Forum OÖ Geschichte

Die schöne Oberösterreicherin


Dass die Oberösterreicherinnen schön sind, ist eigentlich eine SelbstverstĂ€ndlichkeit und brĂ€uchte nicht extra hervorgehoben und betont zu werden. Im 18. Jahrhundert allerdings hat sich in den ReisefĂŒhrern und Reiseberichten, die Oberösterreich berĂŒhrten, die Übung durchgesetzt, auf die Schönheit der Oberösterreicherinnen ganz besonders hinzuweisen. Die Schönheit der Linzerin wurde zum Hauptthema vieler Reiseerlebnisse aus Linz.

HÀubchen, Torten, schöne MÀdchen
Was ist der besondere Grund, dass die Reiseschriftsteller seit dem 18. Jahrhundert immer wieder und recht stereotyp die schönen Oberösterreicherinnen und ganz besonders die schönen Linzerinnen hervorgehoben haben? War es bloß Verlegenheit, um doch etwas Schönes ĂŒber Linz schreiben zu können, ĂŒber eine Stadt, die sich sonst auf Provinz reimte? War es der Wohlstand der Region? War es die besondere Kleidung und Tracht? Oder war es der Umstand, dass die Linzerinnen und Oberösterreicherinnen als DienstmĂ€dchen in Wien immer wieder die besondere Aufmerksamkeit der Dienstgeber und auslĂ€ndischen Besucher erregten?

Linz habe drei oder doch zumindest zwei merkwĂŒrdige bekannte GegenstĂ€nde dem Fremden zu bieten: die Linzer HĂ€ubchen, die delikate Torte und die schönen MĂ€dchen. Was man davon vorziehe, sei Geschmackssache. Johann Georg Kohl, der bekannte Reiseschriftsteller und Ethnograph, schrieb 1842 ein ganzes Kapitel mit nicht weniger als 19 Seiten darĂŒber. Das Rezept der Linzer Torte konnte er allerdings nicht liefern, weil es ihm in einem ihm nicht verstĂ€ndlichen Dialekt mitgeteilt worden sei. Die Linzerinnen seien brave Madeln, die in Wien als StubenmĂ€dchen, Kaffeehausdamen, Ladenmamsells, PutznĂ€herinnen etc. arbeiteten.

Schöne Oberösterreicherinnen – Schöne Linzerinnen
FĂŒr die meisten Besucher, die im 18. Jahrhundert Österreich bereisten, war Linz die erste österreichische Stadt, in der sie Halt machten, wenn sie mit dem Donauschiff von Passau Richtung Wien kamen. Oberösterreich war im 18. Jahrhundert zweifellos deutlich wohlhabender als viele der Gegenden, durch die man, von Berlin oder Frankfurt kommend, durchgereist war.

Der sonst extrem österreichkritische Berliner Friedrich Nicolai, der um 1780 Oberösterreich bereiste, sah den Mythos von der schönen Linzerin bestĂ€tigt: Nicolai verstieg sich sogar zu der Behauptung, den Namen Linz mit den schönen Linzerinnen in Verbindung zu bringen, in einer mehr als waghalsigen Etymologie, bei der er den Namen Linz von einem mittelalterlichen Wort fĂŒr einen Schleier aus feinstem, durchsichtigem Leinen (linteum) herzuleiten versuchte, den sich die Linzer Frauen im Sommer umschlĂŒgen.
Als der Braunschweiger Schriftsteller Ernst August Friedrich Klingemann sich etwa 50 Jahre spĂ€ter auf die Spuren Nicolais begab, gab er sich ĂŒber die Wirklichkeit der Linzer Schönheiten eher enttĂ€uscht.

