Nepomuk Kapelle, Traungasse, Wels

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Kapellenbildstock
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Ort (Bezirk):
4600 Wels (Wels)
Adresse (Ortschaft):
Traungasse
Breiten-, Längengrad:
48.155986327172, 14.025991558919 (Navigation starten)
Inschrift
Inschriftentyp

Einfache Inschrift
"eXs IngVLarI VotoaCoMpagnaIa LIgnI negotII fVnData" MDCCXXXII

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
In schwarzer Frakturschrift, das Chronogramm mit roten Buchstaben an der seitlichen Wand. "Auf besonderes Gelöbnis von der Holzhandelskompanie errichtet" Die röm. Zahl dürfte das Errichtungsjahr 1732 sein .

Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Johannes Nepomuk

Engel
Ein Engel rechts zu seinen Füßen, er steht auf einem Akanthusblatt, trägt das Kruzifix, der Engel auf der andere Seite hält den Finger an den Mund, ein 3. Engel schwebt über Johannes Nepomuk und hält seinen Sternenkranz. Um den Sockel sind Engelköpfe mit Flügel.

Material für Figuren

Stein

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Lehmziegel - gebrannt (Ton)

Mauerwerk-Technik

verputzt
dunkelgelb gestrichen. Der geschweifte Giebel mit weiß gestrichener, mehrfach profilierter Traufenlinie ist mit Blech abgedeckt. Die offenen Konche ist mit einem aufwändig gestalteten Schmiedeeisengitter gerahmt. Das gesamte Objekt in einem Abstand mit einem Schmiedeeisengitter eingerzäunt. Johannes Nepomuk steht auf einem grob behauenen Stein.

Errichtung
1732

Votationsgrund
Schutz

Von der Flößerzeche wurde die Kapelle mit ihrem Schutzheiligen gestiftet.

Die Kapelle des hl. Nepomuk in der Traungasse wurde von der Flößerzeche im Jahr 1732 errichtet. Chronographikon.

1718 stiftete der Pfleger zu Leonstein Gottlieb Nester eine Statue des hl. Nepomuk. Sie wurde in der 1732 von der Flößerzeche (Zunft der Holzhändler) im Anschluss an den Traunturm errichteten Wegkapelle aufgestellt. Heute steht die Kapelle um 90 ° gedreht an der Südseite des Hauses Traungasse 12. In der mittels Architekturmalerei zu einem Kuppelraum ausgestalteten Nische steht aus einem volutengeschmückten Sockel der von Engeln umgegbene Flößerheilige. Dahinger findet sich das Chronogramm "eXs IngVLarI VotoaCoMpagnaIa LIgnI negotII fVnData" (auf besonderes Gelöbnis von der Holzhandeskompanie errichtet).

Umrahmt wird die Nische von einem kunstvollen schmiedeiesernen Gitterwerk mit Rankornamenten, Stern und Kreuz. 

Der um 1350 geborene Johannes aus Pomuk, „ne Pomuk” - wie der Ort heute heißt -, wurde nach Studien der Theologie 1389 Generalvikar der Diözese Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. In den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV. und dem Prager Erzbischof Johann von Jenstein wurde Johannes von Nepomuk verhaftet, gefoltert und schließlich in der Moldau ertränkt. Der Bischof ließ ihn im Prager Veitsdom bestatten und schon kurze Zeit später setzte seine Verehrung als Märtyrer ein. Die Heiligsprechung erfolgte erst 1729 durch Papst Benedikt XIII.

Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron der Brücken. Statuen des Heiligen stehen häufig auf oder neben Brücken. Eine der bekanntesten, 1683 von Johann Brokoff geschaffen, befindet sich auf der Prager Karlsbrücke an der Stelle, wo er angeblich in die Moldau gestürzt wurde.

((c)Walter Aspernig, Wels Musealverein)

Im Anschluss der Kapelle - im Verlauf der Stadtmauer und Abgrenzung nach Süden - stand der Traunturm, welcher 1842 abgetragen wurde.

 

 

Literaturquelle
2009
Kapellen, Marterl und Kreuze in Wels und Umgebung,
Dr. Bernhard Wieser, Seite 58
Datenbankerfassung
2024-05
Steinerberger Erich
Letzte Überarbeitung
2025-11
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich