Zwei Sagen ranken sich um die Gründung dieser Kapelle:
Eine berichtet von einem Messerschmid aus Stey,r der am Damberg wilderte.
Als er wieder einmal seiner verbotenen Leidenschaft nachging, trat ihm im finsteren Wald ein Jäger mit einer roten Hahnenfeder auf dem Hut entgegen und fragte ihn mit näselnder Stimme, was er da mache. Es war der Teufel. Der Mann war so erschrocken, dass er aus dem Wald nicht herausfand. Da gelobte er, dort eine Kapelle zu errichten, wo er aus dem Wald käme. Bald darauf stand er auf einer großen, steilen Wiese. Er hielt sein Versprechen und baute die Kapelle an jener Stelle.
Die zweite Sage berichtet von einem Mann in Christkindl, der lange Zeit schwer krank in seinem Bett gelegen ist.
Nachts konnte er keinen Schlaf finden. Wie er so dalag sah er durch das Fenster auf dem Damberg allnächtlich ein Licht. Er gelobte, wenn er wieder gesund würde, an jener Stelle eine Kapelle zu bauen. Er wurde gesund und hielt sein Versprechen. Er wußte aber nicht welchem Heiligen er die Kapelle weihen sollte. Da entschloß er sich die Heiligenlegende aufzuschlagen und die Kapelle jenem Heiligen zu weihen dessen Bild ihm zuerst vor die Augen käme. Es war der Heilige Laurentius (aus Sagen und Legenden von Steyr, Franz Harrer, S. 42).
Geschichte der Lourdes-Muttergottes und heiligen Bernadette:
Diese stammen aus der Pfarrkirche St. Ulrich, wo anlässlich des Renovierungsbeginns (1990) die im Presbyterium befindliche Lourdesgrotte aufgelassen wurde. (Pfarrarchiv St. Ulrich, Schachtel 28, Mappe Kapellen)
Die Laurentius-Kapelle wurde 1864 in der heutigen Form erbaut und im selben Jahr mit Erlaubnis des bischöflichen Ordinariates vom 7. Aug. 1864 vom Ortspfarrer Franz Unterstein feierlich benediziert. Das Ansuchen, in der Kapelle alljährlich eine hl. Messe lesen zu dürfen, wurde jedoch abgewiesen.
1865 wurde ihm mit Datum 6. Juli 1865 diese Erlaubnis erteilt. Er und sein Nachfolger, Pfarrer Ferdinand Greil, suchten nun jährlich um Erlaubnis an.
Mit Schreiben vom 13. Juli 1873 wurde auf Ersuchen von Pfarrer Greil, eine hl. Messe in der Kapelle lesen zu dürfen, auf 5 Jahre erteilt. Zur damaligen Zeit ging die Prozession von der Vorstadtpfarre (St. Michael) weg. Es nahmen neben einer großen Zahl Gläubiger auch mehrere Priester daran teil.
Bau/Renovierungsgeschichte: Pfarrarchiv St. Ulrich, Schachtel 28, Mappe Kapellen
1890 wurde von Zimmermeister Fuchshuber auf die Kapelle ein Turm aufgesetzt, um eine Glocke aufnehmen zu können. Die Kosten beliefen sich ohne Holz auf 80 Gulden. Im selben Jahr wurde bei der Fa. Peterle in Steyr eine 63 kg schwere Glocke gegossen, die kostete 106 Gulden. Diese Glocke musste im ersten Weltkrieg abliefert werden. 1924 wurde eine neue Glocke bei der Glockengießerei in St. Florian angeschafft, Gewicht: 57 kg, Kosten: 3,341.300 Kronen.
Diese Glocke musste im zweiten Weltkrieg abgeliefert werden.
1950 wurde das ebenfalls abgelieferte Geläute der Pfarrkirche erneuert, als Draufgabe wurde die Laurentiusglocke im Gewicht von 60 kg gratis geliefert. Sie wurde am 14. März 1950 bei der Fa. Oberascher in Salzburg gegossen.
Das ursprüngliche Altarbild stellte den hl. Laurentius dar. Es wurde vom Maler "Anton Stern" früher wohnhaft in Christkindl, ab 1890 Hausbesitzer in der Neuschönau, gemalt. In den 1950er Jahren drang ein Geistesgestörter gewaltsam in die Kapelle ein und zerstörte das Bild.
1964, zur 100 Jahrfeier wurde die Kapelle, innen und außen renoviert und die Terrasse vor der Kapelle errichtet;
die Kosten:
Statue hl. Laurentius 10.000,-
ÖS Fußboden 2.490,- ÖS
Tischlichter, Singer 4.481,- ÖS
Maurerarbeiten 23.005,- ÖS
Hilfsarbeiten 1.674,- ÖS
Spengler, Gruber 3.910,- ÖS
Glaser 379,- ÖS
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Summe 45.939,- ÖS
Die Fa. RIHA spendete die beiden Fenster, die Tür und das Geländer für die Terrasse. Auch Robotstunden wurden geleistet.