Arme-Sünder-Fett

Behälter für Menschenfett, Arme-Sünder-Fett, Axungia hominis, aus der Weinberger Schlossapotheke, um 1600. Leihgabe: OÖ. Landesmuseum; Foto: Fam. Keller;

Man stellte es aus Fett von Menschen her, die gehängt, gerädert oder gespießt worden waren. Wichtig war dabei, dass sie an der Luft verwesten, dadurch hätte das Fett besondere Heilkräfte. Es sollte bei innerer Anwendung gegen Schwindsucht und Geisteskrankheiten wirken und war im Mittelalter Bestandteil von schmerzstillenden Salben. Schon Paracelsus glaubte an die Heilkraft des Armen-Sünder-Fettes und meinte, wenn mehr Menschen darüber Bescheid wüssten, würde kein Gehängter lange am Galgen hängen.

Quelle: Sonderausstellung "Glaube? Aberglaube? – Gelehrtenmagie" Quelle Zusatz: KULTURAMA Schloss Tollet (2014)
Urheber: OÖ. Landesmuseum, Foto: Ernst Grilnberger