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Vortragsreihe "Weltwirtschaftskrisen in Geschichte und Gegenwart" | Krisen im Vergleich | 4.11.2019 | VHS Linz

Dr. Stephan Schulmeister, Wien

Am Beispiel von drei Krisen, der „langen Depression“ der 1870er Jahre, der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und der gegenwĂ€rtigen Krise, werden Ähnlichkeiten und Unterschiede skizziert...

WELTWIRTSCHAFTSKRISEN IN GESCHICHTE UND GEGENWART
Wirtschaftskrisen gelten oft als Ausnahme vom Normalzustand des Wachstums. Doch Krisen gehören zum Kapitalismus wie das Amen im Gebet. Sie sind die Kehrseite seiner enormen Wachstumsdynamik. Sie greifen von der Wirtschaft auf Gesellschaft, Kultur und Politik ĂŒber und erreichen – wie die „Great Depression“ der 1930er Jahre – oft globale Ausmaße. Die Vortragsreihe behandelt Ursachen, VerlĂ€ufe und Folgen vergangener Weltwirtschaftskrisen. Damit liefert sie das historische RĂŒstzeug, um heutige Krisen besser zu begreifen.

Jeweils Montag, ab 14.10.2019, Beginn 19.00
Wissensturm, Veranstaltungssaal E.09
Eintritt frei!


Moderation
Marcus GrĂ€ser ist Institutsvorstand und Professor fĂŒr Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Johannes Kepler UniversitĂ€t Linz. Er hat Mittlere und Neuere Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft an der UniversitĂ€t Frankfurt am Main studiert.
Ernst Langthaler ist Historiker und Institutsvorstand und Professor fĂŒr Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Johannes Kepler UniversitĂ€t sowie ehemaliger Leiter des Instituts fĂŒr Geschichte des lĂ€ndlichen Raumes in St. Pölten.

Veranstalter
VHS Linz in Kooperation mit dem Institut fĂŒr Neuere Geschichte und Zeitgeschichte und dem Institut fĂŒr Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der VHS Linz.


Krisen im Vergleich 4.11.2019
Dr. Stephan Schulmeister, Wien

Am Beispiel von drei Krisen, der „langen Depression“ der 1870er Jahre, der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und der gegenwĂ€rtigen Krise, werden Ähnlichkeiten und Unterschiede skizziert. Ausgelöst werden solche Krisen durch massive Entwertungen von Finanz- und Immobilienvermögen nach jahrelangen Booms. ZusammenbrĂŒche von Banken und sonstigen Unternehmen, verbreitete Arbeitslosigkeit und eine restriktive Wirtschaftspolitik vertiefen die Krisen. Die Hauptunterschiede betreffen die gesellschaftliche Krisenverarbeitung. So förderte die Krise der 1870er Jahre die Ausbreitung der Arbeiterbewegung. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre förderte hingegen den Aufstieg des Nationalsozialismus – nicht zuletzt deshalb, weil die Krisenopfer ĂŒber keine gemeinsame ‚Navigationskarte‘ verfĂŒgten. Dies gilt auch fĂŒr die gegenwĂ€rtige Krise – insbesondere fĂŒr jene Parteien, die traditionell die Interessen der sozial SchwĂ€cheren vertreten hatten.

Weitere Informationen:
https://vhskurs.linz.at//index.php?kathaupt=11&knr=19.13020&kursname=Weltwirtschaftskrisen+in+Geschichte+und+Gegenwart
 

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