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Wohnen


Wohnen in den 1950er Jahren
In Linz lebte 1950 die Hälfte aller Familien in zwei Zimmern und in der Hälfte aller Wohnungen gab es nicht einmal warmes Fließwasser. Nach und nach aber besserte sich die Situation. 1960 wohnte bereits ein Viertel der Bevölkerung in einer 4-Zimmer-Wohnung. Die Menschen wünschten sich bald mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Es kamen auch Bedürfnisse nach gemütlicher oder stilvoller Einrichtung auf. Ideen zum „Schönen Wohnen wurden durch Zeitschriften und das immer größer werdende Angebot in den Kaufhäusern verbreitet.

Tabelle: Wohnfläche in m² pro Person

Jahr Quadratmeter pro Kopf
1961 20m²
1971 25m²
1981 30m²
1988 39m²

Quelle: Ausstellung Schlossmuseum Linz: Wie wir wohn(t)en (2005)

Neue Stile
Neue Materialien und neue Stoffe sind das Kennzeichen des Wohnstils der 1950er Jahre. Wer modern wohnte, besaß ein Wohnzimmer mit gemusterter Tapete, einem Nieren- oder Dreieckstisch und einem Cocktailsessel. Bunte, tulpenförmige Stehlampen ergänzten die Ausstattung. Über die Wohneinrichtung zeigte man auch seinen sozialen Status. Gerne lud man Gäste ein und deckte das schöne Lilienporzellangeschirr auf, das es seit Ende der 1950er Jahre gab. Man wollte die Gäste mit dem eigenen Wohlstand beeindrucken.

INFO

Lilienporzellan wurde ab 1959 in Wilhelmsburg in Niederösterreich produziert. Besonders die pastellfarbene Serie „Daisy“ war in vielen Haushalten verbreitet. Sie ist das meistverbreitstete Geschirr der 1960er und 1970er Jahre in Österreich. Heute ist sie ein beliebtes Sammelobjekt und wird auf Flohmärkten und in Antiquariaten teuer verkauft.

Eine andere Art von Geschirr, die sich massenhaft verbreitete, war aus Kunststoff. Plastik in allen Farben und Formen eroberte die Welt und zog in die Haushalte ein.

Modernes Wohnen
Eine Ausstellung im Linzer Schlossmuseum hat gezeigt, wie sich das Wohnen seit den 1950er Jahren in Oberösterreich entwickelt hat. Viele Ideen zum Wohnen kamen aus Amerika: Sie wurden von Besatzungssoldaten mitgebracht oder durch Zeitschriften, Radio oder Fernsehen verbreitet. Außerdem waren in Oberösterreich auch Möbeltischler und Möbelfabriken für Ideen zum „Schönen Wohnen“  verantwortlich. Sie entwarfen Möbelstücke, die sich dann langsam in den Wohnungen verbreiteten. Die oberösterreichische Firma „Joka“ aus Schwanenstadt, die noch heute besonders bekannt für die Herstellung von Sitz- und Schlafmöbeln ist, stellte zum Beispiel eine multifunktionale Klapp- und Bettcouch her, die ein besonderes Erfolgsprodukt war. Auch die Firma Möbel Lutz stammt aus Oberösterreich.

Praktisch lautet die Devise
Besonders im Bereich des Haushalts sollte die Einrichtung nicht nur „schön“ sondern auch zweckmäßig sein. In eine Wohnung der 50er Jahre gehörte ein Klapptisch für die Küche, eine Eckbank mit Deckel, um zusätzlichen Stauraum zu gewinnen, eine „Amerika-Kredenz“ oder das halbautomatische Doppelbett „Silvia“.