Oberösterreich und Tschechien
Nach dem Krieg: Vertreibung von Sudetendeutschen
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten Mächte in der Potsdamer Konferenz beschlossen, dass alle deutschsprachigen Menschen, die in osteuropäischen Ländern lebten, von dort vertrieben werden sollten. Man nahm an, dass durch das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in einem Land, Anlass und Auslöser für Kriege sei. Das wollte man in Zukunft verhindern. Deshalb wurden drei Millionen Menschen deutschsprachiger Abstammung aus osteuropäischen Ländern in den Westen vertrieben. Die Menschen mussten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen, tausende Menschen starben bei diesen gewaltsamen Vertreibungen und andere sahen ihre Heimat niemals wieder.
„Benes-Dekrete“
Die Vertreibung der Sudetendeutschen Bevölkerung aus tschechischen Gebieten wurde durch die „Benes-Dekrete“ erlaubt.
Die Vertreibung der Sudetendeutschen Bevölkerung aus tschechischen Gebieten wurde durch die „Benes-Dekrete“ erlaubt.
Diese vom damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Eudard Benes erlassenen Gesetze sind heute immer wieder Thema heftiger Konflikte, weil sie noch immer Gültigkeit haben und nie abgeschafft worden sind.
Leben an der Grenze
Als sich mit dem Kalten Krieg in den 50er Jahren zunehmend eine Trennung zwischen Ost- und Westmächten abzeichnete, versuchte man die Grenze zwischen Österreich und der Tschechoslowakei besser abzuriegeln. Deshalb wurden auf der tschechischen Seite die Häuser der vertriebenen Deutschen im Grenzgebiet nach und nach zerstört und abgerissen. Von Österreich aus mussten viele der vertriebenen Menschen zusehen, wie ihr eigenes Haus abgerissen wurde oder jenseits der Grenze verfiel. Das „Niemandsland“ zwischen Oberösterreich und Tschechien sollte eine Flucht in den „Westen“ schwieriger machen.
Bald lebten kaum mehr Menschen in der Nähe der Grenze. Vor allem die jungen Leute zogen in die Städte, wo es bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz gab.






