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Die USIA-GeschÀfte


Mit dem Befehl Nr. 17 vom 27. Juni 1946 wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht die Übernahme der gesamten deutschen Vermögenswerte in der russischen Besatzungszone in das Eigentum der Sowjetunion dekretiert. Insgesamt wurden mehr als 300 Industrie- und Bergbaubetriebe und rund 140 land- und forstwirtschaftliche Besitzungen mit ĂŒber 160.000 Hektar KulturflĂ€che zu einem sowjetisch verwalteten Konzern zusammengefasst, der sogenannten USIA (Uprawlenje Sowjetskim Imuschestwom w Awstrii = Verwaltung des sowjetischen Vermögens in Österreich).

Im Sommer 1950 begann die USIA plötzlich, ja schlagartig mit der Errichtung einer Kette von VerkaufslĂ€den. Diese Handelskette stand außerhalb des österreichischen Gewerberechts. Eine Konzessionserteilung wurde von der Besatzungsmacht weder angestrebt, noch durch die österreichischen Behörden durchgefĂŒhrt. In den USIA-GeschĂ€ften konnte man zwar billig einkaufen, vor allem Zigaretten und Alkohol. Aber auf diese Weise wurden dem österreichischen Staat nicht nur erhebliche Steuern entzogen, sondern wurde auch der heimische Handel empfindlich konkurrenziert und geschĂ€digt.

Die USIA-VerkaufslÀden waren nicht auf bestimmte Warengattungen spezialisiert, sondern boten eine breite Palette an, die von technischen Artikeln wie Schreibmaschinen oder Fotoapparaten bis zu Lebens- und Genussmitteln reichte. Es handelte sich teils um Erzeugnisse österreichischer USIA-Betriebe, teils um Importe aus der UdSSR und aus anderen volksdemokratischen Staaten. Das Angebot richtete sich nach den jeweiligen Liefermöglichkeiten und war starken Schwankungen unterworfen.
Die USIA-LĂ€den unterboten das österreichische Preisniveau teilweise spĂŒrbar, vor allem bei Spirituosen und Tabakwaren, aber auch bei Zucker und SĂŒĂŸwaren, bei Textilien, Treibstoffen und verschiedenen dauerhaften KonsumgĂŒtern.

1954 unterhielt die USIA Pressemeldungen zufolge in den östlichen BundeslĂ€ndern und im MĂŒhlviertel insgesamt 186 DetailhandelsgeschĂ€fte. In Wien gab es 100 USIA-LĂ€den, in Niederösterreich 72, im Burgenland vier und im MĂŒhlviertel zehn, davon allein sechs in Urfahr.


Kurzfassung (2007) aus: Sandgruber/Katzinger/Pisecky/Kerschbaummayr: Der Handel in Oberösterreich. Tradition und Zukunft. Linz 2002.

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