Die schöne Oberösterreicherin


Dass die Oberösterreicherinnen schön sind, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und bräuchte nicht extra hervorgehoben und betont zu werden. Im 18. Jahrhundert allerdings hat sich in den Reiseführern und Reiseberichten, die Oberösterreich berührten, die Übung durchgesetzt, auf die Schönheit der Oberösterreicherinnen ganz besonders hinzuweisen. Die Schönheit der Linzerin wurde zum Hauptthema vieler Reiseerlebnisse aus Linz.

Häubchen, Torten, schöne Mädchen
Was ist der besondere Grund, dass die Reiseschriftsteller seit dem 18. Jahrhundert immer wieder und recht stereotyp die schönen Oberösterreicherinnen und ganz besonders die schönen Linzerinnen hervorgehoben haben? War es bloß Verlegenheit, um doch etwas Schönes über Linz schreiben zu können, über eine Stadt, die sich sonst auf Provinz reimte? War es der Wohlstand der Region? War es die besondere Kleidung und Tracht? Oder war es der Umstand, dass die Linzerinnen und Oberösterreicherinnen als Dienstmädchen in Wien immer wieder die besondere Aufmerksamkeit der Dienstgeber und ausländischen Besucher erregten?

Linz habe drei oder doch zumindest zwei merkwürdige bekannte Gegenstände dem Fremden zu bieten: die Linzer Häubchen, die delikate Torte und die schönen Mädchen. Was man davon vorziehe, sei Geschmackssache. Johann Georg Kohl, der bekannte Reiseschriftsteller und Ethnograph, schrieb 1842 ein ganzes Kapitel mit nicht weniger als 19 Seiten darüber. Das Rezept der Linzer Torte konnte er allerdings nicht liefern, weil es ihm in einem ihm nicht verständlichen Dialekt mitgeteilt worden sei. Die Linzerinnen seien brave Madeln, die in Wien als Stubenmädchen, Kaffeehausdamen, Ladenmamsells, Putznäherinnen etc. arbeiteten.

Schöne Oberösterreicherinnen – Schöne Linzerinnen
Für die meisten Besucher, die im 18. Jahrhundert Österreich bereisten, war Linz die erste österreichische Stadt, in der sie Halt machten, wenn sie mit dem Donauschiff von Passau Richtung Wien kamen. Oberösterreich war im 18. Jahrhundert zweifellos deutlich wohlhabender als viele der Gegenden, durch die man, von Berlin oder Frankfurt kommend, durchgereist war.

Der sonst extrem österreichkritische Berliner Friedrich Nicolai, der um 1780 Oberösterreich bereiste, sah den Mythos von der schönen Linzerin bestätigt: Nicolai verstieg sich sogar zu der Behauptung, den Namen Linz mit den schönen Linzerinnen in Verbindung zu bringen, in einer mehr als waghalsigen Etymologie, bei der er den Namen Linz von einem mittelalterlichen Wort für einen Schleier aus feinstem, durchsichtigem Leinen (linteum) herzuleiten versuchte, den sich die Linzer Frauen im Sommer umschlügen.
Als der Braunschweiger Schriftsteller Ernst August Friedrich Klingemann sich etwa 50 Jahre später auf die Spuren Nicolais begab, gab er sich über die Wirklichkeit der Linzer Schönheiten eher enttäuscht.

Viele Bewunderer durch die Jahrhunderte
Wer die zum Allgemeinplatz gewordene Redeweise von der schönen Linzerin erfunden hat, ist schwer zu beantworten. Schon ein Hofkaplan namens Bartholinus, der 1515 in Begleitung eines Kardinals die Donau hinabfuhr, schwärmte in gelehrtem Latein über die Linzer Nymphen. Johann Peter Willebrand schrieb 1756 über die „vorzügliche Artigkeit“ der Linzer Weiblichkeit: Er habe das selbst auch hie und da erprobt. Nur einer lobte die Linzer Frauen nicht, der sich eigentlich am meisten dafür hätte interessieren müssen: Casanova. Er fand die Linzer Frauen bei seinem Aufenthalt keines Wörtchens wert.
Selbst der Benediktinermönch Heinrich Joachim Jäck erwähnte 1822 die schönen Linzerinnen als die von der Natur am meisten begünstigte Zierde des österreichischen Kaisertums: „Es wird uns unvergesslich bleiben, wie reizend die Blume weiblicher Schönheit sich hier entfaltet hat.“ Und der Klosterneuburger Augustinerchorherr Albin Bukowsky fand 1835 auf seiner Biedermeierreise sogar „nirgends so heitere, blühende Nonnen wie hier in Linz […]

