Forum O√Ė Geschichte

Kohlengaswerke: Versorgung der Städte Linz, Wels, Steyr, Enns


Ein Gaswerk f√ľr Linz (1857)
Nachdem der erfolgreiche Ruf der Gasbeleuchtung aus den gr√∂√üeren St√§dten Europas sich zunehmend verbreitete, entschied man sich auch in der 27.000-Einwohnerstadt Linz gegen Mitte des 19. Jahrhunderts f√ľr eine Verbesserung der kaum ausreichenden √Ėlbeleuchtung auf den Stra√üen. Nach Einholung mehrerer Kostenvoranschl√§ge gab die Stadtverwaltung den Bau eines Kohlengaswerkes in Auftrag. Mit der Errichtung und F√ľhrung des Werkes und der Organisation der Linzer Stadtbeleuchtung wurde die ‚ÄěAllgemeine √∂sterreichisch-ungarische Gasgesellschaft in Triest‚Äú f√ľr die Dauer von 35 Jahren betraut.

Der Bau des Gaswerkes in der Kaplanhofstra√üe schritt z√ľgig voran und die Anlage konnte bereits im M√§rz 1858 in Betrieb gehen. Der gesamte Komplex bestand aus einem zweist√∂ckigen Personalgeb√§ude, dem Retortenhaus, einem Reinigerhaus mit eigenem Kalkbrennofen, technischen Werkst√§tten und zwei Gasbeh√§ltern mit jeweils 750m¬≥ Fassungsverm√∂gen. Die vierteilige Ofenanlage war mit insgesamt 19 gusseisernen, horizontalen Retorten ausgestattet. Mit 81 Mitarbeitern im Jahre 1912 war das Linzer Kohlengaswerk das gr√∂√üte seiner Art in Ober√∂sterreich. Mit steigender Gasproduktion wurde auch der Beleuchtungsrayon ausgeweitet: Waren 1857 335 ganz- als auch halbn√§chtige Gaslaternen installiert, so betrug die Zahl der in Betrieb stehenden Gaslaternen im Jahr 1878 bereits 551. Ab 1862 wurde au√üerdem Urfahr mit 40 Laternen durch das Linzer Gaswerk versorgt. Durch mehrere Umbauten und Erneuerungen am Werk konnte die Gasproduktion und -abgabe im Zeitraum von 1878 (710.540 m¬≥) bis 1913 (2,108.000 m¬≥) verdreifacht werden.

Was die Stra√üenbeleuchtung betraf, war Linz um 1900 recht r√ľckst√§ndig. Es waren die elektrisch hell erleuchteten Stra√üen der Hauptstadt Wien, die auf den jungen Hitler, als er erstmals von Linz nach Wien kam, besonders gro√üen Eindruck machten. In Linz behauptete bis weit in die Zwischenkriegszeit das Gaslicht das Feld. Elektrische Stra√üenleuchten gab es in Linz vor dem Ersten Weltkrieg nur sechs auf dem Hauptplatz und eine auf der Br√ľcke. Wenn das D√§mmerdunkel die Stadt zu umfangen begann, dann erschien eine w√ľrdige Gestalt gemessenen Schrittes in den dunkelnden Stra√üen mit einer langen Stange, an deren Ende ein F√ľnklein gl√ľhte: der ‚ÄěLaternenanz√ľnder‚Äú. Es war wundersch√∂n, wenn er in den Stra√üenlaternen an den H√§userecken die pfauchenden Gasflammen aufzischen oder sp√§ter die neuen Auergasgl√ľhlichter mit hell wei√üem Licht in den Stra√üen aufblecken lie√ü, erz√§hlt Otto Jungmair.

In der Geschichte des Linzer Gaswerkes erregte nach der Jahrhundertwende ein Streit zwischen der Gasgesellschaft und der Stadt Linz √∂ffentliches Aufsehen. Die Stadtverwaltung, die an einer Umstellung auf elektrische Stra√üenbeleuchtung interessiert war, war vertraglich an die Gasgesellschaft gebunden. Nach langen auseinandersetzungen einigte man sich auf eine Verl√§ngerung des Gasvertrages bis 1913 bei gleichzeitiger Einf√ľhrung eines elektrischen Kabelnetzes. Der Stadt Linz wurde im Jahre 1913 nach einem langwierigen, gerichtlichen Prozess des Recht einberaumt, das Vertragsverh√§ltnis aufzul√∂sen, woraufhin die Stadtgemeinde das Gaswerk samt Anlagen und anderen Einrichtungen um 800.000 Kronen erwarb.

Die Übernahme des Werkes durch die Stadt Linz wurde von abermaligen Aus- und Umbauten sowie einem Personalzuwachs auf durchschnittlich 96 Arbeiter begleitet. Das Rohrleitungsnetz betrug 1913 84.451 Meter und die Gesamtjahresausgabe 1.477.120 m³. Das Gaswerk, das nach dem Umbau durch die zusätzliche Erzeugung von Wassergas eine maximale Tagesleistung von 13.000m³ erreichte, konnte dennoch den kriegbedingt ansteigenden Bedarf kaum decken. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Kohlenmangel so virulent, dass zur Vergasung auch minderwertige Ersatzstoffe herangezogen werden mussten.

Nach Kriegsende erfolgte nicht der seit l√§ngerem geplante Neubau, sondern eine neuerliche Umr√ľstung des nunmehr zu den Stadtwerken Linz/Technische Werke geh√∂rigen Gaswerkes, unter anderem von horizontalen auf moderne Schr√§gkammer√∂fen. Das Gasleitungsnetz wurde auf den S√ľden der Stadt ausgedehnt; es wuchs bis 1937 auf 146.491 m an und versorgte im Jahr 1931 mehr als 30.00 Haushalte, an die 4.000 √∂ffentliche Flammen und 1.745 Stra√üenlaternen. War in der Innenstadt die Gasbeleuchtung bereits zu Mitte der 1920er Jahre durch elektrische Beleuchtungsanlagen abgel√∂st worden, so blieben diese in den √§u√üeren Bezirken noch bestehen, ehe auch sie gegen Ende der 1930er Jahre endg√ľltig eingestellt wurden. In privaten Haushalten und Industrie war der Bedarf an Stadtgas aber nach wie vor sehr gro√ü.

Den Beginn des Niederganges des Linzer Gaswerkes markierte die Gr√ľndung der Hermann-G√∂ring-Werke 1938 und deren betriebseigener Kokerei. Ab 1942 bezogen die Stadtwerke Linz/Technischen Werke einen Teil des Gases aus der Kokerei der Hermann-G√∂ring-Werke. Die eigene Produktion des Gaswerkes sank zunehmend, der Bedarf an Stadtgas jedoch stieg mit dem Zuwachs der Bev√∂lkerung, durch den industriellen Ausbau und der Verknappung des Heizmaterials sprunghaft an. Die Gasversorgung, die durch die Kokerei problemlos sichergestellt werden konnte, erlitt durch den Bombenangriff auf die Hermann-G√∂ring-Werke vom 25. Juli 1944 einen schweren Einbruch und musste stark reduziert bzw. kurzzeitig eingestellt werden. Auch nach dem Einmarsch der Amerikaner blieb die Versorgung durch das zum Teil stark besch√§digte Gasrohrnetz d√ľrftig. Ab Mai 1946 konnte das Gas immer noch nur stundenweise zwischen 6 und 8, 10 bis 13 und 18 bis 20 Uhr abgegeben werden. Eine Normalisierung der Gasabgabe konnte erst mit der Wiederinbetriebnahme des ersten Hochofens im Jahr 1947 erreicht werden. 1955 stammten nur mehr 17 % der Gesamtabgabemenge an Stadtgas aus der Eigenerzeugung des Linzer Gaswerks. Da damit die F√ľhrung eines eigenen st√§dtischen Gaswerkes immer unwirtschaftlicher wurde und die Kokerei der Voest die Versorgung auch alleine bewerkstelligen konnte, wurde das Gaswerk nach hundertj√§hrigem Bestehen am 7. Mai 1957 geschlossen.

Bis in die 1960er Jahre erfolgte die Versorgung der Linzer Bevölkerung mit Gas aus die Kokerei der Voest. Doch auch dort stieß man an die Grenzen der Kapazität: Mehr als 40 Mio. m³ Gas pro Jahr konnte man nicht bereitstellen. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und zum Ausgleich der Spitzenzeiten wurde ein neuer Kugelgas-Speicher errichtet. Der Ausbau des Gasleitungsnetzes wurde vorangetrieben und man begann die Errichtung einer Butan-Spaltanlage, deren Betrieb 1967 aufgenommen wurde. Die Spaltgasanlage erzeugte 35 Mio m³ Gas jährlich, wodurch während der Sommermonate der Bedarf aus der eigenen Erzeugung gedeckt werden konnte.

Der Betrieb der neuen Anlage war jedoch nur von kurzer Dauer, da sich die Stadtbetriebe Linz 1970 zu einer Umstellung auf Erdgas entschlossen, welches Versorgungssicherheit, einheitliche Gasqualit√§t und besseren Heizwert gew√§hrleistete und hohe Investitions- und Betriebskosten ersparte. Ein Erdgasliefervertrag mit den √Ėsterreichischen Stickstoffwerken, die bereits an die √ĖMV-Ferngasleitung angeschlossen waren, garantierte die Versorgungssicherheit. Nach einer √úbergangsperiode, in welcher die Gasger√§te umgestellt wurden, erfolgte die Stilllegung der stadteigenen Spaltgasanlage im Jahr 1974. Heute werden in Linz und umliegenden Gemeinden 72.269 Gaskunden durch die LINZ AG Gas/W√§rme mit einer Gesamtjahresabgabe von 163,16 Mio Nm¬≥ Erdgas versorgt.

Literatur: Györgyfalvay und Fiereder

Die Gasversorgung in Steyr
In Steyr wurde 1867 ein Gaswerk gegr√ľndet Im Jahre 1873 wurde es von Ludwig August Riedinger, dem Eigent√ľmer der Gesellschaft f√ľr Gasindustrie in Augsburg √ľbernommen. Damit sollte ‚Äď so die vertragliche Vereinbarung ‚Äď bis 1912 f√ľr die Stadt die st√§dtische Beleuchtung mittels Gaslicht sichergestellt werden. Gleichzeitig wurde der Augsburger Gesellschaft damit eine Monopolposition einger√§umt. 1895 umfassten die Beleuchtungsanlagen der Stadt Steyr ein Rohrleitungsnetz von 1746 Metern, 333 Stra√üenflammen und 6 Gasgl√ľhlichtflammen. Das Werk verf√ľgte √ľber 6 Rost√∂fen mit insgesamt 40 Retorten und drei Gasbeh√§lter mit gemauerten Bassins zu 500, 600 und 1.700 m¬≥ Fassungsverm√∂gen. Die Leistungsf√§higkeit betrug 6.000 m¬≥ Gas pro Tag. Von der Gesamtabgabemenge in H√∂he von 629 720 m¬≥ entfielen 181.219 m¬≥ auf Stra√üenbeleuchtung, 350.642 m¬≥ auf die Beleuchtung und Motorenbetrieb in privaten und √∂ffentlichen Geb√§uden und 97.859 m¬≥ auf Verlust und Eigenverbrauch. F√ľr die bis zu 17 im Gaswerk t√§tigen Arbeiter gab es entsprechende Wohlfahrtseinrichtungen wie Wohnungsgeldzuschuss und Unterst√ľtzung bei Krankheit und Dienstuntauglichkeit sowie Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Da Steyr zu den ersten St√§dten in Europa z√§hlte, in welcher schon in den beginnenden 1880er Jahren mit elektrischem Licht f√ľr √∂ffentliche Beleuchtung experimentiert wurden, kam es zu einem erbitterten Konkurrenzkampf mit der Gasgesellschaft: Der erste Versuch einer elektrischen Stra√üenbeleuchtung in Europa erfolgte unter Josef Werndl in Steyr vom 2. August bis 30. September 1884 im Rahmen der durch ihn ausgerichteten ‚ÄěSteyrer Elektrischen Ausstellung‚Äú. Dabei wurden einzelne Stra√üenz√ľge und Pl√§tze der Stadt durch Bogenlampen in grelles Licht getaucht. Allerdings wurden diese Bem√ľhungen vorerst nicht weitergef√ľhrt. Erst 1892 konstituierte sich in Steyr ein Komitee zur Errichtung eines Elektrizit√§tswerkes, das 1893 zur Gr√ľndung der ‚ÄěElektrizit√§tswerke in Steyr-AG‚Äú schritt und bis August 1893 ein Dampfkraftwerk errichtete. Es kam aber neuerlich zu so schweren Auseinandersetzungen mit den Betreibern des Gaswerkes der Augsburger Gasindustrie-Gesellschaft, dass 1896 ein Vergleich geschlossen wurde, der dem Elektrizit√§tswerk bis zum Jahre 1917 jede weitere Anwerbung neuer Lichtabnehmer verbot.

