attila Máthé
Danke, ihr lieben Leute in Wallern im Burgenland! Wir haben euch nicht vergessen!
Attila Máthé