Karl Julius Weber verglich Oberösterreich 1834 mit Homers Achaia kalligynaika, dem Achaia mit den schönen Weibern: „Es fehlt nichts, als der Funke des Prometheus! Ich habe sie nicht bloß im Vorübergehen kennen gelernt, und sie sind mit recht berühmt, wie in Großbritannien die Mädchen Lancastershires: Lancaster Witches – Linzer Hexen!“

Abgeschrieben haben die meisten späteren Autoren von Wilhelm Ludwig Wekhrlin, der 1778 unter dem Pseudonym Anselmus Rabiosus eine Reise durch Oberdeutschland publiziert hatte: Wekhrlin hatte die Linzer Stuben- und Dienstmädchen „meist aus der Gegend von Passau und Linz“ allerdings nicht in Linz, sondern in Wien kennen gelernt. Daher seien die schönsten Oberösterreicherinnen auch nicht in Passau oder Linz, sondern in Wien zu finden, beeilte sich J. C. Weber hinzuzufügen: In knappem Korsett, Häubchen, niedlichen Strümpfen, Schürze […] „Mein Linzermädchen Margareth / Das Kochen excellent versteht, / In jeden Dienst hat’s ihr geglückt, / Weil sie nach Wunsch die Hasen spickt“, geht der Text eines von F. R. Blümml aufgezeichneten alten Wienerlieds über „d’Linzer Köchin“. Und der Refrain eines ähnlichen Lieds an die Weibsbilder in Linz aus dieser galanten Zeit eignet sich kaum für eine öffentliche Wiedergabe.

Zu kurze Röcke
Was die Wiener an den Linzern besonders gereizt zu haben scheint, war ihre Kleidung. Johann Richter, der Verfasser der Briefe eines Eipeldauers an seinen Vetter in Kagran, schrieb 1780: „Den Busen schützt ein Bollwerk. Aber umso kürzer sind die Röcke.“ Im Jahre 1743, anlässlich der Erbhuldigung in Oberösterreich, bekam Österreichs Herrscherin Maria Theresia die kurzen Röcke der oberösterreichischen Bäuerinnen zu sehen, „welche letztere aber wegen der kurtzen Röcke nicht sehr decent aussahen, zuvorderst weillen sie bei dem Dantz sehr gedräht und in die Höhe geschupfft zu werden pflegen“, wie der Obersthofmeister Johann Joseph Khevenhüller-Metsch in sein Tagebuch notierte.

Der Pfarrer von Kirchberg-Thening wetterte 1754 über die „freche“ und viel zu kurze Kleidung seiner Pfarrangehörigen: „Sie haben sich die Knie wegen des Glanzes mit Branntwein angestrichen und die Waden mit Baumwolle gefüllt.“ Die kurzen Röcke, wie sie die Bauernmädchen und Frauen in manchen Teilen Oberösterreich im 18. Jahrhundert trugen, wurden von den geistlichen und weltlichen Obrigkeiten als schamlos und unsittlich angesehen und verboten. Ein Patent Maria Theresias vom 1. Mai 1753 wollte „aus landesmütterlicher Lieb und Obsorg“ dem sündhaften Leben des jungen Bauernvolks entgegenwirken: „Die unehrbare und leichtfertige Tracht anbelangend, welche in einem Teile des Landes allzu frech und ärgerlich ist, wollen Wir solche alles Ernsts […] abgestellet wissen.“ Binnen eines Jahres sollten die Röcke so weit gestreckt werden, dass die Waden völlig bedeckt seien.

Es ging offenbar nicht nur um die gute Sitte, sondern auch um die Religion, weil man dahinter nicht nur sexuelle Freizügigkeit, sondern auch versteckten Protestantismus vermutete. Die neue Art der langen Kleidung wurde auch als Ausweis aufrichtiger katholischer Gesinnung gesehen. Widerstand gegen die langen Röcke wurde auch als Widerstand gegen die katholische Religion gedeutet. Die Strafen waren drastisch: 30 Gulden oder auch Gefängnisstrafen.