Die Gasbeleuchtung f√ľr Wels
Am 23.11.1870 schloss die Stadtgemeinde Wels mit Rudolf Biebl & Gustav Trauner einen Vertrag betreffend der Beleuchtung √∂ffentlicher Pl√§tze und Stra√üen mit Gaslicht f√ľr die Dauer von 30 Jahren. Die Errichtung des Gaswerkes erfolgte unter Julius Enderlen in der ehemaligen Linzergasse Nr. 31 (heutiger Gaswerkpark zwischen Stelzhamerstra√üe 24 und der Herrengasse) als Privatunternehmen Trauner & Biebl. Ab Inbetriebnahme im Oktober 1872 diente das im Werk produzierte Stadtgas der Beleuchtung √∂ffentlicher Pl√§tze und Privatlokale. Anf√§ngliche positive Bilanzen f√ľhrten in den Jahren 1888/89 zu einer Erweiterung des Betriebes.

Da die Stadtgemeinde jedoch zunehmend am elektrischen Strom als Energietr√§ger Interesse fand, schloss diese am 29. Juli 1899 mit der √Ėsterreichischen Union-Elektrizit√§tsgesellschaft (Wien) einen Vertrag zur Gr√ľndung der ‚ÄěAktiengesellschaft Elektrizit√§tswerk Wels‚Äú mit einem Aktienkapital von 1.900.000 Kronen. Der Vertrag mit der Gasgesellschaft wurde nicht mehr verl√§ngert, und die Stadt Wels brachte das Gaswerk samt Verrohrung und Zubeh√∂r entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen in ihren Besitz. Hinter dem Kauf stand das Interesse der Stadt Wels am Bau eines Wasserkraft-Elektrizit√§tswerkes an der Traun zur Licht- und Kraftversorgung der Stadt. Bis zur Aufnahme des Betriebs durch das Kraftwerk Traunleiten 1901 versorgte das Gaswerk, welches von der Stadt Wels in eigener Regie noch bis zum 1. Juli 1922 weitergef√ľhrt wurde, die Welser Stra√üen mit Licht.

1929 verpachtete die Stadtgemeinde Wels das Gaswerk an die Gas- und Kraftwerke AG Berlin und errichtete noch im selben Jahr ein neues Gaswerk in der Wiesenstra√üe 43, das nach Bauabschluss am 30. J√§nner 1930 er√∂ffnet wurde. In dem Ausspruch ‚ÄěGas spart Geld, Zeit und Arbeit, es soll in keinem Haushalt fehlen‚Äú in der feierlichen Er√∂ffnungsrede durch Gaswerksdirektor Blase wird die neue Versorgungszielgruppe deutlich: Nicht mehr f√ľr die Beleuchtung, sondern f√ľr Koch- und Heizzwecke in privaten Haushalten und in der Industrie sollte der Energietr√§ger Gas nunmehr eingesetzt werden. Plangem√§√ü erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Gaswerkes am 1. Februar 1930. Die alte Produktionsst√§tte wurde im selben Jahr demoliert.

Die neue Anlage erhielt einen Kammerofen, der t√§glich bis 2000 Kubikmeter Gas erzeugen konnte, eine Menge, die den gr√∂√üten Tagesbedarf des Vorjahres um das doppelte √ľberstieg. Auch die Apparateanlage entsprach den neuesten Anspr√ľchen: Neben dem Bau eines gro√üen Gasometers wurde die Erneuerung und Ausweitung des zum Teil in desolatem Zustande befindlichen Rohrnetzes in Angriff genommen. Durch den Ausbau der Leitungen konnte die fr√ľher vom Gaskonsum abgeschlossene Neustadt nun ebenfalls an das Gasrohrnetz angebunden werden.

1941 √ľbernahm auf Wunsch der Stadt die E-Werk Wels AG das Steinkohlen-Gaswerk auf vorerst 20 Jahre in Pacht. Als im August 1946 die Anlage eines ‚ÄěGaswerkparkes‚Äú gefordert wurde, errichtete die EEW ein unterirdisches Umspannwerk im Gaswerkpark. Der Gasabnehmerkreis reduzierte sich in den 1940er und 1950er Jahren aufgrund der hohen Erzeugungskosten und geringen Kokserl√∂se (u. a. durch die Kokerei der V√ĖEST als Konkurrenten) von 1250 auf 950, was schlie√ülich zur Einstellung der Kohlengaserzeugung f√ľhrte.

Als Alternative bot sich wie auch in Gmunden oder Ischl 1962 ein Umbau des Gaswerkes in eine Fl√ľssiggas-Luft-Mischanlage an. Der Erfolg dieser neuen Anlage zeigte sich in einer Steigerung des Gasverkaufs um ein Vielfaches innerhalb weniger Jahre. 1966 erwarb die E-Werk-Wels AG das bis dato gepachtete Gaswerk.

1971/72 erfolgte als letzter großer Schritt eine Umstellung auf Erdgasversorgung, welche durch einen Liefervertrag mit der Oö. Ferngas-Gesellschaft sichergestellt wurde. Versorgungsgebiet und Leitungsnetz werden laufend erweitert. Mit heutigem Stand sind rund 40% der Welser Haushalte an das Erdgasnetz angeschlossen.

Das Gaswerk Enns
Auch die Ennser Stadtv√§ter hatten sich nach l√§ngeren √úberlegungen und nach kurzer Azetylengas-Testbeleuchtung im Jahre 1904 zur Errichtung eines Kohlengaswerkes entschlossen, da f√ľr die Stadt um die Jahrhundertwende eine "elektrische Beleuchtung als zu kostspielig √ľberhaupt nicht in Betracht komme". Mit der Pr√ľfung der Anbote und ‚Äěf√ľr eine gr√ľndliche L√∂sung der Lichtfrage f√ľr Enns‚Äú wurde ein eigenes ‚ÄěBeleuchtungskomitee‚Äú betraut. Die Entscheidung f√ľr die Umsetzung war auf die Wiener Firma S. Elster gefallen, welche gem√§√ü der vorgelegten Pl√§ne umgehend auf dem vorgesehenen Platz auf Parzelle Nr. 1122/1 mit dem Bau des neuen Gaswerkes begann. Das Werk erzielte eine t√§gliche Gaserzeugung von 600 m¬≥ und sah Kapazit√§ten f√ľr eine doppelt so gro√üe Menge vor. Die Freude √ľber das im November 1905 er√∂ffnete Werk und die Festbeleuchtung am Hauptplatz w√§hrte jedoch nicht lange, da man sich eingestehen musste, dass man ‚Äěauf das falsche Pferd gesetzt‚Äú hatte und das Gaswerk defizit√§r wirtschaftete. Besonders in der Brennstoffnot des Krieges wurde die Fehlentscheidung offenkundig.
‚ÄěDas 1905 als Juwel er√∂ffnete Gaswerk [wurde] √ľber Nacht zum schlimmsten Sorgenkind der Stadtv√§ter. Einerseits fielen j√§hrlich noch 12 000 Kronen Kreditkosten an und andererseits waren wegen Kohlenmangels keine Einnahmen zu erzielen. Als besonders gravierend erwies sich in diesen unsicheren Zeiten der Ausfall der Stra√üenbeleuchtung.‚Äú
(vgl. Katzinger ‚Äď Ebner ‚Äď Ruprechtsberger: Geschichte von Enns)

Die Stadt Enns stellte 1919/20 auf elektrisches Licht um. Das ehemalige Gaswerksgebäude mit unverkennbarer Fassade existiert noch heute und wird als Firmengebäude genutzt.

Redaktionelle Bearbeitung: Elisabeth Kreuzwieser, 2006

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