Was anziehen?
Für viele Jugendliche war diese Zeit nicht gerade einfach: Einerseits gaukelten die Medien vor, was „in“ war und was man haben „musste“, andererseits aber konnte man sich viele Dinge noch gar nicht leisten. Außerdem gab es in Sachen Mode auch häufig Krach mit den Eltern: Vieles was cool und „in“ war, gefiel den Eltern nicht, weil es zu kurz, zu weit ausgeschnitten, zu „schlampig“ und überhaupt zu teuer war.
Der Traum von der Blue Jeans
In der Mode spielten die Vorbilder aus Film und Popmusik eine wichtige Rolle: Schauspieler in Blue Jeans und Lederjacke verkörperten den Wunsch nach den neuesten Moden. In Blue Jeans fühlte man sich mit seinen Lieblingsstars verbunden. Fast alle Jugendlichen der 1950er und 1960er Jahre hatten dieselben Modevorstellungen: Umfragen haben gezeigt, dass damals mehr als drei Viertel der Jugendlichen Blue Jeans tragen wollten. Neben diesen gehörten Petticoats, Röhrenhosen und Ballerinas zur modernen Ausstattung Jugendlicher.
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Der Stoff der Jeans stammt einerseits aus Italien und Frankreich – das reißfeste Material fand dort vorwiegend in bäuerlichen Schichten Verwendung. Die Form der Jeans hingegen kommt aus Amerika: Levi Strauss entwickelte für Minenarbeiter den Schnitt der Blue Jeans wie wir ihn heute kennen: mit unverdeckten Nähten und Nieten und u-förmig geschnittenem Schritt. |
Der Reiz der Seidenstrumpfhose
Aber auch ältere Generationen konnten der Verlockung von amerikanischer Mode und anderen Produkten nicht widerstehen: Obwohl der amerikanische Nylon-Strumpf das Sechsfache eines gewöhnlichen Hausstrumpfes aus Kunstseide kostete, war er das Objekt der Begierde vieler Frauen. Während der Besatzungszeit waren Nylonstrümpfe nahezu unerschwinglich und wurden teuer am Schwarzmarkt getauscht. Trug man Nylonstrümpfe, so fühlte man sich luxuriös und exotisch. Selbst für Herren wurden Seidenstrümpfe angeboten. Sie wurden sorgsam gehütet und Laufmaschen wurden sorgfältig repariert. Nach und nach erst wurden Nylonstrümpfe billiger und entwickelten sich zu einem alltäglichen Kleidungsstück. Auch Unterwäsche, Kosmetikprodukte oder der Bikini waren heiß begehrte amerikanische Waren.
Für Wirtschaft war die Modelust der Jugendlichen ein wichtiger Faktor: Die Jugend wurde als gewinnbringender Konsumfaktor entdeckt und entsprechend vermarktet.





