Der Landespatron Oberösterreichs und andere Landesheilige


Einen eigenen Landesheiligen hat Oberösterreich erst seit 2004: Der heilige Leopold als österreichischer und eigentlich niederösterreichischer Landesheiliger war in Oberösterreich nie wirklich populär. So war es ein logischer Schritt, den heiligen Florian zum Landespatron zu machen, der nicht nur der älteste Heilige und Märtyrer Österreichs ist, sondern von der Feuerwehr bis zu den Bierbrauern auch eine hohe Bekanntheit und Akzeptanz besitzt.

Beliebte Schutzheilige
Der Weg zu einem eigenen Landespatron für Oberösterreich dauerte lange. Dabei war es keineswegs so, dass es dem Land an genug Heiligen gefehlt hätte. Die Liste ist länger als in den anderen österreichischen Bundesländern und führt von Florian, Maximilian und Severin über die Bischöfe und Äbte Wolfgang, Adalbero und Berthold bis zu den Opfern des Nationalsozialismus, insbesondere dem erst jüngst kanonisierten Franz Jägerstätter. Rudolf Zinnhobler, der renommierteste Kirchenhistoriker des Landes, hat dieser Liste mit gutem Grund weitere Namen hinzugefügt, die es aber nicht zu einer offiziellen Anerkennung durch den Vatikan geschafft haben, darunter durchaus auch Personen, die mit der Kirche in erhebliche Konflikte geraten waren, etwa Leonhard Käser, der 1527 in Schärding als Ketzer verbrannt worden war und den Zinnhobler einen wahren Heiligen nennt, oder Georg Friedrich Koller (1586-1653), einen Vertreter der Toleranz in der Intoleranz der Gegenreformation.

Die „offiziellen“ Heiligen spiegeln die Identität eines Landes. Das heißt noch lange nicht, dass sie sich in allem durch besondere „Heiligkeit“ hervortun mussten. Landespatrone wurden nominiert, um dem Land und seinem Repräsentanten, dem Landesherrn, eine entsprechend noble Herkunft und Fürsprache zu verschaffen. Offizielle Landespatrone wurden zwar erst 1771 durch Papst Clemens XIV. eingeführt. Doch schon lange vorher feierten die Länder und Dynastien ihre Schutzheiligen. Maßgeblich waren dabei einerseits die Bedürfnisse der Landesfürsten nach entsprechend noblen Hausheiligen, andererseits die Traditionen des Bistums, drittens die breite Verehrung im Land und viertens ein deutlicher Regionalbezug.

Heilige in jedem Land
Jedes Land Europas und jede seiner Dynastien suchte sich einen heiligen Spitzenahn: ob Wenzel in Böhmen, Stephan in Ungarn, Alfons in Kastilien, Edward in England, Kasimir in Polen und Litauen, die drei nordischen Landespatrone und heiligen Könige Olaf, Knut und Eric in Norwegen, Schweden und Dänemark oder Karl der Große im Reich, dessen Heiligsprechung von Kaiser Friedrich Barbarossa am 29. Dezember 1165 durchgesetzt worden war. Auch Leopold der Heilige gehört in diese Reihe. Der Landespatron des babenbergischen Österreich war ursprünglich der heilige Koloman gewesen: 1014 war der Leichnam dieses wenige Jahre vorher bei Stockerau als vermeintlicher Spion erschlagenen und seither als Märtyrer verehrten Pilgers in das Kloster Melk gebracht worden, das als Sitz und Begräbnisort der frühen Babenberger fungierte. Die Habsburger, die sich nach dem Tod des Böhmenkönigs Ottokar die Herrschaft über Österreich in der Nachfolge der Babenberger sichern konnten, konnten mit dem hl. Koloman als Landespatron nicht viel anfangen. Sie wollten mit einem heiligen Babenberger ihre Landesherrschaft in Österreich legitimieren, indem gleich nach der Belehnung mit Österreich der um 1290 geborene dritte Sohn König Albrechts I. auf Leopold getauft und Leopold zu einem habsburgischen Traditionsnamen wurde. Schon Rudolf der Stifter betrieb die Heiligsprechung des Markgrafen Leopold III. Kaiser Friedrich III. konnte sie 1485 endlich durchsetzen. Ob Leopold III. tatsächlich das erfüllte, was man sich unter einem heiligmäßigen Mann vorstellt, sei dahingestellt. Die Heiligkeit kann man zweifellos mit sehr viel mehr Recht seiner ebenfalls heilig gesprochen Gattin Agnes zusprechen, die in ihrer ersten Ehe mit Herzog Friedrich von Schwaben elf Kinder geboren hatte und ihrem zweiten Ehemann noch weitere 18 schenkte. Aber Leopold III. erfüllte das Bedürfnis, das alle europäischen Herrscherhäuser und entstehenden Länder hatten: die Legitimierung ihrer Herrschaftsrechte und territorialen Ansprüche durch eine heilige Wurzel.

