Tanningersäule, Schauersberg, Thalheim

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Nischenblockpfeiler
Zustand:
Gut
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Ort (Bezirk):
4600 Thalheim bei Wels (Wels-Land)
Adresse (Ortschaft):
(Schauersberg)
Breiten-, Längengrad:
48.132200821578, 14.003891944667 (Navigation starten)
Besondere Funktion
Sühnezeichen
Sühnekreuz für den Totschlag an Jakob Forster
Kreuz
Kreuzform

Griechisches Kreuz (mit geraden Enden)

Kreuzdarstellung

Kreuz ohne Figur
Das Steinkreuz ist zusätzlich an der Spitze der schmalen hohen Kreuzblume angebracht.

Stein
Stein-Art

Konglomerat
Nagelfluh

Stein-Technik

behauen
Der quadratische Sockel trägt einen abgefasten Schaft auf dem der Nischenblock aufsetzt, Die Spitzbogennischen sind mit einem klassischen Rautengitter verschlossen. Eine hohe Kreuzblume schließt zusätzlich mit einem Steinkreuz ab.

Errichtung
1508

Votationsgrund
Sühne

Sühnekreuz für den Todschlag an Jakob Forster.

Die Tanningesäule in Traunleiten aus dem Jahre 1508, (Signum AT Asmus Tanninger) wurde als Sühnekreuz für einen Totschlag an Jakob Forster gesetzt. Da der Täter begütert war, mußte er außerdem 250 Pfund Pfenning bezahlen, dessen Zinsen den Hinterbliebenen zugute kamen.

Die gotische Säule ist erreichbar über einen Privatweg, der beim Parkplatz der Schauersbergkirche beginnt und in südwestlicher Richtung entlang der Autobahn geht. 

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Die Lichtsäule wurde 1508 erbaut und gehört zum Heiglmayrgut in Traunleiten 1, Pfarre Thalheim, Flurname Schauersberg und ist ca. 300 m vom Heiglmayrgut entfernt.

Sie wurde vom Welser Seinmetz Asmus Tanninger aus Nagelfluh errichtet. Der über quadratischer Grundplatte und viereckigem Sockel auftragende abgefasste Vierkantpfeiler wird im oberen Teil des Schaftes von einem Inschriftband "AMS Tanninger zu Vels" umschlossen, das an der Ostseite eine Kartusche "AT" mit darunter liegender Jahreszahl 1508 aufweist.

Eine gekehlte Kragenplatte bildet den Übergang zum Schaft zum kreuzgratgewölbten Tabernakel, der ost- und südseitig je eine Öffnung in Gestalt eines profitierten Spitzbogens aufweist, welche von schmiedeeisernen Wellenrautengittern mit Rankenmotiven in den Dreiecksgiebelfeldern verschlossen werden. Das Kreuzgiebeldach, dessen Kanten etwas über die Giebelwände vorspringen, wird von einer steilen Pyramide mit mittigen griechischen kreuz bekrönt.

Ein Christoph Achleitner hat den Jakob Forster im Jahre 1508 vermutlich im Raufhandel getötet. Er musste für die Tat 250 Pfund Pfennig erlegen, wovon die Zinsen jährlich an die Familie des Toten ausbezahlt wurden. Nach dem Absterben aller Erben war das Kapital an die Armen zu verteilen. Dass dieser Betrag sehr ansehnlich war, ergibt sich daraus, dass man für dieses Geld ein großes Haus auf dem Stadtplatz in Wels kaufen konnte. Die Lichtsäule wurde 2008 saniert und steht unter Denkmalschutz.

Quelle: Gde. Steinhaus / Kriener ( Okt 2011)

Literaturquelle
2009
Kapellen, Marterl und Kreuze in Wels und Umgebung,
Dr. Bernhard Wieser, Seite 123
Datenbankerfassung
2024-05
Steinerberger Erich
Letzte Überarbeitung
2025-11
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich