Die zweite Generation: Zeitzeugenberichte
Ich bin österreichische Ungarin, zu gleichen Teilen verbunden mit Österreich und Ungarn – doch ich muss zugeben, wenn sie gegeneinander Fußball spielen, drück ich eher Ungarn die Daumen.
Melinda Fabian
Ich hatte Glück.
Katharina Varjai
Darüber hinaus wurden wir von klein auf dazu erzogen, unsere Herkunft nicht als Makel zu empfinden. Ich habe mich nie meiner ungarischen Herkunft geschämt – im Gegenteil: manchmal war ich sogar stolz darauf: immerhin konnte ich schon in der Schule zwei Sprachen!
Katharina Varjai
Als Kind und später Jugendliche, habe ich es so empfunden: in Österreich war meine ungarische Herkunft etwas Besonderes (Österreicher war ja schließlich fast jeder) und in Ungarn waren wir Kinder etwas Besonderes, weil wir in Österreich lebten.
Katharina Varja
Für mich war es – von klein auf – selbstverständlich und wichtig, in beiden Welten leben zu können.
Katharina Varjai
Ich habe immer gerne in Österreich gelebt – und daran hat sich nichts geändert – und ich fahre auch noch gerne nach Ungarn.
Katharina Varjai
Schlimm war es auch, dass ich in der Schule viel als „Flüchtlingskind“ verspottet wurde und mich einfach nicht durchsetzten konnte.
Elisabeth Seiche
Mein Herz sagt, ich bin Ungarin, mein Verstand – du lebst in Österreich. Ich pflege da meistens zu sagen, dass ich mich hier in Österreich sehr wohl fühle und zu Hause bin, aber wenn ich nach Ungarn fahre, fahre ich nach Hause in meine Heimat, obwohl ich in Österreich geboren wurde.
Elisabeth Seiche


