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Glaube? Aberglaube? - Volksfr├Âmmigkeit | Kulturgut Hausruck


Aberglauben im Jahrkreis: Sommer

Sonnenwende: Schon in fr├╝hgermanischer Zeit kannte man Sonnenkulte, die Sommer- und Wintersonnenwende d├╝rfte an ein zweigeteiltes Jahr erinnern. In christlicher Zeit ersetzte man die beiden Feste durch Weihnachten und das Johannesfest. Die Feuer sollten urspr├╝nglich b├Âse Geister vertreiben. Das Holz f├╝r das Feuer wird mit bestimmten Spr├╝chen eingesammelt.
In manchen Gemeinden des Inn- und Hausruckviertels brannte man Feuerr├Ąder ab, ein Brauch, der auch in der Mettennacht zur Wintersonnenwende ├╝blich war.
├ťberliefert sind solche Feuerr├Ąder aus Peuerbach, Aistersheim, St. Georgen bei Grieskirchen, Taufkirchen an der Trattnach, Wendling und Geboltskirchen. In letzterem Ort wurden sie aber in der Mettennacht abgerollt und von M├Ągden f├╝r Spuk gehalten.
Wer neun Feuer sieht, stirbt nicht oder heiratet in diesem Jahr, meinte man. Neunmaliges Feuerspringen sch├╝tze vor Kreuz- und Fu├čweh und der Acker freue sich neun Jahre danach. Ab Mitternacht allerdings w├╝rden die Hexen ├╝ber das Feuer springen.

Erntebrauchtum: Kornfeldbeten war in Peuerbach, Aistersheim, Gaspoltshofen, Geboltskirchen, Hofkirchen an der Trattnach und Weibern ├╝blich. In Geboltskirchen besprengte man den Lagerort des Weizens mit Weihwasser gegen Blitzschlag. Dem letzten Bauern, der die Ernte einbrachte, stellte man eine Habergei├č aufs Feld. St├╝rzte ein Erntewagen um, gab es den Brauch des ÔÇ×KapellenbauensÔÇť, der so hie├č, weil man an der Ungl├╝cksstelle kleine Kreuzchen aus Bindfaden und Stroh aufstellte. Die Verursacher bekamen Spottlieder und ÔÇ×TrutzgsanglnÔÇť zu h├Âren.
 


Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? ÔÇô Volksfr├Âmmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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