Ursprünglich befand sich eine Kapelle in dem im Jahre 1628 erbauten Martinsspital an der Steyrer Straße. Man sieht heute noch an der Nordost-Wand des Hauses die Rundung des apsidalen Altarraumes. Wahrscheinlich wurde dann später infolge Raummangels die Kapelle neben dem Krankenhaus erbaut. Das ziegelgedeckte Pyramidendach und der mit Blech gedeckte Dreiseitschluss werden von einem Turmknauf mit Doppelkreuz bekrönt. Die Kapelle hat eine geschmackvolle Innengestaltung. An der Stirnwand hängt ein schönes hervorragend restauriertes Gemälde, die sitzende, gekrönte Maria und das gekrönte Kind darstellend. Im Altarraum, der vom Betraum durch ein Eisengitter getrennt ist, steht
noch ein Opferstock mit festen Beschlägen. Den zitronengelbe Betraum umspannt ein weiß getünchtes Kreuzgratgewölbe, bietet 20 Sitzplätze und dient seit seiner im Frühjahr 1979 von der Gemeinde Sierning durchgeführten Erneuerung der Nachbarschaft in den Sommermonaten zur Abhaltung des Samstagsrosenkranzes. Zwei spitzbogige Fenster, deren oberer Teil mit Buntglas geschmückt ist, erhellen das von der Familie Bulla gepflegte, bestens instand gehaltene, Innere. Zwei große Ölbilder (hl. Aloisius und hl. Johannes von Nepomuk) zieren vorne die Seitenwände. Die Kapelle dient am Fronleichnamstag als dritte Segenstatt.