Die Kapelle des hl. Nepomuk in der Traungasse wurde von der Flößerzeche im Jahr 1732 errichtet. Chronographikon.
1718 stiftete der Pfleger zu Leonstein Gottlieb Nester eine Statue des hl. Nepomuk. Sie wurde in der 1732 von der Flößerzeche (Zunft der Holzhändler) im Anschluss an den Traunturm errichteten Wegkapelle aufgestellt. Heute steht die Kapelle um 90 ° gedreht an der Südseite des Hauses Traungasse 12. In der mittels Architekturmalerei zu einem Kuppelraum ausgestalteten Nische steht aus einem volutengeschmückten Sockel der von Engeln umgegbene Flößerheilige. Dahinger findet sich das Chronogramm "eXs IngVLarI VotoaCoMpagnaIa LIgnI negotII fVnData" (auf besonderes Gelöbnis von der Holzhandeskompanie errichtet).
Umrahmt wird die Nische von einem kunstvollen schmiedeiesernen Gitterwerk mit Rankornamenten, Stern und Kreuz.
Der um 1350 geborene Johannes aus Pomuk, „ne Pomuk” - wie der Ort heute heißt -, wurde nach Studien der Theologie 1389 Generalvikar der Diözese Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. In den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV. und dem Prager Erzbischof Johann von Jenstein wurde Johannes von Nepomuk verhaftet, gefoltert und schließlich in der Moldau ertränkt. Der Bischof ließ ihn im Prager Veitsdom bestatten und schon kurze Zeit später setzte seine Verehrung als Märtyrer ein. Die Heiligsprechung erfolgte erst 1729 durch Papst Benedikt XIII.
Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron der Brücken. Statuen des Heiligen stehen häufig auf oder neben Brücken. Eine der bekanntesten, 1683 von Johann Brokoff geschaffen, befindet sich auf der Prager Karlsbrücke an der Stelle, wo er angeblich in die Moldau gestürzt wurde.
((c)Walter Aspernig, Wels Musealverein)
Im Anschluss der Kapelle - im Verlauf der Stadtmauer und Abgrenzung nach Süden - stand der Traunturm, welcher 1842 abgetragen wurde.