Die Geschichte der Musik in Oberösterreich. Von der Römerzeit bis ins 21. Jahrhundert


2000 Jahre Musikgeschichte
Die überaus facettenreiche Geschichte der Musik in Oberösterreich lässt sich bis in die Zeit der Römer zurückverfolgen.

Funde von Instrumenten und Darstellungen Musizierender aus der Römerzeit belegen in Oberösterreich die wichtige Stellung der Musik im römischen Reich. Dagegen verfügen wir über die Zeit des frühen Mittelalters auch im Bereich der Musikpflege über vergleichsweise wenige Nachrichten. Um vieles ergiebiger ist die Quellenlage dagegen zum hohen und späten Mittelalter, denn zu dieser Zeit waren die zahlreichen Klöster überaus bedeutende Zentren der Musikpflege, aus denen uns wertvolle musikalische Quellen erhalten sind. Obwohl die Klöster als besondere Stätten der Musikpflege bis weit ins 19. Jahrhundert ihre bedeutende Stellung innehatten, begann sich bereits im Mittelalter eine Musikkultur abseits des kirchlichen Umfelds zu etablieren, die im Laufe der Jahrhunderte vielfältige Strömungen hervorbrachte. Gerade im 19. Jahrhundert erlangte die Musik im bürgerlichen Bildungskanon eine herausragende Stellung. In dieser Zeit wurden die Musikpflege durch Amateure sowie der Musikunterricht für Laien zu einem zentralen Anliegen, was die Gründung von zahlreichen Musikvereinen und Chören zeigt.

Musikalische Ausbildung und Musikpflege
Die besondere Wertschätzung der musikalischen Ausbildung ist zu einem Markenzeichen Oberösterreichs geworden, ist das oberösterreichische Landesmusikschulwerk doch federführend und Beispiel gebend für ähnliche Institutionen in ganz Europa. Daneben existieren hierzulande zahlreiche Einrichtungen der Musikpflege, die von über die Jahrhunderte Gewachsenem wie dem Landestheater Linz bis hin zu Neuem, Ungewöhnlichem wie dem Ars Electronica Festival reichen. Und auch die Volks- und Blasmusik erfahren in Oberösterreich in zahlreichen Musikgruppen und Vereinen eine besondere Pflege.

Zahlreiche Komponierende
Zu einer zeitgemäßen Musikpflege gehört auch die Aufführung neuer Werke und hier kann Oberösterreich auf eine Reihe von international renommierten Komponistinnen und Komponisten verweisen. Dabei hat Oberösterreich aber schon in den Jahrhunderten zuvor zahlreiche Komponierende hervorgebracht, wobei zuallererst natürlich Anton Bruckner zu nennen ist. Doch auch neben ihm gibt es eine Reihe von Komponisten, die sich mit qualitätvollen Werken hervorgetan haben. So werden in den letzten Jahren vermehrt Meister aus dem Barock wiederentdeckt und mit Aufführungen gewürdigt. Und gerade in den klösterlichen Musikarchiven gilt es in diesem Repertoiresegment noch zahlreiche verborgene Schätze zu heben.

All diese Aspekte kommen in dem musikgeschichtlichen Themenrundgang im „forum oö geschichte“ zur Sprache. Da die letzte Überblicksdarstellung zur Musikgeschichte Oberösterreichs bereits vor mehr als 50 Jahren publiziert wurde, haben sich nun zahlreiche Fachleute zusammengefunden, um eine aktuelle Zusammenschau zur Geschichte der musikalischen Landschaft Oberösterreichs zu verfassen, die dem neuesten Stand der Forschung entspricht. Als besonderes Angebot steht im Rahmen des Themenrundgangs
ein Audioplayer zur Verfügung, der das Hören von prägnanten Musikbeispielen in direkter Verknüpfung mit den jeweiligen Textbeiträgen ermöglicht.

Der Themenrundgang zur Musikgeschichte Oberösterreichs stellt eine Kooperation des „forum oö geschichte“ mit dem Oberösterreichischen Volksliedwerk und dem Anton Bruckner Institut Linz dar, zahlreiche weitere Kultureinrichtungen wirkten an dessen Realisierung mit.
Ein besonderer Dank gilt auch all jenen Ensembles, Institutionen und Plattenlabels, welche Musikbeispiele für den Audioplayer zur Verfügung gestellt haben: Ars Antiqua Austria, Bruckner Orchester Linz, cpo, Christophorus Records, Dulamans Vröudenton, Grazer Choralschola, Hungaroton, Hyperion Records, Linzer Jeunesse Chor, mcm-music, MDG, Musica Bavarica sowie das Oberösterreichische Volksliedwerk und SONY.

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