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Glaube? Aberglaube? - Volksfrömmigkeit | Kulturgut Hausruck


Der MĂŒnchner Nachtsegen

ist eine Beschwörung aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, mit deren Hilfe böse Geister wie Unholde, Hexen, Bilwisse, Druden, der Alb und die Mahr von dem SchlĂ€fer ferngehalten werden sollten. Christliche Vorstellungen und heidnische Motive mischen sich in dem Spruch und zeigen auf eindrucksvolle Weise, wovor der Mensch Angst hatte. Umherwandernde Geister, Menschen fressende oder Milch stehlende Hexen, Wotans wildes Heer, Nachtgeister, die sich dem SchlĂ€fer auf die Brust hocken oder ĂŒber ihn kriechen, die Klagemutter, die den Tod ankĂŒndigt, Wesen, die mit ihrem bösen Blick Schaden zufĂŒgen oder einem das Herz aussaugen. Gegen sie alle sprach man diese Formel, drohte ihnen Gegenwehr an und beschwor sie mit der Anrufung des Namens Christi und Gebetsformeln.

Am Ende des Segens findet man auch noch die Sator-Formel, ein Buchstabenquadrat, das ebenfalls der DĂ€monenabwehr diente.
 



Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? – Volksfrömmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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