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Glaube? Aberglaube? - Volksfrömmigkeit | Kulturgut Hausruck


SAGENFIGUREN

Die Habergeiß

Auch sie geh√∂rt zur Gruppe der Kornd√§monen, in Geboltskirchen kannte man sie auch unter dem Namen ‚ÄěKornsau‚Äú. Im ‚ÄěAusw√§rts‚Äú h√∂re man sie nachts auf Haferfeldern ‚Äěpl√§rren‚Äú wie eine Gei√ü. Dem Bauern, der als letzter das Korn einbrachte, stellte man eine strohgebundene Habergei√ü als Mahnung und zum Spott auf das Feld.

Die Habergeiß spielte aber auch bei Maskenbräuchen eine wichtige Rolle. Sie gehörte zum Gefolge des Nikolaus, in den Raunächten und im Fasching ging sie um, kam aber z.B. in Haag am Hausruck auch beim Maschin- und Abdrischtanz manchmal vor.

Ihr Aussehen variierte von Dorf zu Dorf. Manchmal war sie nur eine Art fellbekleideter Krampus, der meckerte und auch eine Butte trug, in die unfolgsame Kinder kamen. Meist hatte sie aber die Haut eines Bockes oder einer Ziege oder einen Ziegenkopf mit beweglichem Maul, den K√∂rper bildeten Tierfelle. In Gaspoltshofen gab es drei Formen der Habergei√ü, eine mit drei F√ľ√üen, zwei Fl√ľgeln und zwei langen H√∂rnern, eine zweite in Gestalt eines gro√üen Mannes, der ein Brett mit zwei Augenl√∂chern und einen Ziegenkopf vor sich hertrug und eine dritte mit einem Tierkopf auf dem R√ľcken und einer wei√üen Plane.

In Lambrechten f√ľhrte man bei Umz√ľgen eine lebende Ziege mit.
 



Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? ‚Äď Volksfr√∂mmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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