Protest der Frauen
Die Frauen wehrten sich: Warum werden bei den adeligen Frauen die ärgerliche Halsblöße, in den Gotteshäusern die am halben oberen Leib entblößte St. Magdalena oder die auf solche Weise in leiblicher Gestalt dargestellten Seelen im Fegefeuer („wo der kunstreiche Maler-Pinsel die Frauen-Brust so lebhaft als lustreizend darzustellen pflegt“) allerorten toleriert? Warum werden die offenen, mit keinem Deckel versehenen Hosen-Schlitze unserer Bauern-Buben als ungestraft geduldet („da doch dieser Aufzug dem weiblichen Geschlecht weit ärgerlicher als die nicht eingeschnürte Weiberbrust oder kurze so genannte Schauben [Röcke] den Mannspersonen seelenverderblich“). Zu Recht wurde beklagt, dass man sich nur um die Frauenkleidung Gedanken machte und nur die Frauenkleidung als religiöser Protest oder als sexuelle Herausforderung gedeutet wurde.

Im 19. Jahrhundert war die kurze Frauentracht in Oberösterreich ausgemerzt. Die schöne Linzerin aber blieb. Die größte Huldigung, eine seitenlange, an Schwärmerei kaum zu überbietende Lobrede auf die Schönheit der Linzerinnen, schrieb der weimarische Hofrat Johann Stefan Schütze, der 1817 in Linz war. Und kein Geringerer als Goethe hat sich eine schöne Linzerin gewählt und sie in den schönsten Versen besungen, Marianne von Willemer, die Tochter des Linzer Instrumentenmachers Jung, am 20. November 1784 in Linz geboren, die „Schöne Müllerin“, nach der Gerbermühle, der Sommerwohnung ihres Gatten, das wahre Abbild der schönen Linzerin.

Zeitleiste

1515: Der Hofkaplan Bartholinus lobt die schönen Linzerinnen: „Omnes demobiles, una formiosor ceteris, nam et habitus adjuvabat.“

1767: Casanova wird aus Wien ausgewiesen. Da man befürchtet, dass er sich nach Linz begeben werde und den Linzerinnen gefährlich werden könnte, schickt der niederösterreichische Statthalter Graf Schrattenbach ein Warnschreiben an den Landshauptmann von Oberösterreich. Casanova ist dann, wie er sich beklagte, bei „bitterer Kälte“ Ende Jänner 1767 durch Linz gefahren und die schönen Linzerinnen scheinen bei ihm nicht auf.

1778: Wilhelm Ludwig Wekhrlin, der unter dem Pseudonym Anselmus Rabiosus eine Reise durch Oberdeutschland publizierte: „Dieser glückliche Himmel ist’s, unter dem die schönen Linzerinnen wachsen. Zwar scheint es, dass man dieses Kompliment mehr ihrer Kleidertracht gemacht hat als ihrer Person. Die meisten Mädchen sind klein. Aber ihre Bildung ist von griechischem Profil und ihre Kleidertracht ist sehr interessant.“

1780: Kaspar Risbeck berichtet aus eigener Erfahrung über die Linzerinnen: „Das hiesige Frauenzimmer ist mit den guten Manieren, der Lektüre und den gesellschaftlichen Situationen viel besser bekannt als die Bayerinnen und Schwäbinnen, die aber an Fleisch reichlich ansetzen, was ihnen an Geist gebricht.“

1783: Friedrich Nicolai, der um 1780 Oberösterreich bereiste, sah den Mythos bestätigt: „Ich hatte viel von den schönen Linzerinnen gehört. Ich habe bei meiner zweimaligen Anwesenheit genau darauf acht gegeben, und den Ruf bestätigt gefunden. Es fällt einem aufmerksamen Beobachter sehr in die Augen, dass beide Geschlechter hier schön sind, besonders aber das weibliche. Ich habe fast nirgends so wie hier lauter schön gewachsene Frauenzimmer, ohne Ausnahme gesehen. Die meisten haben eine blendend weiße Haut und schmachtende Augen.“

1795: Ein Hamburger: „Die Österreicherin reizt den Liebhaber, die Baierin zieht den Mann an.“

