Mühlbachkanäle

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Uferbefestigung
Zustand:
Gut
Ort (Bezirk):
4830 Hallstatt (Gmunden)
Adressbeschreibung:
Vom Mühlbachfall bei der Parkterrasse bis zum Landungsplatz.
Adresse (Ortschaft):
Landungsplatz 102 (Hallstatt)
Breiten-, Längengrad:
47.562747487999, 13.649135174136 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
200 cm

b) Gesamtbreite:
250 cm

c) Gesamttiefe:
17000 cm
AKfKDF_Bemassung_Allgemein_Vereinheitlicht
Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Kalkstein
sorgfältig behauene Quader

Mauerwerk-Technik

vermörtelt
Die Steinarbeiten wurden von geübten Arbeitern der Wildbachverbauung Kärnten und Krain sowie Trentino-Südtirol durchgeführt. Die Köpfe der Quader sind in der für das späte 19. Jh. typischen Polsterrustika mit Randschlag ausgeführt.

Errichtung
1885 - 1886

Errichtungsgrund
Anlass mit aktuellem Bezug

Im Jahr 1884 ereignete sich in Hallstatt eine Muren-Katastrophe. Dabei strömte eine Masse aus Schlamm, Gehölz, Schutt und Felsbrocken durch die Mühlbachklamm ins Ortszentrum von Hallstatt, verlegte in kürzester Zeit den Abfluss und bahnte sich mit Gewalt ein neues Bachbett zwischen den Häusern, die teilweise bis ins erste Obergeschoß überflutet wurden. Die erst wenige Wochen zuvor, mit Verordnung des Ackerbauministeriums (Minister: Julius Graf von Falkenhayn) gebildete forsttechnische Abteilung für Wildbachverbauung befasste sich auf Grundlage des Gesetztes betreffend Vorkehrungen zur unschädlichen Ableitung von Gebirgswässern, umgehend mit einem Verbauungsprojekt für den Mühlbach. Ein wesentlicher Grund für das rasche Handeln der Behörden muss auch darin gesucht werden, dass der damals noch staatliche Salzbergbau, durch ein Eindringen des Oberflächenwassers in die Salzlagerstätte massiv gefährdet gewesen wäre. Mit der Projektierung wurde der k.u.k. Forstinspections – Commisär der forsttechnischen Abteilung für Wildbachverbauungen Adalbert Pokorny beauftragt, dessen handschriftlicher Motiven-Bericht erhalten geblieben ist.

Am Hallstätter Salzberg, in etwa 1.200 m Seehöhe, bildet sich aus der Vereinigung von Langmoos-, Steinberg- und Kreuzbergbach der Mühlbach, welcher das Salzberghochtal in einem steingemauerten Bett durchfließt, 250 m durch die "Höll" herabstürzt, im letzten erhaltenen Arm in einem S-Schwung den Markt durchfließt und am Landungsplatz in den See mündet. Wie aus dem Namen hervorgeht, diente der Bach zum Antrieb der Mühlen. Bis ins 19. Jahrhundert war der Mühlbach im zentralen Marktbereich in mehrere "Fludern" , die als Werksgerinne für die Amtsschmieden dienten, aufgeteilt. Das mit monolithischen Kalksteinplatten abgedeckte Fluder entlang des Pfannhausbühels, das "neue Schmiedenfluder", wurde 1987 in Zuge des Neubaus des Kultur-und Veranstaltungshauses demoliert und zugeschüttet.

alternative Quelle
https://www.idam.at/baukulturelles-erbe-salzkammergut/hallstatt/m%C3%BChlbachkan%C3%A4le-im-markt-1/
Datenbankerfassung
2022-01
Idam Friedrich
Letzte Überarbeitung
2024-10
KD Administrator
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