Klösterliche Schreibstuben
Die Klöster stellten die ersten Kulturzentren des Mittelalters dar, waren doch die Mönche meist die Einzigen, die lesen und schreiben konnten. Der heilige Benedikt, nach dessen Regel die Mönche lebten (Die Benediktiner halten sich auch heute noch an diese Regel.), empfahl den Mönchen: Bete und Arbeite! (lateinisch: Ora et labora!). Benedikt zählte zur Arbeit aber nicht nur die körperlichen Anstrengungen der Mönche bei der Feldarbeit, sondern auch die geistige Tätigkeit, das wissenschaftliche Arbeiten, das Schreiben und Lesen. Daher waren die Mönche oft sehr gebildet. In den Schreibstuben (Skriptorien) schrieben sie viele Bücher ab, da dies die einzige Möglichkeit war, Texte zu vervielfältigen. Besonders gelehrte Mönche verfassten aber auch selbst Werke, die meist religiöse Inhalte aufwiesen. Die Bücher verzierten die Schreibermönche mit kleinen Bildern, auf denen oft Menschen dargestellt sind, mit Blättern, Blüten oder kleinen Tieren. Man nennt dies Miniaturen. Anfangsbuchstaben (Initialen) bestimmter Texte gestalteten sie besonders prächtig aus.
Die ersten Klöster im heutigen Oberösterreich, in denen Handschriften entstanden, waren Mondsee und Kremsmünster. In Mondsee entstand im 8. Jahrhundert der berühmte Psalter von Montpellier (benannt nach dem heutigen Aufbewahrungsort in Frankreich) Bedeutend waren auch die Skriptorien in Lambach und St. Florian.