Der heilige Leopold
1663 wurde Leopold offizieller Landespatron der beiden Länder Österreich ob und unter der Enns. Die Leopold-Verehrung konnte sich aber in Oberösterreich nie wirklich durchsetzen. Im 17. Jahrhundert war den Habsburgern der heilige Leopold zudem ohnehin bereits etwas zu minder geworden. Ein Kaiser oder König war er ja nicht, sondern nur mit einer Tochter und Schwester von Kaisern verheiratet, die gleichzeitig die Ahnenreihe der Staufer mittrug. Leopold suchte nach einem noch nobleren Heiligen und fand ihn im heiligen Josef, dem „Nährvater“ Christi, der zum Lieblingsheiligen Kaiser Leopolds wurde. Er machte Josef zum Schutzpatron der Habsburger und der Habsburgermonarchie. 1654 wurde der Josephitag in allen österreichischen Erblanden zum gebotenen Feiertag ausgerufen und Joseph zum Landespatron in Inner- und Vorderösterreich bestimmt. Der bis dahin wenig verehrte Heilige und wenig gebräuchliche Vorname wurde rasch populär und die Sepperln und Pepperln im Lande häufig. Kaiser Leopold selbst ließ seinen ältesten Sohn auf diesen Namen Taufen. Joseph wurde ein Traditionsname der Habsburger, von Kaiser Joseph I. bis Kaiser Franz Joseph.

Klostergründer Otto von Machland
Das Land ob der Enns hatte weder mit dem heiligen Koloman noch mit dem heiligen Leopold viele Berührungspunkte. Es deutet manches darauf hin, dass man sich zu der Zeit, als die Eigenständigkeit des Landes ob der Enns immer konkreter wurde, auch auf die Suche nach einem eigenen Landesheiligen machte. Man glaubte ihn in Otto von Machland finden zu können. Otto und Jutta von Machland hatten 1141 das Kloster Baumgartenberg gestiftet, 1147 auch das Kloster Säbnich/Sarmingstein, das später nach Waldhausen verlegt wurde. Es ist recht wahrscheinlich, dass die vielen Darstellungen, die aus der Zeit um 1500 von Otto von Machland erhalten sind (ein Tympanon in Baumgartenberg, das später in einen Bauernhof gelangte, das Stiftergrab in der Kirche von Baumgartenberg, das Tympanonrelief vom Westportal der Stiftskirche von Baumgartenberg und schließlich eine heute im oberösterreichischen Landesmuseum befindliche Marmorstatuette aus Waldhausen), auf Versuche hindeuten, diesen Klostergründer und Ahnherrn des oberösterreichischen Landeswappens, dessen Gattin Jeuta oder Jutta von Peilstein eine Nichte Leopolds des Heiligen war, parallel zum niederösterreichischen Landesheiligen Leopold als oberösterreichischen Landesheiligen zu etablieren. Es setzte sich aber der doch deutlich höherrangige Leopold durch.

Der heilige Maximilian
Als 1783 das Bistum Linz vom Passau abgetrennt wurde, suchte man nach einem Diözesanpatron und fand ihn rasch im hl. Maximilian, von dem die Legende berichtete, dass er 280 n. Chr. als Erzbischof von Lauriacum als Märtyrer hingerichtet worden sei. Maximilian wäre so der weitaus älteste bekannte Heilige aus dem Gebiet des heutigen Österreich gewesen und hätte Linz mit Lorch zum Bistum mit der ältesten Tradition weitum gemacht.
Zu diesem Zweck war ja die ganze Maximilianslegende im 13. Jahrhundert erfunden worden, um Passau in der Nachfolge eines uralten Erzbistums Lorch gegenüber Salzburg endlich den Vorrang zu verschaffen.

