Eine kurze Nachlese
Vertriebenenverbände spielen eine sehr aktive Rolle im OÖ Forum Volkskultur. Ihr Bemühen, gemeinschaftlich Traditionen und Erinnerungen zu bewahren, trifft sich mit dem Interesse der Heimatforschung, individuelle Erfahrungen in einen größeren historischen Zusammenhang einzubetten.
Einen Anlass, sich diesem Thema zu widmen, bot die Eröffnung des neuen Museums der Donauschwaben in Marchtrenk. Als Ort der Auseinandersetzung für alle Generationen möchte das Museum neue Pfade des Erinnerns einschlagen. Die Ausstellung setzt sich mit der Frage auseinander, wie Flucht, Vertreibung und Neubeginn für nachfolgende Generationen verständlich und zeitgemäß vermittelt werden können. Welche Rolle spielen Heimatforschung und Museen dabei, und welche Fragen sollten sie heute stellen? Ziel der Veranstaltung war, nach einer Museumsführung und kurzen Impulsen bei einer moderierten Diskussion Erinnerungskultur kritisch zu reflektieren und ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft auszuloten.
Erinnerungen lebendig halten, ins Gespräch kommen und Neues entdecken: Am 9. September 2026 lud die ARGE Regional- und Heimatforschung zum „studyvisit“ ins Museum der Donauschwaben nach Marchtrenk ein.
Im Rahmen dieser regionalen Treffen in kleinerem Rahmen besuchen interessierte ARGE-Mitglieder spannende Orte, um Neues zu erfahren, Protagonist:innen kennenzulernen und in den gemeinsamen Austausch zu treten.
Das Museum der Donauschwaben, das heuer im Juli neu eröffnet wurde, ist ein solcher Ort. Hier ist das „Ins-Gespräch-Kommen“ ein zentraler Bestandteil der Museumsarbeit. In den Gesprächen mit Besucher:innen ergeben sich viele Gemeinsamkeiten – etwa gleiche Herkunftsorte oder ähnliche Schicksale. Und auch das Museumsteam selbst lernt und erfährt dabei immer wieder viel Neues.
Das Museum ist ein Ort, an dem Erinnerungen reflektiert und belebt werden können. Ein Ort, an dem auch dunkle Kapitel nicht ausgespart werden. Und vor allem ein Ort, der sich besonders an die jüngeren Generationen wendet: ein Ort, der nach der Zukunft fragt und danach, welche Bedeutung das Erlebte und Erinnerte der Eltern-, Großeltern- oder Urgroßelterngeneration für junge Menschen im Hier und Jetzt hat.
Sigi Kristöfl (ARGE Regional- und Heimatforschung) und Elisabeth Kreuzwieser (Verbund OÖ Museen) bedanken sich ganz besonders beim Museumsteam – Maria Zugmann-Weber, Bgm. und Landesobmann Paul Mahr, Adi und Karin Kottrasch sowie bei Kustodin Erika Wildmann, die leider nicht dabei sein konnte – für die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung, die spannende Führung, die reflektierten Beiträge und den überaus herzlichen Empfang in ihrem Haus.
Das Interesse war groß und die Teilnehmer:innen nahmen teilweise eine weite Anreise in Kauf. Schön, dass auch spontan einige Marchtrenker:innen zur Gruppe stießen und mit ihren Erzählungen die Runde bereicherten. Besonders gefreut hat uns auch, dass Günther Huber, der gemeinsam mit dem Team das Gestaltungskonzept des Museums erarbeitete und umsetzte, dabei war.
study visits • vor Ort am Punkt
Unter dem Schlagwort „study visits“ macht sich die ARGE Regional- und Heimatforschung auf in die Regionen, um hier Kontakte zu lokalen Akteur:innen zu knüpfen, Themen aufzugreifen und zu diskutieren.