Viele Bewunderer durch die Jahrhunderte
Wer die zum Allgemeinplatz gewordene Redeweise von der schönen Linzerin erfunden hat, ist schwer zu beantworten. Schon ein Hofkaplan namens Bartholinus, der 1515 in Begleitung eines Kardinals die Donau hinabfuhr, schwĂ€rmte in gelehrtem Latein ĂŒber die Linzer Nymphen. Johann Peter Willebrand schrieb 1756 ĂŒber die „vorzĂŒgliche Artigkeit“ der Linzer Weiblichkeit: Er habe das selbst auch hie und da erprobt. Nur einer lobte die Linzer Frauen nicht, der sich eigentlich am meisten dafĂŒr hĂ€tte interessieren mĂŒssen: Casanova. Er fand die Linzer Frauen bei seinem Aufenthalt keines Wörtchens wert.
Selbst der Benediktinermönch Heinrich Joachim JĂ€ck erwĂ€hnte 1822 die schönen Linzerinnen als die von der Natur am meisten begĂŒnstigte Zierde des österreichischen Kaisertums: „Es wird uns unvergesslich bleiben, wie reizend die Blume weiblicher Schönheit sich hier entfaltet hat.“ Und der Klosterneuburger Augustinerchorherr Albin Bukowsky fand 1835 auf seiner Biedermeierreise sogar „nirgends so heitere, blĂŒhende Nonnen wie hier in Linz [
]“

Karl Julius Weber verglich Oberösterreich 1834 mit Homers Achaia kalligynaika, dem Achaia mit den schönen Weibern: „Es fehlt nichts, als der Funke des Prometheus! Ich habe sie nicht bloß im VorĂŒbergehen kennen gelernt, und sie sind mit recht berĂŒhmt, wie in Großbritannien die MĂ€dchen Lancastershires: Lancaster Witches – Linzer Hexen!“

Abgeschrieben haben die meisten spĂ€teren Autoren von Wilhelm Ludwig Wekhrlin, der 1778 unter dem Pseudonym Anselmus Rabiosus eine Reise durch Oberdeutschland publiziert hatte: Wekhrlin hatte die Linzer Stuben- und DienstmĂ€dchen „meist aus der Gegend von Passau und Linz“ allerdings nicht in Linz, sondern in Wien kennen gelernt. Daher seien die schönsten Oberösterreicherinnen auch nicht in Passau oder Linz, sondern in Wien zu finden, beeilte sich J. C. Weber hinzuzufĂŒgen: In knappem Korsett, HĂ€ubchen, niedlichen StrĂŒmpfen, SchĂŒrze [
] „Mein LinzermĂ€dchen Margareth / Das Kochen excellent versteht, / In jeden Dienst hat’s ihr geglĂŒckt, / Weil sie nach Wunsch die Hasen spickt“, geht der Text eines von F. R. BlĂŒmml aufgezeichneten alten Wienerlieds ĂŒber „d’Linzer Köchin“. Und der Refrain eines Ă€hnlichen Lieds an die Weibsbilder in Linz aus dieser galanten Zeit eignet sich kaum fĂŒr eine öffentliche Wiedergabe.

Zu kurze Röcke
Was die Wiener an den Linzern besonders gereizt zu haben scheint, war ihre Kleidung. Johann Richter, der Verfasser der Briefe eines Eipeldauers an seinen Vetter in Kagran, schrieb 1780: „Den Busen schĂŒtzt ein Bollwerk. Aber umso kĂŒrzer sind die Röcke.“ Im Jahre 1743, anlĂ€sslich der Erbhuldigung in Oberösterreich, bekam Österreichs Herrscherin Maria Theresia die kurzen Röcke der oberösterreichischen BĂ€uerinnen zu sehen, „welche letztere aber wegen der kurtzen Röcke nicht sehr decent aussahen, zuvorderst weillen sie bei dem Dantz sehr gedrĂ€ht und in die Höhe geschupfft zu werden pflegen“, wie der Obersthofmeister Johann Joseph KhevenhĂŒller-Metsch in sein Tagebuch notierte.

Der Pfarrer von Kirchberg-Thening wetterte 1754 ĂŒber die „freche“ und viel zu kurze Kleidung seiner Pfarrangehörigen: „Sie haben sich die Knie wegen des Glanzes mit Branntwein angestrichen und die Waden mit Baumwolle gefĂŒllt.“ Die kurzen Röcke, wie sie die BauernmĂ€dchen und Frauen in manchen Teilen Oberösterreich im 18. Jahrhundert trugen, wurden von den geistlichen und weltlichen Obrigkeiten als schamlos und unsittlich angesehen und verboten. Ein Patent Maria Theresias vom 1. Mai 1753 wollte „aus landesmĂŒtterlicher Lieb und Obsorg“ dem sĂŒndhaften Leben des jungen Bauernvolks entgegenwirken: „Die unehrbare und leichtfertige Tracht anbelangend, welche in einem Teile des Landes allzu frech und Ă€rgerlich ist, wollen Wir solche alles Ernsts [
] abgestellet wissen.“ Binnen eines Jahres sollten die Röcke so weit gestreckt werden, dass die Waden völlig bedeckt seien.

Es ging offenbar nicht nur um die gute Sitte, sondern auch um die Religion, weil man dahinter nicht nur sexuelle FreizĂŒgigkeit, sondern auch versteckten Protestantismus vermutete. Die neue Art der langen Kleidung wurde auch als Ausweis aufrichtiger katholischer Gesinnung gesehen. Widerstand gegen die langen Röcke wurde auch als Widerstand gegen die katholische Religion gedeutet. Die Strafen waren drastisch: 30 Gulden oder auch GefĂ€ngnisstrafen.

Protest der Frauen
Die Frauen wehrten sich: Warum werden bei den adeligen Frauen die Ă€rgerliche HalsblĂ¶ĂŸe, in den GotteshĂ€usern die am halben oberen Leib entblĂ¶ĂŸte St. Magdalena oder die auf solche Weise in leiblicher Gestalt dargestellten Seelen im Fegefeuer („wo der kunstreiche Maler-Pinsel die Frauen-Brust so lebhaft als lustreizend darzustellen pflegt“) allerorten toleriert? Warum werden die offenen, mit keinem Deckel versehenen Hosen-Schlitze unserer Bauern-Buben als ungestraft geduldet („da doch dieser Aufzug dem weiblichen Geschlecht weit Ă€rgerlicher als die nicht eingeschnĂŒrte Weiberbrust oder kurze so genannte Schauben [Röcke] den Mannspersonen seelenverderblich“). Zu Recht wurde beklagt, dass man sich nur um die Frauenkleidung Gedanken machte und nur die Frauenkleidung als religiöser Protest oder als sexuelle Herausforderung gedeutet wurde.

Im 19. Jahrhundert war die kurze Frauentracht in Oberösterreich ausgemerzt. Die schöne Linzerin aber blieb. Die grĂ¶ĂŸte Huldigung, eine seitenlange, an SchwĂ€rmerei kaum zu ĂŒberbietende Lobrede auf die Schönheit der Linzerinnen, schrieb der weimarische Hofrat Johann Stefan SchĂŒtze, der 1817 in Linz war. Und kein Geringerer als Goethe hat sich eine schöne Linzerin gewĂ€hlt und sie in den schönsten Versen besungen, Marianne von Willemer, die Tochter des Linzer Instrumentenmachers Jung, am 20. November 1784 in Linz geboren, die „Schöne MĂŒllerin“, nach der GerbermĂŒhle, der Sommerwohnung ihres Gatten, das wahre Abbild der schönen Linzerin.

Zeitleiste

1515: Der Hofkaplan Bartholinus lobt die schönen Linzerinnen: „Omnes demobiles, una formiosor ceteris, nam et habitus adjuvabat.“

1767: Casanova wird aus Wien ausgewiesen. Da man befĂŒrchtet, dass er sich nach Linz begeben werde und den Linzerinnen gefĂ€hrlich werden könnte, schickt der niederösterreichische Statthalter Graf Schrattenbach ein Warnschreiben an den Landshauptmann von Oberösterreich. Casanova ist dann, wie er sich beklagte, bei „bitterer KĂ€lte“ Ende JĂ€nner 1767 durch Linz gefahren und die schönen Linzerinnen scheinen bei ihm nicht auf.

1778: Wilhelm Ludwig Wekhrlin, der unter dem Pseudonym Anselmus Rabiosus eine Reise durch Oberdeutschland publizierte: „Dieser glĂŒckliche Himmel ist’s, unter dem die schönen Linzerinnen wachsen. Zwar scheint es, dass man dieses Kompliment mehr ihrer Kleidertracht gemacht hat als ihrer Person. Die meisten MĂ€dchen sind klein. Aber ihre Bildung ist von griechischem Profil und ihre Kleidertracht ist sehr interessant.“

1780: Kaspar Risbeck berichtet aus eigener Erfahrung ĂŒber die Linzerinnen: „Das hiesige Frauenzimmer ist mit den guten Manieren, der LektĂŒre und den gesellschaftlichen Situationen viel besser bekannt als die Bayerinnen und SchwĂ€binnen, die aber an Fleisch reichlich ansetzen, was ihnen an Geist gebricht.“

1783: Friedrich Nicolai, der um 1780 Oberösterreich bereiste, sah den Mythos bestĂ€tigt: „Ich hatte viel von den schönen Linzerinnen gehört. Ich habe bei meiner zweimaligen Anwesenheit genau darauf acht gegeben, und den Ruf bestĂ€tigt gefunden. Es fĂ€llt einem aufmerksamen Beobachter sehr in die Augen, dass beide Geschlechter hier schön sind, besonders aber das weibliche. Ich habe fast nirgends so wie hier lauter schön gewachsene Frauenzimmer, ohne Ausnahme gesehen. Die meisten haben eine blendend weiße Haut und schmachtende Augen.“

1795: Ein Hamburger: „Die Österreicherin reizt den Liebhaber, die Baierin zieht den Mann an.“

1798: Josef Freiherr v. Hammer-Purgstall: „Wir, mein ReisegefĂ€hrte und ich, fanden aber, besonders in Linz, wo wir fast einen ganzen halben Tag herumschlenderten, ohne etwas Artiges zu sehen, heftige Gegner. Man verwies uns sowohl in Betreff der schönen Gegenden als der schönen MĂ€dchen von der Straße mehr landeinwĂ€rts.“

1828: Ernst August Friedrich Klingemann: „Bei einem Spaziergang durch die Stadt besuchten wir die Promenade, um hier nebenbei die Linzer Schönen ins Auge zu fassen. Bekanntlich aber sind die Linzer MĂ€dchen, die Linzer Hauben und die Linzer Torten sehr berĂŒhmte Artikel in Österreich, welche selbst in der Kaiserstadt goutiert und gesucht werden.“

1834: Karl Julius Weber, Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen, Stuttgart: „Der Himmel um Linz ist so mild und die Gegend so himmlisch, dass es notwendig Einfluss haben muss auf die Bildung der Menschen, und daher die Linzerinnen, die mir schön vorgekommen sind.“

1853: Otto von Bismarck in einem Brief an seine in Norderney kurende Frau, „dass wie in Linz und Gmunden alle MĂ€dchen bildhĂŒbsch sind“.

1869: Wilhelm Raabe: „Linz, o Linz am Donaustrande/ Linz in Oberösterreich, / Denk ich Deiner, wird das Auge / Feucht und wird das Herze weich 
“

Bedeutende Frauen des Landes

Wilbirg(is) von St. Florian (~1230–1289)

Geboren in der Umgebung St. Florians als Tochter eines klösterlichen Eigenmannes, der auf einer Pilgerreise nach Jerusalem verstorben war, verlor sie bald auch ihre Mutter. Nach einer Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie im Alter von 16 Jahren mit ihrer Begleiterin Mathilde unternommen hatte, lebte sie von 1248 an 41 Jahre lang als Klausnerin eingemauert an der Nordseite der Stiftskirche St. Florian. Ein Fenster zum Kirchenchor ermöglichte ihr die Teilnahme am Gottesdienst, ein zweites Fenster nach außen war der einzige Kontakt mit der Welt. Wilbirg ist in der Krypta der Stiftskirche St. Florian beigesetzt.

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Geboren in der Umgebung St. Florians als Tochter eines klösterlichen Eigenmannes, der auf einer Pilgerreise nach Jerusalem verstorben war, verlor sie bald auch ihre Mutter. Nach einer Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie im Alter von 16 Jahren mit ihrer Begleiterin Mathilde unternommen hatte, lebte sie von 1248 an 41 Jahre lang als Klausnerin eingemauert an der Nordseite der Stiftskirche St. Florian. Ein Fenster zum Kirchenchor ermöglichte ihr die Teilnahme am Gottesdienst, ein zweites Fenster nach außen war der einzige Kontakt mit der Welt. Wilbirg ist in der Krypta der Stiftskirche St. Florian beigesetzt.
Ihre Lebensbeschreibung wurde bereits kurz nach ihrem Tod von dem St. Florianer Chorherr Einwik Weizlan auf der Grundlage von bereits zu Lebzeiten Wilbirgs gesammeltem Material verfasst, in der Hoffnung, Wilbirg neben dem hl. Florian bzw. in dessen Nachfolge zur ‚Lokalheiligen’ des Stifts zu machen. Einwik war ĂŒber viele Jahre geistlicher Berater und Beichtvater Wilbirgs. In der Kunst wird sie dargestellt als Nonne mit Schlange, Lilie und Taube im Lichtstrahl. Manchmal wird sie von Christus vom Kreuze herab umarmt, auch im Winter Rosen pflĂŒckend.

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Salome Alt (1563–1633)

Die Kaufmannstochter Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau, war 22 Jahre lang die LebensgefĂ€hrtin und Geliebte des FĂŒrsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau, dem sie 15 Kinder gebar.

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Die Kaufmannstochter Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau, war 22 Jahre lang die LebensgefĂ€hrtin und Geliebte des FĂŒrsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau, dem sie 15 Kinder gebar.
Wolf Dietrich ließ fĂŒr Salome Alt das Schloss Altenau errichten, das spĂ€tere Schloss Mirabell. Als der FĂŒrsterzbischof 1612 abgesetzt wurde, ĂŒbersiedelte sie nach Wels in Oberösterreich, wo Salome Alt am 27. Juni 1633 verstarb.

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Marianne von Willemer (1783–1860)

Marianne von Willemer wurde nach eigenen Angaben in Linz als Tochter der Elisabeth Pirngruber geboren und offenbar mit vier Jahren als Marianne Jung legitimiert. Sie ĂŒbersiedelte im Alter von 14 Jahren nach Frankfurt am Main, wo sie den Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer heiratete. Dort begegnete Johann Wolfgang von Goethe auch Marianne in den Jahren 1814 und 1815 und verewigte sie im Buch Suleika seines SpĂ€twerks West-östlicher Divan.

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Marianne von Willemer wurde nach eigenen Angaben in Linz als Tochter der Elisabeth Pirngruber geboren und offenbar mit vier Jahren als Marianne Jung legitimiert. Sie ĂŒbersiedelte im Alter von 14 Jahren nach Frankfurt am Main, wo sie den Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer heiratete. Dort begegnete Johann Wolfgang von Goethe auch Marianne in den Jahren 1814 und 1815 und verewigte sie im Buch Suleika seines SpĂ€twerks West-östlicher Divan.
Unter den zahlreichen Musen Goethes war Marianne die einzige Mitautorin eines seiner Werke, denn der Divan enthĂ€lt auch – wie erst postum bekannt wurde – einige Gedichte aus ihrer Feder.