1798: Josef Freiherr v. Hammer-Purgstall: „Wir, mein Reisegefährte und ich, fanden aber, besonders in Linz, wo wir fast einen ganzen halben Tag herumschlenderten, ohne etwas Artiges zu sehen, heftige Gegner. Man verwies uns sowohl in Betreff der schönen Gegenden als der schönen Mädchen von der Straße mehr landeinwärts.“

1828: Ernst August Friedrich Klingemann: „Bei einem Spaziergang durch die Stadt besuchten wir die Promenade, um hier nebenbei die Linzer Schönen ins Auge zu fassen. Bekanntlich aber sind die Linzer Mädchen, die Linzer Hauben und die Linzer Torten sehr berühmte Artikel in Österreich, welche selbst in der Kaiserstadt goutiert und gesucht werden.“

1834: Karl Julius Weber, Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen, Stuttgart: „Der Himmel um Linz ist so mild und die Gegend so himmlisch, dass es notwendig Einfluss haben muss auf die Bildung der Menschen, und daher die Linzerinnen, die mir schön vorgekommen sind.“

1853: Otto von Bismarck in einem Brief an seine in Norderney kurende Frau, „dass wie in Linz und Gmunden alle Mädchen bildhübsch sind“.

1869: Wilhelm Raabe: „Linz, o Linz am Donaustrande/ Linz in Oberösterreich, / Denk ich Deiner, wird das Auge / Feucht und wird das Herze weich …“

Bedeutende Frauen des Landes

Wilbirg(is) von St. Florian (~1230–1289)

Geboren in der Umgebung St. Florians als Tochter eines klösterlichen Eigenmannes, der auf einer Pilgerreise nach Jerusalem verstorben war, verlor sie bald auch ihre Mutter. Nach einer Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie im Alter von 16 Jahren mit ihrer Begleiterin Mathilde unternommen hatte, lebte sie von 1248 an 41 Jahre lang als Klausnerin eingemauert an der Nordseite der Stiftskirche St. Florian. Ein Fenster zum Kirchenchor ermöglichte ihr die Teilnahme am Gottesdienst, ein zweites Fenster nach außen war der einzige Kontakt mit der Welt. Wilbirg ist in der Krypta der Stiftskirche St. Florian beigesetzt.

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Geboren in der Umgebung St. Florians als Tochter eines klösterlichen Eigenmannes, der auf einer Pilgerreise nach Jerusalem verstorben war, verlor sie bald auch ihre Mutter. Nach einer Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie im Alter von 16 Jahren mit ihrer Begleiterin Mathilde unternommen hatte, lebte sie von 1248 an 41 Jahre lang als Klausnerin eingemauert an der Nordseite der Stiftskirche St. Florian. Ein Fenster zum Kirchenchor ermöglichte ihr die Teilnahme am Gottesdienst, ein zweites Fenster nach außen war der einzige Kontakt mit der Welt. Wilbirg ist in der Krypta der Stiftskirche St. Florian beigesetzt.
Ihre Lebensbeschreibung wurde bereits kurz nach ihrem Tod von dem St. Florianer Chorherr Einwik Weizlan auf der Grundlage von bereits zu Lebzeiten Wilbirgs gesammeltem Material verfasst, in der Hoffnung, Wilbirg neben dem hl. Florian bzw. in dessen Nachfolge zur ‚Lokalheiligen’ des Stifts zu machen. Einwik war über viele Jahre geistlicher Berater und Beichtvater Wilbirgs. In der Kunst wird sie dargestellt als Nonne mit Schlange, Lilie und Taube im Lichtstrahl. Manchmal wird sie von Christus vom Kreuze herab umarmt, auch im Winter Rosen pflückend.

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Salome Alt (1563–1633)

Die Kaufmannstochter Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau, war 22 Jahre lang die Lebensgefährtin und Geliebte des Fürsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau, dem sie 15 Kinder gebar.

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Die Kaufmannstochter Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau, war 22 Jahre lang die Lebensgefährtin und Geliebte des Fürsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau, dem sie 15 Kinder gebar.
Wolf Dietrich ließ für Salome Alt das Schloss Altenau errichten, das spätere Schloss Mirabell. Als der Fürsterzbischof 1612 abgesetzt wurde, übersiedelte sie nach Wels in Oberösterreich, wo Salome Alt am 27. Juni 1633 verstarb.

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Marianne von Willemer (1783–1860)

Marianne von Willemer wurde nach eigenen Angaben in Linz als Tochter der Elisabeth Pirngruber geboren und offenbar mit vier Jahren als Marianne Jung legitimiert. Sie übersiedelte im Alter von 14 Jahren nach Frankfurt am Main, wo sie den Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer heiratete. Dort begegnete Johann Wolfgang von Goethe auch Marianne in den Jahren 1814 und 1815 und verewigte sie im Buch Suleika seines Spätwerks West-östlicher Divan.

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Marianne von Willemer wurde nach eigenen Angaben in Linz als Tochter der Elisabeth Pirngruber geboren und offenbar mit vier Jahren als Marianne Jung legitimiert. Sie übersiedelte im Alter von 14 Jahren nach Frankfurt am Main, wo sie den Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer heiratete. Dort begegnete Johann Wolfgang von Goethe auch Marianne in den Jahren 1814 und 1815 und verewigte sie im Buch Suleika seines Spätwerks West-östlicher Divan.
Unter den zahlreichen Musen Goethes war Marianne die einzige Mitautorin eines seiner Werke, denn der Divan enthält auch – wie erst postum bekannt wurde – einige Gedichte aus ihrer Feder.

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Enrica Lodovica Maria Handel-Mazzetti (1871–1955)

Enrica Handel-Mazzetti studierte Sprachen und Literatur. Sie wohnte längere Zeit in Steyr und seit 1911 in Linz. Ab 1888 veröffentlichte sie Novellen in Zeitschriften und wurde 1895 Mitarbeiterin der Wiener Zeitung. Als eine der erfolgreichsten Autorinnen des katholischen historischen Romans setzte sie sich in ihrem Werk mit dem Kampf der Konfessionen, meist vor historischem Hintergrund auseinander. Mit der Erzählung Meinrad Helmpergers denkwürdiges Jahr (1900) und dem Roman Jesse und Maria (1906) hatte sie ihre ersten großen Erfolge.

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Enrica Handel-Mazzetti studierte Sprachen und Literatur. Sie wohnte längere Zeit in Steyr und seit 1911 in Linz. Ab 1888 veröffentlichte sie Novellen in Zeitschriften und wurde 1895 Mitarbeiterin der Wiener Zeitung. Als eine der erfolgreichsten Autorinnen des katholischen historischen Romans setzte sie sich in ihrem Werk mit dem Kampf der Konfessionen, meist vor historischem Hintergrund auseinander. Mit der Erzählung Meinrad Helmpergers denkwürdiges Jahr (1900) und dem Roman Jesse und Maria (1906) hatte sie ihre ersten großen Erfolge.
Es folgten über 80 weitere Novellen und Romane, die z. T. auch übersetzt und bis in die neueste Zeit wieder aufgelegt wurden. 1914 wurde ihr der Ebner-Eschenbach-Preis verliehen. Während der NS-Zeit wurden ihre Bücher kaum verkauft. Seit 1951 wird der nach ihr benannte Handel-Mazzetti-Preis für Literatur verliehen.

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Maria von Peteani (1888–1960)

Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer in Prag geboren. 1890 übersiedelte die Familie nach Linz. 1908 heiratete sie den Opernsänger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in Görz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in Görz nahezu sein ganzes Vermögen verlor.

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Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer in Prag geboren. 1890 übersiedelte die Familie nach Linz. 1908 heiratete sie den Opernsänger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in Görz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in Görz nahezu sein ganzes Vermögen verlor.
Vor dem finanziellen Ruin stehend, eröffneten Maria und Eugen im Jahre 1912 eine Fremdenpension in seiner ererbten Villa in Görz. Eugen starb schon 1913 an einem Gehirnschlag. Körperlich und seelisch krank, kehrte Maria zu ihrer Mutter nach Linz zurück. Seither lebte sie freischaffend in Linz, als Zeichnerin und Feuilleton-Mitarbeiterin am neuen Wiener Tagblatt, beim Getreuen Eckart und bei der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Mit 1. Oktober 1940 wurde ihr mit einem Schreiben der Reichsschrifttumskammer „jede Betätigung als Schriftstellerin untersagt. Im Übertretungsfalle müssten die Strafbestimmungen des Reichskulturkammergesetzes gegen sie in Anwendung gebracht werden.“ Sie verstarb 1960 in Linz.