Der heilige Severin
Weil der Bischof Maximilian historisch so dubios war und wohl nie existiert hatte, erwirkte Bischof Gföllner, dass 1935 der hl. Severin zum Diözesanpatron gemacht wurde. Severin war zwar eine historisch gut abgesicherte Person, deren Verehrung eine lange Tradition hatte, allerdings mehr in Süditalien - woher er wohl auch gestammt hatte und wo er begraben ist - als in Österreich, und schon gar nicht in Oberösterreich. Hier stand mit dem heiligen Florian eine weitere Persönlichkeit zur Verfügung, die für einen Landespatron beste Voraussetzungen bot: eine populäre Persönlichkeit, die von vielen Berufsgruppen verehrt wurde, eine Person, die im Kloster St. Florian eine sehr lebendige Tradition und regionale Verankerung hatte und die als hoher römischer Beamter nicht nur der erste namentlich bekannte Märtyrer im heutigen Österreich war, sondern auch eine entsprechende Vorbildwirkung für Standhaftigkeit und Treue abgeben konnte.

Der heilige Florian
Als die Geschichtsforschung mit historisch-kritischen Methoden nachweisen konnte, dass im Unterschied zur Maximiliansgeschichte in der Märtyrergeschichte des hl. Florian ein sehr konkreter historischer Kern steckt, stand einer Ernennung zum Landespatron nichts mehr im Wege. 1971 wurde Florian offizieller Patron des Bistums Linz. Am 4. Mai 2004 trat ein Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 17. März in Kraft, mit dem der Heilige Florian neben dem schon bisher „regierenden“ Landespatron Leopold zum oberösterreichischen Landespatron ernannt wurde: Florian sei wie kein anderer Heiliger dem Land Oberösterreich eng verbunden, sei der einzige namentlich bekannte Märtyrer Österreichs aus frühchristlicher Zeit und bereits Hauptpatron der Diözese Linz, lautete die Begründung. Die feierliche Promulgation durch Landeshauptmann Josef Pühringer fand im Rahmen eines Festaktes in der Stiftsbasilika von St. Florian bei Linz statt.


Die oberösterreichischen Heiligen:

Hl. Florian

Der heilige Florian, der am 4. Mai des Jahres 304 mit einem Mühlstein um den Hals von der Brücke bei Laureacum/Enns in die Enns gestürzt wurde, war pensionierter Staatsbeamter. Als er während der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian von der Einkerkerung und Folter von 40 christlichen Glaubensgenossen in Laureacum hörte, versuchte er dank seiner ehemaligen Stellung ihre Befreiung zu erwirken und wurde zum Tode verurteilt.

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Der heilige Florian, der am 4. Mai des Jahres 304 mit einem Mühlstein um den Hals von der Brücke bei Laureacum/Enns in die Enns gestürzt wurde, war pensionierter Staatsbeamter. Als er während der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian von der Einkerkerung und Folter von 40 christlichen Glaubensgenossen in Laureacum hörte, versuchte er dank seiner ehemaligen Stellung ihre Befreiung zu erwirken und wurde zum Tode verurteilt.
Dann beginnen die legendenhaften Züge: Sein Leichnam sei an Land gespült und von einer Witwe namens Valeria auf ihrem Landgut bestattet worden. Auf dem Grab des Heiligen sei im 8. Jahrhundert das berühmte Chorherrenstift Sankt Florian entstanden. Während das Grab Florians dort nie gefunden wurde, wurde in Lorch ein Steinsarg gefunden, der ursprünglich wohl das Fundament des ältesten Hochaltars der Lorcher Basilika darstellte, und der Knochen von mindestens 31 männlichen Individuen enthielt, die mit guten Gründen den vierzig Gefährten zugeordnet werden können.

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Hl. Maximilian

Die Legende vom heiligen Maximilian von Celeja (Cilli) berichtet, dass dieser 284 als Erzbischof von Lorch enthauptet worden sei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es den heiligen Maximilian als Märtyrer und Bischof oder gar Erzbischof von Lorch nie gegeben hat. Die Legende entstand im 13. Jahrhundert, um dem Bistum Passau eine möglichst ehrwürdige und weit zurückreichende Tradition zu verschaffen.

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Die Legende vom heiligen Maximilian von Celeja (Cilli) berichtet, dass dieser 284 als Erzbischof von Lorch enthauptet worden sei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es den heiligen Maximilian als Märtyrer und Bischof oder gar Erzbischof von Lorch nie gegeben hat. Die Legende entstand im 13. Jahrhundert, um dem Bistum Passau eine möglichst ehrwürdige und weit zurückreichende Tradition zu verschaffen.
Populär war der Maximilianskult geworden, als Kaiser Friedrich III. im Jahre 1458 in fast aussichtsloser Lage im Cillier Krieg gelobt hatte, seinen ersten Sohn auf den Namen Maximilian zu taufen zu lassen. Seither war der Name Maximilian einer der Traditionsnamen des Hauses Habsburg. Vermischt wurde die Verehrung des Maximilian von Celeja mit der Verehrung eines in der Zeit der Völkerwanderung in Bischofshofen wirkenden Maximilian, dessen Reliquien über Altötting nach Passau gelangt waren.

