Forum OÖ Geschichte

Der Tag des Denkmals ist der österreichische Beitrag zu den European Heritage Days, die 2017 bereits zum 27. Mal unter der Patronanz des Europarates und der EuropÀischen Union in ganz Europa stattfand.

Die Stadtgemeinde Marchtrenk beteiligt sich zusammen mit dem Museumsverein Marchtrenk - Welser Heide seit Jahren an dieser einzigartigen Kulturveranstaltung. 2015 war das Motto „Feuer & Flamme“ und wir prĂ€sentierten die drei FeuerwehrgebĂ€ude in Kappern, 2016 hieß es „Gemeinsam unterwegs“ und es stand der „Marchtrenker Friedensweg“ im Mittelpunkt.

2017 hieß das Motto „Heimat bist du großer Töchter“. Es sollten Architektinnen, Literatinnen, KĂŒnstlerinnen, Musikerinnen, Politikerinnen und Sportlerinnen aus vergangener und gegenwĂ€rtiger Zeit vorgestellt werden. Der Obmann des Museumsvereins, Reinhard Gantner, schrieb daraufhin zurĂŒck: „Marchtrenk war durch Jahrhunderte ein armes Dorf in der Welser Heide, das solche außergewöhnlichen Persönlichkeiten nicht hervorgebracht hat. Es gibt aber Frauen, die viel geleistet haben, die aber nie berĂŒhmt waren und denen könnte man ein „Denkmal“ setzten. Ich denke hier an eine Kriegerwitwe, die 6 Kinder allein großgezogen hat, an eine Arbeiterin, die Anfang des 20. Jahrhunderts sehr viel mehr arbeiten musste als jetzt, an eine Frau die ihr schwer behindertes Kind nicht in ein Heim gibt und vorbildlich pflegt, usw.“

Das Bundesdenkmalamt begrĂŒĂŸte – wie auch BĂŒrgermeister Paul Mahr – diesen Vorschlag ausdrĂŒcklich. Wir stellen daher in der Alten Kirche zehn Marchtrenker Frauen vor, die fĂŒr die Familie und die Allgemeinheit immer zur Stelle sind und waren.

Es werden noch weitere außergewöhnliche Frauenschicksale aufgezeichnet und daraus soll ein Buch gestaltet werden. Daher nochmals unser Ersuchen: Melden Sie sich selbst beim BĂŒrgermeister oder beim Obmann des Museumsvereins. Das können selbstverstĂ€ndlich auch die Kinder, wie die Enkelkinder tun. „Ich bin sehr stolz ĂŒber die intensiven BemĂŒhungen zur Aufarbeitung der Geschichte unserer Stadt“, sieht sich BĂŒrgermeister Paul Mahr auf seinem Weg bestĂ€tigt.
 

Autoren:
Paul Mahr, BĂŒrgermeister der Stadt Marchtrenk, 2017
Reinhard Gantner, Obmann des Museumsvereins Marchtrenk – Welser Heide, 2017

 


"Marchtrenker Frauen" - Ausstellungsdokumentation im forum oö geschichte

Der biografische Zugang der Ausstellung eröffnet völlig andere Einblicke in Leben und Alltag einer vergangenen Zeit, als ein rein wissenschaftliche Auseinandersetzung. Er ermöglicht eine stĂ€rkere NĂ€he und Identifikation mit den einzelnen Personen und lĂ€sst uns teilweise das Handeln und Denken begreifen, das sich heute vielfach anders gestalten wĂŒrde. Wir lernen im Rahmen dieser Ausstellung eine Generation kennen, die in den beiden Weltkriegen hohe materielle und persönliche Verluste hinnehmen musste und sehr schwierige Zeiten erlebte - teilweise in Verbindung mit Flucht, Vertreibung und Neuansiedlung in Marchtrenk. Die Geschichten erzĂ€hlen durchwegs von Frauen, die durch harte Arbeit, Verzicht und familiĂ€ren Zusammenhalt letztlich einen bescheidenen Wohlstand erreichten und fĂŒr ihre Familien Großes leisteten.

Wir möchten uns beim Museumsverein Marchtrenk - Welser Heide und seinem Obmann Reinhard Gantner herzlich fĂŒr die Zur-VerfĂŒgungstellung der Materialien  zur Ausstellung "Marchtrenker Frauen" und fĂŒr die gute Zusammenarbeit bedanken und freuen uns ĂŒber den neuen Baustein im Digitalen Ausstellungsarchiv des forum oö geschichte!

Elisabeth Kreuzwieser, im April 2018


"Marchtrenker Frauen" - Dokumentation einer Ausstellung des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide im Rahmen des Tags des Denkmals 2017 unter dem Motto "Heimat großer Töchter" in der Alten Pfarrkirche Marchtrenk.

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