Türkenschanze

Stammdaten

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Kategorie:
Schanze
Zustand:
Witterungsschäden
Ort (Bezirk):
4252 Liebenau (Freistadt)
Adressbeschreibung:
am Nordostende des Ortes Liebenau
Breiten-, Längengrad:
48.5357914445, 14.814776371673 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
siehe Beschreibung cm
AKfKDF_Bemassung_Allgemein_Vereinheitlicht
Errichtung
1537 - 1587

Errichtungsgrund
Anlass mit zurückliegendem/historischem Bezug

1977 wurde die Anlage vom Amt der OÖ Landesregierung vermessen und von Ing. Wladimir Obergottsberger folgende Stellungnahme abgegeben: „Die Viereckschanze in Liebenau, auch Türkenkegel oder Türkenschanze genannt, ist eine der wenigen, entdeckten Schanzanlagen dieser Art im oberösterreichischen Raum. Zu den anderen im Innviertel aufgefundenen Anlagen stellt diese ein echtes Gegenstück zu der 1965 entdeckten Viereckschanze in Stullerding bei Lochen dar. … Im angrenzenden süddeutschen Raum, in Bayern, hat man über 200 Schanzanlagen dieser Art registriert und im „Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns, München 1959, von K. Schwarz“ festgehalten. Früher bezeichnete man solche geschlossenen Stützpunkte als Viehkrale, Fliehburgen usw. Heute, nach einer genauen Untersuchung der Viereckschanze in Holzhausen, Bayern, in der eine keltische Kultstätte entdeckt wurde, nimmt man an, dass auch die übrigen zu diesem Zweck errichtet wurden. Einen Aufschluss über die Zweckbestimmung der Viereckschanze in Liebenau könnte nur eine archäologische Untersuchung erbringen. Es ist anzunehmen, dass man sich einst angesichts der Türken- und Schwedengefahr wieder der alten Schanze erinnerte und (sie) auch verwendete, obwohl sie als Vorderhangstellung nach Osten wie auf einem Präsentierteller dargeboten wurde; vorausgesetzt, man nimmt an, dass das Gelände um die Schanze gerodet war. Im bewaldeten Terrain wäre diese Schanzanlage eher eine Fliehburg oder ein Stützpunkt gewesen, als Verteidigungsanlage war sie aber höchst ungeeignet. Beschreibung der Anlage … Von der Riedmark Landesstraße zweigt beim Haus Liebenau Nr. 40 ein Wirtschaftsweg nach Norden ab, auf dem man nach 100 m diese Anlage erreicht. … Durch die Randlage dieser Anlage wird diese im Norden, Süden und Osten von einem mit 15% geneigten Hang begrenzt. Im Westen ist das Gelände flach. Der Innenraum des Gevierts hat eine Neigung von 3 m in west- östlicher Richtung und liegt auf einer mittleren Höhe von 957 m über der Adria. Die Fläche des umbauten Raumes beträgt 3.003 m². Der geschüttete Wall hat eine durchschnittliche Breite von 7 – 8 m, dessen Wallkrone 1,10 m beträgt. Von der Wallkrone Außenseite an gemessen betragen die Seitenlängen des Walls im Norden 56,60 m, im Süden 57 m, die Ostseite 55,40 m und die im Westen59 m. …“ Im Heftchen „Die Befestigungsanlagen und die Entwicklung von Liebenau“ schreibt Anton Mitmannsgruber unter anderem: „… Die Rüstungen (bezüglich der Türkengefahr) wiederholten sich 1537 und 1587. … In jedem Ort und Marktflecken wurden Ziel- und Schießstätten errichtet, auf denen man sich an Sonntagen im Schießen übte. Und in diesem Jahre wird auch wohl die Sternschanze [richtig: Viereckschanze] errichtet worden sein. Es gibt zwar keine schriftliche Urkunde davon Zeugnis, aber anlässlich der nächsten Grenzbesetzung wird sie als bereits „bestanden“ bezeichnet. …“ Im Band Liebenau schreibt Mitmannsgruber: „Als die Türken zum letzten Male mit gewaltiger Heeresmacht im Jahre 1683 gegen die Haupt- und Residenzstadt der deutschen Kaiser, gegen Wien, vordrangen, wurde auch die Liebenauer Schanze gleich den anderen oberösterreichischen Grenzbefestigungen wieder instand gesetzt, mit Wachmannschaften versehen und zugleich auf einen nahe dabei gelegenen Erhebung ein Auslugposten eingerichtet, da das Herannahen des Feindes durch Rauchzeichen (Kreidefeuer), die laut kaiserlichem Mandat vom 10. Juni 1663 an bestimmten, hochgelegenen und weithin im Lande sichtbaren Punkten zu geben waren, angezeigt werden sollte.“

alternative Quelle
Sammlung Helmut Atteneder
Datenbankerfassung
2019-12
Atteneder Helmut
Letzte Überarbeitung
2024-10
KD Administrator
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