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Hl. Severin

Der heilige Severin, um etwa 400 in Italien geboren, gestorben am 8. Januar 482 in Favianis (Mautern), muss von höchster Abkunft gewesen sein und dürfte der Familie des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus angehört haben. Im vorderen Orient lernte er das mönchische Leben kennen. Nicht nur wegen seines heiligmäßigen Lebens, sondern wohl auch wegen seiner vornehmen Abkunft hatte er es in Noricum, wo er nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila die Provinz durch die Wirren der Völkerwanderung zu steuern suchte, zu großem Ansehen brachte.

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Der heilige Severin, um etwa 400 in Italien geboren, gestorben am 8. Januar 482 in Favianis (Mautern), muss von höchster Abkunft gewesen sein und dürfte der Familie des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus angehört haben. Im vorderen Orient lernte er das mönchische Leben kennen. Nicht nur wegen seines heiligmäßigen Lebens, sondern wohl auch wegen seiner vornehmen Abkunft hatte er es in Noricum, wo er nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila die Provinz durch die Wirren der Völkerwanderung zu steuern suchte, zu großem Ansehen brachte.
Sechs Jahre nach Severins Tod wurde Noricum von den Römern geräumt. Seine Gebeine wurden nach Süditalien mitgenommen und am Alterssitz des Romulus Augustulus in Lucullanum bei Neapel beigesetzt. Seit 1807 ruhen seine Gebeine in der Pfarrkirche von Frattamaggiore bei Aversa (Italien).

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Hl. Wolfgang

Wolfgang, um 924 in Pfullingen (Baden-Württemberg) geboren, war 972 Bischof von Regensburg geworden. In den Kämpfen zwischen Herzog Heinrich dem Zänker und Kaiser Otto II. zog er sich in das Kloster Mondsee und in seine Gründung St. Wolfgang zurück. 994 starb er auf einer Donaureise in der Otmarkapelle zu Pupping.

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Wolfgang, um 924 in Pfullingen (Baden-Württemberg) geboren, war 972 Bischof von Regensburg geworden. In den Kämpfen zwischen Herzog Heinrich dem Zänker und Kaiser Otto II. zog er sich in das Kloster Mondsee und in seine Gründung St. Wolfgang zurück. 994 starb er auf einer Donaureise in der Otmarkapelle zu Pupping.

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Hl. Altmann

Geboren um 1015 in Westfalen, gestorben am 8. August 1091 in Zeiselmauer bei Tulln. Als Hofkaplan Kaiser Heinrichs III. war er durch Unterstützung von dessen Witwe Agnes 1065 Bischof von Passau geworden und leitete dort eine grundlegende Reform ein.

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Geboren um 1015 in Westfalen, gestorben am 8. August 1091 in Zeiselmauer bei Tulln. Als Hofkaplan Kaiser Heinrichs III. war er durch Unterstützung von dessen Witwe Agnes 1065 Bischof von Passau geworden und leitete dort eine grundlegende Reform ein.
Im Investiturstreit stand Altmann auf Seiten des Papstes gegen Kaiser Heinrich IV. und konnte unter dem Schutz des Markgrafen Leopold II. von Österreich nur mehr im östlichen Teil seiner Diözese weiter wirken.

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Hl. Adalbero

Adalbero, geboren um 1010 in Lambach, war der letzte der Grafen von Lambach-Wels und war 1045 Bischof von Würzburg geworden.

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Adalbero, geboren um 1010 in Lambach, war der letzte der Grafen von Lambach-Wels und war 1045 Bischof von Würzburg geworden.
Im Investiturstreit stand er auf Seiten Roms, obschon er zuvor König Heinrich IV. treu ergeben war. 1088 legte er nach vielen Auseinandersetzungen sein Bischofsamt nieder und zog sich auf die ehemalige Familienburg Lambach zurück, die er 1056 in ein Benediktinerkloster umgewidmet hatte. Dort starb er am 6. Oktober 1090.

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Seliger Berthold

Berthold von Garsten stammte vermutlich aus dem Geschlecht der Domvögte von Regensburg und Grafen von Bogen und war zuerst Benediktinermönch in St. Blasien im Schwarzwald sowie ab 1107 Prior im Stift Göttweig. 1111 wurde er erster Abt des 1080 von Markgraf Ottokar von Steyr gegründeten Klosters Garsten.

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Berthold von Garsten stammte vermutlich aus dem Geschlecht der Domvögte von Regensburg und Grafen von Bogen und war zuerst Benediktinermönch in St. Blasien im Schwarzwald sowie ab 1107 Prior im Stift Göttweig. 1111 wurde er erster Abt des 1080 von Markgraf Ottokar von Steyr gegründeten Klosters Garsten.
Mit einer klugen Reform führte er das Kloster zum Erfolg. Er starb 1142 hoch angesehen in Garsten.

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Hl. Leopold

Leopold III. der Heilige (1083-1136) war ab 1095 Markgraf von Österreich. Für seine Parteinahme für Heinrich V. erhielt er dessen Schwester Agnes zur Frau, die vorher mit Friedrich von Schwaben verheiratet gewesen war. Leopold konnte nicht nur das babenbergische Österreich zu großer Blüte führen, sondern genoss auch als Reichsfürst höchstes Ansehen.

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Leopold III. der Heilige (1083-1136) war ab 1095 Markgraf von Österreich. Für seine Parteinahme für Heinrich V. erhielt er dessen Schwester Agnes zur Frau, die vorher mit Friedrich von Schwaben verheiratet gewesen war. Leopold konnte nicht nur das babenbergische Österreich zu großer Blüte führen, sondern genoss auch als Reichsfürst höchstes Ansehen.
Auf eine Kandidatur zum deutschen König verzichtete er 1125. Im Jahre 1136 verstarb er nach einem Jagdunfall. 1485 wurde er heilig gesprochen.

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Selige Wilbirg

Die um das Jahr 1230 in St. Florian geborene Wilbirg unternahm als Sechzehnjährige zusammen mit ihrer Freundin Mathilde eine entbehrungsreiche Fußwallfahrt nach Santiago de Compostela in Spanien. Nach der Rückkehr entschloss sich Wilbirg für ein Leben als Klausnerin.

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Die um das Jahr 1230 in St. Florian geborene Wilbirg unternahm als Sechzehnjährige zusammen mit ihrer Freundin Mathilde eine entbehrungsreiche Fußwallfahrt nach Santiago de Compostela in Spanien. Nach der Rückkehr entschloss sich Wilbirg für ein Leben als Klausnerin.
Sie ließ sich 1248 in ihrer Klause neben der Klosterkirche einmauern. 1289 - nach 41 Jahren in der Klause, die sie dabei nur einmal kriegsbedingt während der Kämpfe zwischen Ottokar von Böhmen und Rudolf von Habsburg verlassen hatte - starb sie im großen Ruf der Heiligkeit.

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Franz Joseph Rudigier

Der Vorarlberger Franz Joseph Rudigier (1811-1884) war nach Seelsorgeposten in Vorarlberg, Tirol und Wien 1845 Spiritualdirektor des Wiener Frintaneums und Hofkaplan geworden. Er war Lehrer Franz Josephs und seines Bruders Maximilian. 1852 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Bischof von Linz.

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Der Vorarlberger Franz Joseph Rudigier (1811-1884) war nach Seelsorgeposten in Vorarlberg, Tirol und Wien 1845 Spiritualdirektor des Wiener Frintaneums und Hofkaplan geworden. Er war Lehrer Franz Josephs und seines Bruders Maximilian. 1852 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Bischof von Linz.
Rudigier förderte die Lehrerausbildung und die Niederlassung zahlreicher Ordensgemeinschaften. 1855 initiierte er den Bau des Neuer Doms. Die Grundsteinlegung erfolgte 1862, die Fertigstellung dauerte bis 1924. Als Mitglied des oberösterreichischen Landtages war er ein erbitterter Gegner des Liberalismus, wurde 1869 sogar verhaftet und zu zwei Wochen Kerker verurteilt, vom Kaiser aber sofort begnadigt. Er begründete den Katholischen Volksverein und den Katholischen Pressverein, der die Herausgabe des Linzer Volksblattes übernahm. Kaiser Franz Joseph sagte nach seinem Tode über ihn: „Er war ein guter Bischof, aber kein kommoder.“ Bereits 1895 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet.

