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Glaube? Aberglaube? - Volksfrömmigkeit | Kulturgut Hausruck


Aberglauben im Leben: Heirat

War eine Heirat ausgemacht, wurden die Brautleute dreimal verkĂŒndet. Kam die Hochzeit dann nicht zustande, sollte die Braut innerhalb eines Jahres einen anderen heiraten, sonst mĂŒsse sie sterben, hieß es. Sie mĂŒsse sich auch zumindest einmal verkĂŒnden hören, sonst bekomme sie taube Kinder. Der BrĂ€utigam musste fĂŒr Braut und Zubraut neue Schuhe kaufen. Die Schuhe waren Symbol der Herrschaft, aber auch fĂŒr SexualitĂ€t, wie viele Redewendungen (jemandem auslatschen
) zeigen. Um Vorchdorf, durfte die Mutter des BrĂ€utigams, in anderen Gegenden z.B. im Innviertel, die Mutter der Braut, nicht zur Kirche gehen, weil sie sonst „mit dem UnglĂŒck kĂ€me“.

Wenn die Braut am Hochzeitstag weinte, so hĂ€tte sie in ihrem neuen Stand GlĂŒck und die HĂŒhner legten ihr ein Jahr lang besonders viele Eier. Wer sich am Tag der Hochzeit ein Fleckchen der SchĂŒrze der Braut verschaffte, konnte es ihr „antun“, jemand, der wĂ€hrend der Trauung ein Schloss zuschnappen ließ, konnte den BrĂ€utigam impotent machen.
 


Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? – Volksfrömmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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