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Franziska (Fürstin von) Starhemberg (1875–1934)

Franziska (Fürstin von) Starhemberg war 1920 bis 1931 Bundesrätin der Christlichsozialen Partei und von 1914 bis 1934 Präsidentin der katholischen Reichs-Frauenorganisation. Fanny Starhemberg war eine der markantesten Frauengestalten in der katholischen Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit und 1923 bis 1934 Vorsitzende Stellvertreterin der christlichsozialen Partei.

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Franziska (Fürstin von) Starhemberg war 1920 bis 1931 Bundesrätin der Christlichsozialen Partei und von 1914 bis 1934 Präsidentin der katholischen Reichs-Frauenorganisation. Fanny Starhemberg war eine der markantesten Frauengestalten in der katholischen Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit und 1923 bis 1934 Vorsitzende Stellvertreterin der christlichsozialen Partei.
Die geborene Gräfin Larisch-Mönnich heiratete 1898 den Fürsten Ernst Rüdiger von Starhemberg († 1927). Ihrer Ehe entstammten vier Kinder, und zwar Ernst Rüdiger, Ferdinand, Sophie und Georg Adam.

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Marlen Haushofer (1920–1970)

Marlen Haushofer wurde als Tochter eines Revierförsters und einer Kammerzofe im oberösterreichischen Molln-Frauenstein geboren. Von 1934 an besuchte Haushofer das Internat der Ursulinen in Linz, wo sie 1940 die Reifeprüfung ablegte. Haushofer studierte nach einer kurzen Phase des Arbeitsdienstes ab 1940 Germanistik in Wien und später (ab 1943) in Graz. 1941 heiratete sie den Zahnarzt Manfred Haushofer, mit dem sie später nach Steyr zog. Ab 1946 publizierte Haushofer kleinere Erzählungen in Zeitschriften. Ein erster Erfolg gelang ihr jedoch erst 1952 mit der Novelle Das fünfte Jahr, das dem Titel entsprechend ein Jahr im Heranwachsen eines Kindes namens Marili in nüchterner Nähe beschreibt.

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Marlen Haushofer wurde als Tochter eines Revierförsters und einer Kammerzofe im oberösterreichischen Molln-Frauenstein geboren. Von 1934 an besuchte Haushofer das Internat der Ursulinen in Linz, wo sie 1940 die Reifeprüfung ablegte. Haushofer studierte nach einer kurzen Phase des Arbeitsdienstes ab 1940 Germanistik in Wien und später (ab 1943) in Graz. 1941 heiratete sie den Zahnarzt Manfred Haushofer, mit dem sie später nach Steyr zog. Ab 1946 publizierte Haushofer kleinere Erzählungen in Zeitschriften. Ein erster Erfolg gelang ihr jedoch erst 1952 mit der Novelle Das fünfte Jahr, das dem Titel entsprechend ein Jahr im Heranwachsen eines Kindes namens Marili in nüchterner Nähe beschreibt.
Der Roman Die Wand, der 1962 veröffentlicht wurde, ist wahrscheinlich Haushofers wichtigstes Werk. Die hierin beschriebene Welt eines isolierten Lebens im Wald, einer in der Katastrophe entstandenen Idylle wurde aber trotz der früh gelobten Qualitäten ebenso wie alle anderen Werke der Autorin vergessen. Lediglich die Kinderbücher bildeten hiervon eine, für die Rezeption jedoch unbedeutende, Ausnahme.
Erst Frauenbewegung und Frauenliteraturforschung erkannten dann allmählich die Bedeutung des sich immer wieder mit der Rolle der Frau in der Männergesellschaft auseinandersetzenden Werkes und erlaubten so eine erneute Rezeption. Am 21. März 1970 verstarb die an Knochenkrebs erkrankte Dichterin nach einer Operation in Wien.

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Literatur:

Gugitz, Gustav: Die Schöne Linzerin, in: Heimatgaue 2 (1920/21), S. 92-102, S. 154-162.

Krims, Gerhard: Die „unanständige Weibertracht“ um 1750 im Hausruckviertel, in: Der Bundschuh 8 (2005), S. 19-32.

Oberösterreichische Nachrichten, 29. März 2008

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