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Enrica Lodovica Maria Handel-Mazzetti (1871–1955)

Enrica Handel-Mazzetti studierte Sprachen und Literatur. Sie wohnte lĂ€ngere Zeit in Steyr und seit 1911 in Linz. Ab 1888 veröffentlichte sie Novellen in Zeitschriften und wurde 1895 Mitarbeiterin der Wiener Zeitung. Als eine der erfolgreichsten Autorinnen des katholischen historischen Romans setzte sie sich in ihrem Werk mit dem Kampf der Konfessionen, meist vor historischem Hintergrund auseinander. Mit der ErzĂ€hlung Meinrad Helmpergers denkwĂŒrdiges Jahr (1900) und dem Roman Jesse und Maria (1906) hatte sie ihre ersten großen Erfolge.

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Enrica Handel-Mazzetti studierte Sprachen und Literatur. Sie wohnte lĂ€ngere Zeit in Steyr und seit 1911 in Linz. Ab 1888 veröffentlichte sie Novellen in Zeitschriften und wurde 1895 Mitarbeiterin der Wiener Zeitung. Als eine der erfolgreichsten Autorinnen des katholischen historischen Romans setzte sie sich in ihrem Werk mit dem Kampf der Konfessionen, meist vor historischem Hintergrund auseinander. Mit der ErzĂ€hlung Meinrad Helmpergers denkwĂŒrdiges Jahr (1900) und dem Roman Jesse und Maria (1906) hatte sie ihre ersten großen Erfolge.
Es folgten ĂŒber 80 weitere Novellen und Romane, die z. T. auch ĂŒbersetzt und bis in die neueste Zeit wieder aufgelegt wurden. 1914 wurde ihr der Ebner-Eschenbach-Preis verliehen. WĂ€hrend der NS-Zeit wurden ihre BĂŒcher kaum verkauft. Seit 1951 wird der nach ihr benannte Handel-Mazzetti-Preis fĂŒr Literatur verliehen.

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Maria von Peteani (1888–1960)

Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer in Prag geboren. 1890 ĂŒbersiedelte die Familie nach Linz. 1908 heiratete sie den OpernsĂ€nger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in Görz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in Görz nahezu sein ganzes Vermögen verlor.

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Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer in Prag geboren. 1890 ĂŒbersiedelte die Familie nach Linz. 1908 heiratete sie den OpernsĂ€nger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in Görz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in Görz nahezu sein ganzes Vermögen verlor.
Vor dem finanziellen Ruin stehend, eröffneten Maria und Eugen im Jahre 1912 eine Fremdenpension in seiner ererbten Villa in Görz. Eugen starb schon 1913 an einem Gehirnschlag. Körperlich und seelisch krank, kehrte Maria zu ihrer Mutter nach Linz zurĂŒck. Seither lebte sie freischaffend in Linz, als Zeichnerin und Feuilleton-Mitarbeiterin am neuen Wiener Tagblatt, beim Getreuen Eckart und bei der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Mit 1. Oktober 1940 wurde ihr mit einem Schreiben der Reichsschrifttumskammer „jede BetĂ€tigung als Schriftstellerin untersagt. Im Übertretungsfalle mĂŒssten die Strafbestimmungen des Reichskulturkammergesetzes gegen sie in Anwendung gebracht werden.“ Sie verstarb 1960 in Linz.

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Franziska (FĂŒrstin von) Starhemberg (1875–1934)

Franziska (FĂŒrstin von) Starhemberg war 1920 bis 1931 BundesrĂ€tin der Christlichsozialen Partei und von 1914 bis 1934 PrĂ€sidentin der katholischen Reichs-Frauenorganisation. Fanny Starhemberg war eine der markantesten Frauengestalten in der katholischen Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit und 1923 bis 1934 Vorsitzende Stellvertreterin der christlichsozialen Partei.

