Tag der Oö. Regional- u. Heimatforschung 2016 | Bad Wimsbach-Neydharting

Archäologie und Heimatforschung in Oberösterreich

Der diesjährige Tag der Oö. Regional- und Heimatforschung wurde in Kooperation mit der Gesellschaft für Archäologie in Oberösterreich veranstaltet.

2018 und 2020 finden in Oberösterreich Landesausstellungen zu archäologischen Themen statt. Die prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen sind bereits UNESCO Welterbe und der römische Limes soll es bald werden. Das Thema Archäologie wird in den nächsten Jahren in Oberösterreich sehr präsent sein. Und wie weit hier Heimatforschung bereits eine Rolle spielt und darüber hinaus noch spielen kann, wurde von den Referintinnen und Referenten der diesjährigen Tagung präsentiert.


Nach Grußworten von Bürgermeister Erwin Stürzlinger, Kons. Herbert Scheiböck (Präsident des OÖ. Forums Volkskultur) und Kons. Dir. Walter Zauner (Präsident des Oö. Volksbildungswerkes) leitete Dr. Klaus Landa (Leiter der ARGE Regional- und Heimatgforschung Oö), der in bewährter Weise die Tagung moderierte, zu den Vorträgen über, die sich allesamt archäologischen Themen widmeten.


Dr.in Renate Miglbauer
, die Leiterin des Stadtmuseums Wels - Minoriten, erörterte in ihrem Vortrag die Situation der Stadtarchäologie in Wels, für die die Zusammenarbeit mit Heimatforscherinnen und Heimatforschern und dem Verein Römerweg Ovilava, ein wichtiger Faktor und wertvolle Unterstützung ist. Spannend waren ihre Ausführungen auch für jene, die die Situation in Wels nicht umfassend kennen, denn nicht allen war bekannt, dass in Wels nahezu jede Bautätigkeit mit archäologischen Funden verbunden ist, und man teilweise auch außerhalb des Museums an einigen öffentlich zugänglichen Orten wie Schaufenstern, speziellen Vitrinen oder Hausfassaden kleine museale Präsentationen findet. Ein bekanntes Beispiel ist ein an einem Haus am Stadtplatz eingemauertes Grabmedaillon mit der Darstellung eines Ehepaares aus dem 2. Jh. n. Chr.


Der Vortrag von Dr. Reinhardt Harreither widmete sich dem römerzeitlichen Lauriacum (Enns), dem vor allem durch den Sitz des römischen Legionslagers, der legio II Italica, das bis zu 6000 Mann beherbergen sollte, eine bedeutende Stellung zukam. Daneben existierte eine zivile Siedlung und auch im Bereich des Frühchristentums begegnen wir mit dem Heiligen Florian, der hier den Martyrertod starb und dem Heiligen Severin, der sich mehrfach hier aufhielt, in Enns zwei bedeutenden Persönlichkeiten. Die Oberösterreichische Landesausstellung, die 2018 in Enns gezeigt wird, wird sich all diesen Themen widmen und auch neue Ergebnisse der Limesforschung präsentieren.


Im Rahmen der Rubrik "Heimatforschung aktuell" stellte Mag. Joris Coolen, den Verein Archäopublica vor, der sich für eine stärkere Bürgerbeteiligung in archäologischen Projekten einsetzt und Mag.a Elisabeth Kreuzwieser präsentierte den neuen Landeskunde-Blog im forum oö geschichte, mit dem eine breitere Sichtbarkeit der regional- und landeskundlichen Aktivitäten der ehrenamtlichen Heimatforscherinnen und Heimatforscher erzielt werden soll.


Mag.a Carmen Löw
widmete ihren Vortrag den prähistorischen Pfahlbauten, die anerkanntes UNESCO Welterbe sind. Das international agierende Kuratorium Pfahlbauten setzt sich für die Erforschung und Erhaltung dieser schwer zugänglichen - da unter Wasser befindlichen - Relikte ein und Frau Löw stellte Initivativen und aktuelle Projekte zu diesem Thema vor.


Den Abschluss des Tages bildete eine Führung durch den in Stift Lambach befindlichen Teil der Oö. Landesausstellung, die sich heuer dem Thema "Mensch & Pferd" widmet.


Die ARGE Regional- und Heimatforschung bedankt sich herzlich bei der Gesellschaft für Archäologie in Oberösterreich, bei der Gemeinde Bad Wimsbach-Neydharting und dem örtlichen Kulturverein sowie besonders bei Herrn Norbert Fischer vom Tempus. Museum für Archäologie für die großartige Unterstützung bei der Organisation der Tagung.

 

 

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