Hunger und Not der Bevölkerung
Versorgung der Bevölkerung
Eines der größten Probleme nach dem Krieg war die Versorgung der hungernden Bevölkerung. Um die wenigen vorhandenen Lebensmittel möglichst gerecht zu verteilen, wurde die bereits im Krieg eingeführte Lebensmittelrationierung noch über mehrere Jahre fortgeführt: Jede Familie bekam Karten, auf denen für jedes Familienmitglied nach Alter und Art der Arbeit eine bestimmte Menge an Brot, Milch, Fett oder Zucker festgelegt war. Man konnte diese Lebensmittel nur dann kaufen, wenn man auch eine Marke dafür hatte. Stundenlang mussten sich Frauen vor Geschäften anstellen, um einige Lebensmittel für die Familie nach Hause bringen zu können.
Hungernde Kinder
Ein Kind bekam an einem Tag ungefähr folgende Menge zu essen: Drei Scheiben Brot, ein Teelöffel Marmelade, eine Gabelspitze Fleisch, 6,6 Gramm Kunsthonig, 5,7 Gramm Zucker, 8,3 Gramm Grieß und 8,2 Gramm Fett.
Für Babys wurden zusätzliche Milchrationen ausgegeben, aber diese reichten dennoch meistens nicht aus, um satt zu werden.
Weil es so wenig zu essen gab und die Ernährung sehr einseitig war, fehlte es den meisten Menschen an Vitaminen und Mineralien. Zur Stärkung der Kinder wurde in den Schulen Lebertran ausgeteilt; das ist ein Fisch-Öl, das scheußlich schmeckt, aber sehr viele Vitamine enthält.
Hilfsleistungen
Da es nach dem Krieg an nahezu allem mangelte, war Österreich auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Ohne die im Ausland gesammelten Lebensmittel, Kleider und Schuhe hätten die Österreicher die schwierigen Lebensbedingungen wohl kaum überstehen können.
Für besonders notleidende Kinder aus der Stadt organisierten Hilfsorganisationen wie die Caritas längere Aufenthalte bei fremden Familien im Ausland oder am Land bei Bauern, damit sie sich wieder erholen konnten. Es ging den Kindern bei den fremden Leuten viel besser und sie mussten keinen Hunger leiden. Aber dennoch war es für viele schlimm, so weit entfernt von den Eltern und Geschwistern leben zu müssen. Besonders der Abschied fiel den Kindern sehr schwer.





