Die mittelalterliche Kost
Unsere Vorstellungen von den Essgewohnheiten im Mittelalter, die sich zumeist im Spannungsfeld von Hungersnöten, religiös bedingten Fastengeboten wie auch adeliger Verschwendungssucht bewegen, beziehen wir zumeist aus Artefakten und Relikten wohlhabender Schichten. Doch jede Gesellschaftsschicht wie auch jede Region entwickelte eine spezifische mittelalterliche Kultur, die auch eigene Koch-, Ess- und Trinkgewohnheiten aufwies.
Zur Kost der Oberschicht, den „Herrenspeisen“, zählten vor allem Wildbret und Fische, da Jagd und Fischfang den Herren vorbehalten war. Daneben kam auch zahmes Geflügel, wie etwa Pfaue, auf die höfische Tafel, wobei aber die Gäste selten von allen Gerichten aßen. Viele davon wurden auch als aufwändige Schau- und Imitationsgerichte serviert.
Mit dem Dorotheer- und dem Mondseer Kochbuch verfügt Österreich über zwei der bedeutendsten Klosterkochbücher des Spätmittelalters, die wertvolle Informationen zur Küchenkunst des Mittelalters sowie zur Klosterkost liefern.
| Aus dem Mondseer Kochbuch, 15. Jahrhundert: |
Ich will euch underweysen |
Autor: Hannes Etzlstorfer




