Das Land ob der Enns entsteht
Ein Land, so wie es die Menschen im Mittelalter verstanden, entstand dann, wenn alle landbesitzenden Adeligen zu den Landtagen kamen und sich diesen zugehörig fühlten. Als Landtag bezeichnete man Versammlungen mit dem Landesfürsten. Grenzen in unserem heutigen Verständnis ergaben sich durch die Teilnahme an diesen Versammlungen, wo über Streitfälle entschieden wurde und damit ein allgemein verbindliches Recht entstand. Das Land war dann auch eine Rechtsgemeinschaft.
1264 wird erstmals der Landesname „Oberösterreich“ genannt (siehe erste Urkunde), schon ab 1240 besitzt dieses aufstrebende Land einen eigenen Verwalter. Für das Jahr 1273 ist dieses wichtige Amt bereits auch in deutscher Sprache als phleger ob der Ennse bezeugt.
Allerdings umfasste dieses Land ob der Enns im 13. und 14. Jahrhundert zunächst nur den oberösterreichischen Zentralraum. Erst im frühen 15. Jahrhundert verschmolzen die einzelnen Herrschaften endgültig zu einem Land, das dem heutigen Oberösterreich – ohne Innviertel – entspricht.
Im Jahre 1408 fand der erste „oberösterreichische“ Landtag statt (siehe zweite Urkunde), d. h. die Herrschaften hatten nicht nur einen gemeinsamen Landesherren, sondern auch ein für alle gültiges Recht.




