Forum O├ľ Geschichte

Maximilian I. Kaiser - Reformer - Mensch.

Zum 500. Todesjahr des letzten Ritters


Kaiser Maximilian I. und seine Selbstinszenierung

Maximilian I. war sein Leben lang auf den eigenen Nachruhm, sein Ged├Ąchtnis und die Rechtfertigung seiner Taten bedacht. F├╝r die entsprechende Darstellung bediente er sich hervorragender K├╝nstler und Gelehrter. Auch setzte er als erster Regent gezielt die in jener Zeit relativ junge Technik der Druckgrafik ein. Diese erlaubte eine rasche Vervielf├Ąltigung und Verbreitung von Schrift- und Bildwerken in hohen Auflagen.

Mit den Projekten Theuerdank, Wei├čkunig und Freydal beschrieb der Kaiser sein eigenes Leben in der Tradition der mittelalterlichen Heldensagen. In ihnen glorifizierte er seine Taten und legte seine politischen Visionen dar. Neben den Druckwerken stellte der Monarch auch das Portr├Ąt in den Dienst seiner selbst und seines Amtes: Gem├Ąlde, Skulpturen, Druckgrafiken sowie M├╝nzen und Medaillen spielten eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Bildnisses des Kaisers.
 

Freydal, um 1512-1515

Der Freydal ist Teil des gro├čen literarischen Zyklus Kaiser Maximilians I., mit dem er seinen eigenen Nachruhm sichern wollte.

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Der Freydal ist Teil des gro├čen literarischen Zyklus Kaiser Maximilians I., mit dem er seinen eigenen Nachruhm sichern wollte. Auch in Freydal wird das Leben des Kaisers in Form einer Heldensage verherrlicht. Der Freydal widmet sich der Minnefahrt des jungen Herrschers: Von drei Jungfrauen ausgeschickt, nimmt der Titelheld Freydal an verschiedenen Orten siegreich an Ritterturnieren teil und vergn├╝gt sich bei anschlie├čenden Kost├╝mfesten. Am Ende dieses Abenteuers erh├Ârt die burgundische Prinzessin Maria das Werben des Helden; die anschlie├čende gefahrvolle Hochzeitsfahrt ist der Inhalt des Theuerdank.

Der Sammelband enth├Ąlt 255 Miniaturen. Dargestellt sind 64 Turniere des Freydal. Die Planungen f├╝r dieses Werk begannen um 1502. Die ersten Vorbereitungen f├╝r die drucktechnische Umsetzung, die jedoch nie realisiert wurde, sind f├╝r 1516 dokumentiert.

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Wei├čkunig, 1515-1516

Kaiser Maximilian konzipierte den Text (Band liegt nicht auf) und die Illustrationen dieses an mittelalterliche Heldenb├╝cher erinnernden Werks.

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Kaiser Maximilian konzipierte den Text (Band liegt nicht auf) und die Illustrationen dieses an mittelalterliche Heldenb├╝cher erinnernden Werks. Bild und Text sollten zwar in engem Bezug stehen, die Bedeutung der Illustration ├╝berwiegt jedoch. Die handelnden Personen erhielten verschl├╝sselte Decknamen. Einerseits Farben (etwa ÔÇ×wei├čÔÇť, hier aber auch als ÔÇ×weiseÔÇť zu verstehen) oder heraldische Symbole wie Fisch oder Schwan. Die Erz├Ąhlung des Wei├čkunig (= Maximilian) besteht aus drei Teilen: Der erste Abschnitt erz├Ąhlt die Lebensgeschichte von Maximilians Vater, Kaiser Friedrich III. Darauf folgt der Bericht ├╝ber Geburt, Kindheit, Jugend und Ausbildung Maximilians. Dieser Abschnitt zeigt den sp├Ąteren Kaiser als einen universal gebildeten Menschen von gro├čer Gewandtheit und rascher Auffassungsgabe. Der dritte Teil widmet sich den Fertigkeiten und Taten Maximilians, die seine Regierungszeit auszeichneten, von seiner Heirat bis zu seinen Kriegen.

Das Gesamtwerk blieb durch den Tod des Kaisers unvollendet und wurde erst 1775 publiziert.

Leonhard Beck, Hans Burgkmair d. ├ä., Hans Sch├Ąufelein, Hans Springinklee

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Theuerdank, 1517

Maximilians Theuerdank ist das einzige Buchprojekt dessen Fertigstellung der Kaiser selbst noch erlebt hat.

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Maximilians Theuerdank ist das einzige Buchprojekt dessen Fertigstellung der Kaiser selbst noch erlebt hat. In Form eines h├Âfischen Ritterromans erz├Ąhlt es von Maximilians eigenen Erlebnissen als J├Ąger oder als Abenteurer w├Ąhrend seiner Brautfahrt. In deren Verlauf buhlt der junge Prinz mit seinen Rivalen um die Gunst seiner sp├Ąteren Ehefrau. Der Name des Helden der Geschichte, Theuerdank, verweist auf ÔÇ×edle oder hochgestimmte GedankenÔÇť. Der Name seiner k├Âniglichen Braut Ehrenreich, bedeutet ÔÇ×reich an EhreÔÇť und steht f├╝r Maximilians erste Ehefrau Maria von Burgund. Die in ihren Grundz├╝gen wohl von Maximilian selbst konzipierte Geschichte handelt von der Tapferkeit und von anderen ritterlichen Tugenden eines Helden, der alle Hindernisse ├╝berwindet, seien sie nun naturgegeben oder von Menschen bereitet. Dabei folgte Maximilian dem Beispiel ehrw├╝rdiger Vorbilder, den Heldenb├╝chern der deutschen Literatur des Mittelalters.

300 Exemplare des Theuerdank wurden auf Papier gedruckt, dar├╝ber hinaus eine limitierte Auflage von 40 Ausgaben auf Pergament.

Leonhard Beck, Hans Burgkmair d. ├ä., Hans Sch├Ąufelein

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Im monumentalen Grabdenkmal, das Maximilian f├╝r sich errichten lie├č, vereinen sich die vielf├Ąltigen Ideen seiner Selbstdarstellung mit der Absicht der Verherrlichung der Habsburger und der Festigung ihrer Machtposition.
 


Dokumentation zur Sonderausstellung "Kaiser Maximilian I. - Kaiser - Reformer - Mensch. Zum 500. Todesjahr des letzten Ritters" im Museum der Stadt Wels - Burg vom 21. M├Ąrz - 27. Oktober 2019.

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