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Franziska (FĂŒrstin von) Starhemberg war 1920 bis 1931 BundesrĂ€tin der Christlichsozialen Partei und von 1914 bis 1934 PrĂ€sidentin der katholischen Reichs-Frauenorganisation. Fanny Starhemberg war eine der markantesten Frauengestalten in der katholischen Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit und 1923 bis 1934 Vorsitzende Stellvertreterin der christlichsozialen Partei.
Die geborene GrĂ€fin Larisch-Mönnich heiratete 1898 den FĂŒrsten Ernst RĂŒdiger von Starhemberg († 1927). Ihrer Ehe entstammten vier Kinder, und zwar Ernst RĂŒdiger, Ferdinand, Sophie und Georg Adam.

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Marlen Haushofer (1920–1970)

Marlen Haushofer wurde als Tochter eines Revierförsters und einer Kammerzofe im oberösterreichischen Molln-Frauenstein geboren. Von 1934 an besuchte Haushofer das Internat der Ursulinen in Linz, wo sie 1940 die ReifeprĂŒfung ablegte. Haushofer studierte nach einer kurzen Phase des Arbeitsdienstes ab 1940 Germanistik in Wien und spĂ€ter (ab 1943) in Graz. 1941 heiratete sie den Zahnarzt Manfred Haushofer, mit dem sie spĂ€ter nach Steyr zog. Ab 1946 publizierte Haushofer kleinere ErzĂ€hlungen in Zeitschriften. Ein erster Erfolg gelang ihr jedoch erst 1952 mit der Novelle Das fĂŒnfte Jahr, das dem Titel entsprechend ein Jahr im Heranwachsen eines Kindes namens Marili in nĂŒchterner NĂ€he beschreibt.

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Marlen Haushofer wurde als Tochter eines Revierförsters und einer Kammerzofe im oberösterreichischen Molln-Frauenstein geboren. Von 1934 an besuchte Haushofer das Internat der Ursulinen in Linz, wo sie 1940 die ReifeprĂŒfung ablegte. Haushofer studierte nach einer kurzen Phase des Arbeitsdienstes ab 1940 Germanistik in Wien und spĂ€ter (ab 1943) in Graz. 1941 heiratete sie den Zahnarzt Manfred Haushofer, mit dem sie spĂ€ter nach Steyr zog. Ab 1946 publizierte Haushofer kleinere ErzĂ€hlungen in Zeitschriften. Ein erster Erfolg gelang ihr jedoch erst 1952 mit der Novelle Das fĂŒnfte Jahr, das dem Titel entsprechend ein Jahr im Heranwachsen eines Kindes namens Marili in nĂŒchterner NĂ€he beschreibt.
Der Roman Die Wand, der 1962 veröffentlicht wurde, ist wahrscheinlich Haushofers wichtigstes Werk. Die hierin beschriebene Welt eines isolierten Lebens im Wald, einer in der Katastrophe entstandenen Idylle wurde aber trotz der frĂŒh gelobten QualitĂ€ten ebenso wie alle anderen Werke der Autorin vergessen. Lediglich die KinderbĂŒcher bildeten hiervon eine, fĂŒr die Rezeption jedoch unbedeutende, Ausnahme.
Erst Frauenbewegung und Frauenliteraturforschung erkannten dann allmÀhlich die Bedeutung des sich immer wieder mit der Rolle der Frau in der MÀnnergesellschaft auseinandersetzenden Werkes und erlaubten so eine erneute Rezeption. Am 21. MÀrz 1970 verstarb die an Knochenkrebs erkrankte Dichterin nach einer Operation in Wien.

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Literatur:

Gugitz, Gustav: Die Schöne Linzerin, in: Heimatgaue 2 (1920/21), S. 92-102, S. 154-162.

Krims, Gerhard: Die „unanstĂ€ndige Weibertracht“ um 1750 im Hausruckviertel, in: Der Bundschuh 8 (2005), S. 19-32.

Oberösterreichische Nachrichten, 29. MÀrz 2008

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