Forum OÖ Geschichte

Maximilian I. Kaiser - Reformer - Mensch.

Zum 500. Todesjahr des letzten Ritters


Kaiser Maximilian I. und seine Frömmigkeit

Maximilian war tiefglĂ€ubig und der Kirche eng verbunden. Staat und Kirche stellten fĂŒr ihn eine Einheit dar, innerhalb derer der Kaiser – nicht der Papst – der von Gott berufene Stellvertreter auf Erden sein sollte.

Er widmete den Kirchen und Klöstern viele Privilegien und Stiftungen. Reliquien und Sakramente bedeuteten ihm Kraftquellen, die er nicht entbehren wollte. Streng hielt er sich an die Gebote der Kirche. Zugleich interessierte er sich aber auch fĂŒr Magie und Sterndeutung.

Die Verehrung des Hl. Georg war ein wichtiger Bestandteil der politischen Visionen des Kaisers. Als Schutzpatron der Kreuzritter wurde der Heilige zur gedanklichen Leitfigur eines geplanten Feldzugs gegen die Osmanen, den Maximilian sich, als BeschĂŒtzer der christlichen Welt, zur obersten Aufgabe gemacht hatte. Dies fĂŒhrte dazu, dass sich der Kaiser tatsĂ€chlich als Heiliger darstellen ließ.

Das eindrucksvollste Beispiel seiner Frömmigkeit war sein gottergebenes Sterben. Mit Symbolen der Buße versehen und mit dem Verzicht auf jegliche Eitelkeiten zeigte sich der Kaiser am letzten Krankenbett als demĂŒtiger SĂŒnder – wobei er auch hier das Bild seines Sterbens inszenierte.
 


Dokumentation zur Sonderausstellung "Kaiser Maximilian I. - Kaiser - Reformer - Mensch. Zum 500. Todesjahr des letzten Ritters" im Museum der Stadt Wels - Burg vom 21. MĂ€rz - 27. Oktober 2019.

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