Forum OÖ Geschichte

EuroJournal Linz – MĂŒhlviertel – Böhmerwald 4/2014

EuroJournal Linz – MĂŒhlviertel – Böhmerwald, 20. Jg. 2014, Heft 4, 23 Seiten.

Johann Pammer geht in seinem Beitrag der Geschichte des ersten Betriebes der Feigenkaffee-Fabrik, Titze in Rottenegg nach und verfolgt die weitere Firmenentwicklung bis heute. Eine Sonderausstellung im Hirschbacher Bauernmöbelmuseum, die in der Saison 2014 zu sehen war, widmete sich den Sammelfiguren von Titze und Linde, die als Werbebeigabe zum Zichorien- und Feigenkaffee gegeben wurden und bot den Anlass fĂŒr Johann Pammers Recherchen, deren Ergebnis ein wichtiger Beitrag zur Industriegeschichte Oberösterreichs ist und zu einem Produkt, das vielen noch heute ein Begriff ist und das als bekannte „Marke“ im breiten Produktsortiment der Firma NestlĂ© weiterlebt. 

In seinem Betrag stellt Stefan Traxler die Wiederentdeckung eines römischen BadegebĂ€udes vor. Anhand der neuen Möglichkeiten der Geoprospektion gelang es im Bereich der Schlögener Schlinge zu einer bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ergrabenen römischen Zivilsiedlung ein römisches BadegebĂ€ude zu lokalisieren und durch eine archĂ€ologische Grabung unter der Leitung des Oberösterreichischen Landesmuseums freizulegen. Im Zuge der Landessausstellung 2018, die sich der provinzialrömischen ArchĂ€ologie am Donaulimes widmet, soll auch diese Fundstelle einer musealen Nutzung zugefĂŒhrt werden.

Seine Erinnerungen an die Ausbildungszeit bei der Deutschen Reichbahn hat Erich PĂŒhringer zu Papier gebracht. Er reflektiert die Schul- und Lehrzeit in dem System der Nationalsozialisten, die Zeit der Rekrutierung zum MilitĂ€r im letzten Kriegsjahr, die Phase des Bombenkrieges und der AufrĂ€umarbeiten in der Nachkriegszeit. Er war nach dem Krieg in der US-Abrechnungsstelle am Hauptbahnhof in Linz tĂ€tig und hier hauptsĂ€chlich fĂŒr Abrechnungen fĂŒr den Truppenabzug zustĂ€ndig.

Im Rahmen eines Aufrufes zum Projekt „Bringing Together Divided Memory“, werden Zeitzeugen aus der ehemaligen Tschechoslowakei gesucht, die ihre Erfahrungen und Erinnerungen fĂŒr biografische Video-Interviews zur VerfĂŒgung stellen. Dieses Projekt soll dazu beitragen, politisch-ideologische Instrumentalisierungen zu dekonstruieren, in den Jahren 1938 bis 1947 zu humanitĂ€ren Katastrophen gefĂŒhrt haben. Das auf diese Weise gesammelte Material dient als Basis fĂŒr Ausstellungen und Veranstaltungen sowie Medienkampagnen.

Web: www.eurojournal.at

© 2020