Forum OÖ Geschichte

RĂŒstung, Ross und dicke Mauern: Was macht einen Adeligen aus?


Im frĂŒhen Mittelalter entstanden aus ehemaligen losen VerbĂ€nden von „StĂ€mmen“ Vorformen der heutigen Staaten. FĂŒr die Sicherung und Organisation dieser LĂ€nder benötigten die Herrscher MĂ€nner mit militĂ€rischer Erfahrung und weiteren bewaffneten Mitstreitern. Sie wurden der mittelalterliche Adel. Die Macht der Adeligen hing von ihrer Möglichkeit ab, ĂŒber Land und Leute zu herrschen und ĂŒber Rechte zu verfĂŒgen, die Einnahmen einbrachten wie z.B. Zölle.

Die Burgen waren die wehrhaften Wohn- und Verwaltungssitze des mittelalterlichen Adels. Von hier aus setzten sie ihre Rechte durch. Die massive Bauweise der Burg und ihre Lage abseits vom Dorf drĂŒckten den sozialen Unterschied zu den „Hintersassen“ aus. Viele Adelige nannten sich nach ihren Sitzen, wie beispielsweise „von Reichenstein“.

Es war den Adeligen wichtig „dazuzugehören“, auch wenn es seinen Preis hatte: Man heiratete nach Möglichkeit Gleichrangige, kleidete und ernĂ€hrte sich standesgemĂ€ĂŸ, insbesondere an Festtagen, und besaß als Statussymbol ein Pferd –nicht jeder Pferdebesitzer war ein „Ritter“, aber jeder „Ritter“ war ein Reiter!


Der Rundgang basiert auf der Dauerausstellung im Oö. Burgenmuseum Reichenstein in Tragwein, das am 21. April 2013 eröffnet wurde.

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