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Glaube? Aberglaube? - Volksfrömmigkeit | Kulturgut Hausruck


Magie und Zauberei im Alltagsleben

AberglÀubische Vorstellungen in Verbindung mit den Elementen

Feuer:

Um sich vor Feuer zu schĂŒtzen, mussten Sonnwendfeuer entzĂŒndet werden und an Himmelfahrts- Pfingstsonn- und Fronleichnamstagen durfte man nicht bleichen.
Man sollte keinen Krebs ins Haus bringen, weil dieses sonst abbrannte, vermutlich, weil Krebse beim Kochen rot werden.
Warf ein Tier, das normalerweise mehrere Jungen bekam, nur eines, musste man dieses ertrÀnken, sonst brannte das Haus ab, wenn es spÀter neunmal um dieses herumging.
Verbrannte bei einem Feuer ein Hund oder eine Katze, so glaubte man, das Haus werde innerhalb von sieben Jahren ein zweites Mal abbrennen. Man sollte es daher in einem solchen Fall an einer anderen Stelle wieder aufbauen.
In den ersten Balken beim Hausbau musste man drei eiserne NĂ€gel einschlagen und ein Kreuzzeichen machen.

Feuersegen
wurden oft von Priestern selbst oder mit deren Einwilligung gesprochen.
Das Ansprechen des Feuers geschah schon von Weitem, nach dreimaligem Sprechen des Segens musste man dreimal unter Gebeten um das brennende Haus gehen.


Kolomani-Segen
oder RomanusbĂŒchlein halfen gegen Feuer ebenso, wie die Sator-Formel, die Herzog Ernst sogar in seiner „Tellerverordnung“ auf Teller schreiben ließ, die jeder gegen Feuer im Haus haben musste.
Auch ein ins Feuer geworfenes Antlass-Ei sollte helfen, eine Methode, die man 1891 in Geboltskirchen, beim großen Brand in Niederentern, noch versucht haben soll.

Wasser: Es spielte eine große Rolle bei der Zukunftsdeutung. An der Straße Ried/Pattigham war ein sogenannter „Hungerbrunnen“ ein anderer in Waldzell. Blieb das Wasser dort aus, deutete man dies als Vorzeichen von Krieg oder Katastrophen. Brunnen zum Versiegen bringen konnten nicht nur Hexen, auch Sechswöchnerinnen sollten besser kein Wasser aus ihnen schöpfen. Wer sich neun Tage nicht wasche, hieß es, gehe ein TeufelsbĂŒndnis ein.

Unwetter: Da man den Wind als Person sah und Unwetter durch Hexen verursacht glaubte, stellte man spitze GegenstÀnde gegen Gewitter auf, damit sich der Wind daran verletze.

Das WetterlĂ€uten wurde lange Zeit gegen Gewitter angewandt. Der Glockenton sollte zum Gebet aufrufen (was erlaubt war). Man schrieb ihm aber auch eine DĂ€monen abwehrende Wirkung zu. Im Hexenhammer galt dies als erlaubtes Mittel, Joseph II. verbot es allerdings 1783. Dennoch lĂ€utete man weiter, wie z.B. eine Anklage gegen 64 Bauern zeigt, die zweimal gegen das Verbot in der Pfarrkirche Oberhofen wettergelĂ€utet hatten. Sie sagten aus, sie wĂŒrden sich an das Verbot niemals halten, sperre man ihnen die Kirche zu, so wĂŒrden sie sie aufbrechen. Eine besonders gute Wetterglocke soll um 1685 die kleine Filialkirche Affnang zu Gaspoltshofen gehabt haben. In Eferding diente die große Glocke als Wetterglocke, in Ried im Innkreis wurde die Glocke aus dem Jahr 1525 als Wetterglocke gelĂ€utet. Sie trĂ€gt Bilder und Inschriften, die darauf hindeuten. In der „LĂ€utordnung“ 1839 der Stadtpfarrkirche von SchĂ€rding hieß es: „Bey heran nahenden
Gewittern wird ein kurzes Zeichen zum Gebethe mit der zweiten Glocke gegeben.“ Manchmal wurden sogar Menschen beim WetterlĂ€uten vom Blitz erschlagen oder die Glocke zersprang. In Kallham wurde am 1. Juli 1649 um Mitternacht die Mesnertochter Veronika Gall beim WetterlĂ€uten vom Blitz erschlagen.
Auch das Wetterschießen war weit verbreitet, schon 1860 schoss man in Voitsdorf auch Böller. Man musste mit Steinkugeln schießen und bis 1800 verwendete man geweihtes Pulver, um die Wetterhexen zu treffen.
Die Kunst des Wettersegnens beherrschte z.B. ein Schulmeister in Wolfsegg, er schickte mit einem Holzkreuz und SprĂŒchen die Unwetter nach Schwanenstadt weiter und konnte auch Wetterhexen aus der Luft schießen.
In Zell an der Pram warf man gegen Unwetter drei Hagelkörner in den Weihwasserkessel. Antlasseier und Wettersegen, wie der Donatussegen, konnten ebenfalls schĂŒtzen.
 


Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? – Volksfrömmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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