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Seliger Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter (1907–1943) bewirtschaftete nach einer wechselvollen Jugend und Arbeit am steirischen Erzberg einen Bauernhof in St. Radegund und war dort ab 1941 auch Mesner. Den Nationalsozialisten, die 1938 die Macht übernahmen, verweigerte Jägerstätter von Anfang an jede Unterstützung. 1940 wurde Jägerstätter zum Militärdienst einberufen, aber zweimal unabkömmlich gestellt. Nach der erneuten Einberufung am 1. März 1943 erklärte er sofort, dass er auf Grund seiner religiösen Einstellung den Wehrdienst mit der Waffe ablehne.

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Franz Jägerstätter (1907–1943) bewirtschaftete nach einer wechselvollen Jugend und Arbeit am steirischen Erzberg einen Bauernhof in St. Radegund und war dort ab 1941 auch Mesner. Den Nationalsozialisten, die 1938 die Macht übernahmen, verweigerte Jägerstätter von Anfang an jede Unterstützung. 1940 wurde Jägerstätter zum Militärdienst einberufen, aber zweimal unabkömmlich gestellt. Nach der erneuten Einberufung am 1. März 1943 erklärte er sofort, dass er auf Grund seiner religiösen Einstellung den Wehrdienst mit der Waffe ablehne.
Am 6. Juli 1943 wurde er wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg/Havel enthauptet. Die Seligsprechung erfolgte am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom.

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Die Landespatrone Österreichs

Ober- und Niederösterreich: 1663 war der hl. Leopold zum Schutzpatron Österreichs erhoben worden. Er hatte in dieser Funktion den hl. Koloman abgelöst, der zu dieser Zeit aber bereits fast ganz vergessen war. 2004 wurde Florian Landespatron für Oberösterreich.

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Ober- und Niederösterreich: 1663 war der hl. Leopold zum Schutzpatron Österreichs erhoben worden. Er hatte in dieser Funktion den hl. Koloman abgelöst, der zu dieser Zeit aber bereits fast ganz vergessen war. 2004 wurde Florian Landespatron für Oberösterreich.

Wien: Der 1909 heiliggesprochene Clemens Maria Hofbauer wurde 1914 zum Wiener Stadtpatron erhoben. Mit der Trennung Wiens von Niederösterreich wurde er Wiener Landespatron, ohne dass er damit den heiligen Leopold konkurrenzieren oder gar verdrängen hätte können. Mit dem 1918 erfolgten Wechsel von der christlichsozialen zur sozialdemokratischen Stadtverwaltung geriet Hofbauer praktisch in Vergessenheit.

in der Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg wurde 1654 von Kaiser Leopold I. der hl. Joseph zum Landespatron erhoben. In der Steiermark verdrängte der den heiligen Rupert und in Kärnten den heiligen Ägidius, in Tirol den heiligen Georg und den heiligen Kassian. Die 1938 heilig gesprochene Hemma von Gurk wurde de facto Kärntner Landespatronin.

Vorarlberg: Als 1968 die Diözese Feldkirch errichtet wurde, wurde der hl. Gebhard Diözesanpatron und bald neben Joseph auch zweiter Landespatron des Landes Vorarlberg.

Burgenland: 1924 wurde der hl. Martin zum Landespatron des neu entstandenen Bundeslandes.

Salzburg feiert den hl. Rupert als Begründer der Diözese auch als Landespatron.

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Vorbilder und Identifikationsfiguren

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer über Heilige als Vorbilder und Identifikationsfiguren

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Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer über Heilige als Vorbilder und Identifikationsfiguren:
„Ein Land ist ein Gemeinwesen, das geprägt ist durch das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit. Eine Gemeinschaft braucht Vorbilder - Identifikationsfiguren, die den Gemeinsinn fördern und die Identität stärken. Sie braucht Menschen wie den heiligen Florian, deren solidarische Einstellung nicht Lippenbekenntnis, sondern gelebte Überzeugung war. Sie erinnern uns daran, dass jeder Einzelne von uns Mitverantwortung trägt für das Gelingen der Gemeinschaft, in der er lebt, - dass wir alle Verantwortung tragen, - für den Nächsten und für die Gemeinschaft.“

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Literatur:

Dietmar, Assmann: Hl. Florian bitte für uns. Heilige und Selige in Österreich und Südtirol. Innsbruck 1977.

Zinnhobler, Rudolf: Von Florian bis Jägerstätter. Glaubenszeugen in Oberösterreich. Linz 2004.

Oberösterreichische Nachrichten, 3. Mai 2008

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