Industrialisierung, Tourismus und die ersten Landtagswahlen in Oberösterreich


Mit der Industrialisierung begann sich das agrarisch geprägte Land grundlegend zu verändern, mit durchaus negativen Folgen für das in Oberösterreich dominierende Kleingewerbe, etwa die Messerer in der Eisenwurzen oder die Leinenweber im Mühlviertel. Erst knapp vor der Jahrhundertwende setzte aber hierzulande ein umfassender Aufschwung der Industrie ein. Gerade Josef Werndl und seine Steyrer Waffenfabrik, die Linzer Schiffswerft oder die aufstrebende Papierindustrie sind damit in Zusammenhang zu bringen. Auch die Elektrifizierung Oberösterreichs schritt voran, ebenso der Auf- und Ausbau des Eisenbahnnetzes.
Zudem tat sich ein neuer Wirtschaftszweig für Oberösterreich auf, der besondere Bedeutung erlangen sollte: der Tourismus. Gerade die Sommerfrische im Salzkammgut erfreute sich bei Adel und Künstlern großer Beliebtheit. Besonders profitieren konnte das Salzkammergut von den sommerlichen Aufenthalten Kaiser Franz Josephs I. Hier entstanden auch zahlreiche Villen, die im Stil des Historismus errichtet wurden.

1861 fanden in Oberösterreich die ersten Landtagswahlen statt, doch der Weg zum Wahlrecht war lange. 1870 traten bei der Landtagswahl erstmals politische Parteien als wahlwerbende Gruppierungen auf. Die vorerst liberale Mehrheit im Land wurde schließlich von der katholisch-konservativen abgelöst.

Der Erste Weltkrieg (1914–1918) wurde zu einer Katastrophe für ganz Europa. Die österreichisch-ungarische Monarchie zerfiel. Der Krieg fordert unzählige Menschenleben und zog das Land schwer in Mitleidenschaft. 

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