Die „Ungarnstadt“ Wels
Die ersten Ungarnflüchtlinge (ca. 650 Personen, darunter Familien mit Kleinkindern) trafen am 8. Dezember 1956 in Wels ein, sie wurden in den aus der NS-Zeit stammenden Einrichtungen Wohnlager Lichtenegg, Säuglingsheim und Fliegerhorst (1956 dem Bundesheer übergeben) untergebracht. Die Betreuung übernahm das Österreichische Rote Kreuz. Die Lager Säuglingsheim und Fliegerhorst wurden 1957 wieder aufgelöst, das Wohnlager Lichtenegg, in dem seit 1945 Altflüchtlinge untergebracht waren, bestand bis 1964.
Ein Objekt des Fliegerhorsts übernahm die Caritas um hier unter dem Namen „Viribus Unitis“ eine Lehrwerkstätte einzurichten.
In Lichtenegg entstand in den 1960er Jahren auf und nahe dem Areal des ehemaligen Lagers ein neuer Stadtteil, in dem sich auch Ungarnflüchtlinge nieder ließen. Im Gegensatz zu Linz, wo man Ungarnflüchtlingen überwiegend Wohnungen in genossenschaftlichen Wohnbauten zuwies, bauten sich hier meist Familien ihre eigenen (Einfamilien-)Häuser.
Wenngleich auch vergleichsweise klein, so ist das Welser Stadtviertel Lichtenegg unter den Stadtteilen oberösterreichischer Städte doch ein besonderes, so erinnern hier schon Straßennamen, etwa Ungarnstraße, an die ungarischen Neubürger. Beherrschendes Zentrum des Viertels ist die Zeltkirche, ein Sakralbau dessen Errichtung der Tatkraft des ungarischen Priesters und ersten Pfarrers der Pfarre Lichtenegg, István Mácsady, zu danken ist.
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Hintergrundbild: Stadtarchiv Wels
Stadtarchiv Wels, Pfarre St. Stefan, Gisela Diós









