Die Stube: Behaglichkeit auf engem Raum


Seit dem 13. Jahrhundert findet man als große Neuerung auf Burgen im Ostalpenraum Stuben. Später übernahmen auch Bürgerhäuser und Klöster, zuletzt auch Bauernhäuser diesen behaglichen „Luxusraum“.

Die „Stube“ bezeichnet einen mit Kachelofen rauchfrei beheizbaren Raum (vergleiche englisch stove: Ofen!) mit Holzwänden in Blockbau- oder Ständerbauweise als Isolation gegenüber den dicken Steinmauern.
Unsere Wörter „Zimmer“ und „Zimmermann“ leiten sich von diesen Holzisolierungen ab (vergleiche englisch timber: Bauholz!).

Rauminstallation im OÖ. Burgenmuseum, Reichenstein: "Wohnen auf spätmittelalterlichen Burgen", Gestaltung Christoph Fürst, 2013.


Die hier nachgebaute Stube hat die Maße einer ehemaligen Stube im Wohnturm der Burgruine Ruttenstein. Abdrücke im Mörtel der Steinmauern zeigen, wie diese Stuben gebaut wurden: zuerst die hölzerne Stube, dann rundum die Steinmauern!

Durch die trichterförmigen Fenster mit Überfangbögen fiel viel Tageslicht. Bei Kälte, Nässe und Dunkelheit verschlossen kleine Fensterläden innen die Öffnungen. Der Rauchabzug gehört zu einem Vorderladerkachelofen.


Der Rundgang basiert auf der Dauerausstellung im Oö. Burgenmuseum Reichenstein in Tragwein, das am 21. April 2013 eröffnet wurde.

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