Wie entstanden Handschriften?
Handschriften waren auch schon im Mittelalter besonders wertvoll, da deren Herstellung sehr aufwendig war und lange Zeit in Anspruch nahm.
Weißt du, aus welchem Material die Bücher hergestellt wurden? Handschriften wurden auf speziell aufbereitetes Leder geschrieben, das „Pergament“ genannt wird. Die Tierhaut (meist von Schafen, Ziegen und Kälbern) wurde in Kalklauge eingeweicht, anschließend wurden die Haare abgeschabt. Dann wurde diese aufgespannt und mit scharfen Messern entfernte man Reste von Fleisch und Haaren. Anschließend ließ man die Haut trocknen. Zum Schluss wurde das Leder mit Kreide eingerieben und mit Bimsstein (ein vulkanisches Gestein) geglättet.
Bevor die Mönche mit dem Beschreiben des Pergaments begannen, fertigten sie manchmal Entwürfe auf Wachstafeln an. Schlichen sich nämlich beim Schreiben auf das Pergament Fehler ein, so mussten diese mit einem Messer weggekratzt werden. Bei nicht so aufwendig gestalteten Büchern strichen die Mönche Fehler manchmal aber einfach durch.
Anschließend ritzten die Mönche feine Linien in die Tierhaut, damit die Zeilen auch gerade verliefen. Nun konnte man mit dem Schreiben beginnen.
Woraus, glaubst du, wurde die Tinte hergestellt? Meist stellte man die schwarze Tinte aus Ruß oder Eisensalzlösungen her, die mit einem Absud aus Galläpfeln vermengt wurde. Rote Tinte bestand meist aus dem Farbstoff der Purpurschnecken oder aus Krapp (eine Färberpflanze). Bei manchen Handschriften wurde auch Blattgold zum Ausschmücken verwendet.
Für das Schreiben eines Buches brauchte ein Mönch je nach Umfang zwischen mehreren Wochen und mehreren Jahren. Nicht jeder der Schreibermönche illustrierte allerdings auch die Bücher. In vielen Schreibstuben gab es dafür einige besonders begabte Mönche.
Aber nicht alle Bücher wurden auch mit feinem Buchschmuck versehen. Viele Handschriften weisen nur wenige Verzierungen auf.
Heute beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Handschriften des Mittelalters. Sie können u. a. anhand der Schrift und der Illustrationen das Alter der Bücher bestimmen und diese bestimmten klöstlicheren Schreibstuben zuweisen. In jedem Skriptorium wurden die Handschriften nämlich ein wenig anders ausgestattet. Mit einem geschulten Auge kann man das erkennen.
LINKTIPP: Blättere die so genannte Christherre-Chronik durch. Diese Handschrift aus dem 14. Jahrhundert weist viele Illustrationen auf. Sie befindet sich heute in der Oberösterreichischen Landesbibliothek.







