Eisenzeit

Einleitung – Eisenzeit

ca. 800–15 v. Chr.
Die letzte Epoche der Urgeschichte ist gekennzeichnet durch das Aufkommen von Eisen als Material für Waffen und Werkzeuge, das allerdings nicht die Bronze als Schmuckmaterial ersetzt.

Gegliedert in eine ältere Phase – Hallstattkultur – und eine jüngere Phase – Latènezeit – zeigen sich in der Eisenzeit noch deutlicher als bisher die intensiven Kontakte der Menschen Mitteleuropas zu den Kulturen außerhalb, vor allem im Mittelmeerraum. Griechen und Etrusker während der Hallstattzeit, Römer während der Latènezeit sind die bereits historisch fassbaren Partner, die teilweise nicht nur schriftliche Nachrichten über die Kulturen in unserem Raum hinterlassen, sondern auch Gütertausch betreiben, der sich archäologisch im Fundmaterial niederschlägt. Griechische Trinkschalen, etruskische Schnabelkannen und römische Amphoren in eisenzeitlichen Gräbern und Siedlungen weisen uns nicht nur auf die Übernahme von fremdem Geschirr hin, sondern auch auf die Pflege des Gastmahls.

Trotz der Nähe zu Kulturen, denen die Verwendung von Schrift bereits geläufig war, ist eine Gleichsetzung der archäologisch definierten eisenzeitlichen Kulturen mit Völkernamen äußerst problematisch. Dennoch werden die archäologischen Kulturen der mittel- und westeuropäischen Eisenzeit häufig mit dem antik überlieferten, oft als „Völkernamen“ missverstandenen Begriff „Kelten" gleichgesetzt, über die zum Beispiel G. I. Caesar in seinem „Gallischen Krieg“ ausführlich berichtet.

Die einzige exakte Jahreszahl der Urgeschichte unseres Raumes markiert gleichzeitig auch ihr Ende – 15 v. Chr. wird Noricum römische Provinz und die Periode, die wir als Geschichte bezeichnen, beginnt.

Autorin: Jutta Leskovar, 2006