Neuerscheinung: Burgholzer Michael: Links um! Sozialdemokratische und kommunistische Opposition unter den Regierungen Dollfuß/Schuschnigg

Oberösterreich unter besonderer Berücksichtigung von Linz, Steyr und des Salzkammergutes. Dissertation Univ. Linz 2025, 626 Seiten.

am 18.03.2026
 von EK
Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung der linksgerichteten Opposition unter den gegebenen sozioökonomischen und politisch-kulturellen Rahmenbedingungen dieser Zeit. Im Zuge dessen wurden u.a. individuelle Motivationen, Strategien, Netzwerke und zusätzlich die Geschlechterrollen analysiert. Neben der Einbeziehung behördlicher Akten sind es vor allem eindrucksvolle Interviews von beteiligten Personen, erstmals aufbereitet, die wertvolle Einblicke in deren Erlebniswelt gewähren. Für die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen subjektiver/lokaler Erinnerung und sozialdemokratisch-kommunistischer Präsenz der Jahre 1933-38 wurde mit der Einbeziehung von Heimatbüchern eines Großteils aller o.ö. Gemeinden ein innovativer Ansatz gewählt.

Burgholzer Michael: Links um! Sozialdemokratische und kommunistische Opposition unter den Regierungen Dollfuß/Schuschnigg
Oberösterreich unter besonderer Berücksichtigung von Linz, Steyr und des Salzkammergutes. Dissertation Univ. Linz 2025, 626 Seiten.

Die 2025 fertiggestellte Dissertation von Michael Burgholzer widmet sich der sozialdemokratischen und kommunistischen Opposition unter den Regierungen Dollfuß/Schuschnigg in Oberösterreich mit besonderem Fokus auf Linz, Steyr und das Salzkammergut in den Jahren 1933 bis 1938.
Diese Zeitspanne des Umbruchs brachte für die beiden Parteien der politischen „Linken“ das Ende der legalen Betätigungsmöglichkeiten. Die Arbeit zielt unter anderem darauf ab (individuelle) Motivationen sowie Netzwerke, Strategien und Strukturen dieser illegalen Gruppierungen zu beleuchten und der Frage nachzugehen, wie sich die Opposition unter den gegebenen sozioökonomischen und politisch-kulturellen Rahmenbedingungen entwickelt hat. Im Zentrum steht die Analyse von behördlichen Akten, Interviews und heimatkundlichen Schriften; herangezogen wird ein Methodenmix aus qualitativ-biographischen und quantitativen Ansätzen. Entlang von inneren wie äußeren Schlüsselereignissen werden - überwiegend chronologisch - sodann Kooperationen wie auch Konflikte zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten reflektiert sowie Interaktionen mit der nationalsozialistischen Bewegung behandelt. Wichtige Facetten stellen gerade auch vor dem Hintergrund einer regionalhistorischen Fokussierung internationale Bezüge wie auch die spezifischen Rollen von Frauen im Gesamtgefüge dar.

Online abrufbar unter: https://epub.jku.at/obvulihs/download/pdf/12380783