Stadler (Steinigl) Kapelle

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Einfache Kapelle
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Ort (Bezirk):
4342 Baumgartenberg (Perg)
Adressbeschreibung:
An der Bundesstraße 3 zwischen Baumgartenberg und Saxen/Abzweigung Eizenau
Adresse (Ortschaft):
Straße Eizenau (Au)
Breiten-, Längengrad:
48.2105, 14.77596 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
443 cm

b) Gesamtbreite:
285 cm

c) Gesamttiefe:
312 cm

m) Bekrönungshöhe:
45 cm

n) Bekrönungsbreite:
30 cm

o) Bekrönungstiefe:
2 cm
AKfKDF Bemassung Kapelle Vereinheitlicht
Inschrift
Inschriftentyp

Spruch
Stoadler Kapelln! Mitt’n in die Felda, is g’stand’n de Kapell’n, ohne ihr war’s net so schön, es tat uns was fehl’n. Jetzt geht Bundesstraß knapp daneb’n, es hoaßt Vorsicht, daß net so viele Unfälle tuat geb’n. Es is jo an jeden bekannt, daß do a neich’s Dorf entstanden is, allerhand. De Kapell’n is jetzt a Platzl, des uns mitsammen verbind’t, denn a jeder seine Sorg’n in Herrgott hinbringt. Wir wissen nix sichers wer’s håt erbaut, sicher håm’s a damals schon, auf die Hilfe Gottes vertraut. Vor dem Eingang hoch oben, der gute Hirte hier thront, ja, es ist Jesus, der in dieser Kapelle hier wohnt. Viele Stürme wird’s hab’n schon erlebt, abg’halt’n des Wasser und wenn die Erde hat bebt. Drum war’s an der Zeit, de Kapell’n neu zu gestalten, mit guate Leut, a bißl a Geld, haum sie sie kinna entfalten. Ganz stolz steht’s do in ihrer jetzigen Pracht, den Handwerkern sei Dank, was aus ihr haum’s g’mocht. Sie londt uns ei zu an Gebet, es will uns sog’n, vergiß in Herrgott net. Beschütze unsere Hoamat, unser Dorf, jedes Haus, über alle breite Frieden und Segen du aus. Nimm weg die Feindschaft, Haß und Neid an jeden schenk Liebe und a ehrliche Freid! Des wär unsere Bitt, jetzt und allezeit!

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
In Handschrift–Gedicht von Dorli Buchberger, 28. Mai 2007 (anlässlich der Einweihung nach der Renovierung); Bilderrahmen - mit Glas abgedeckt


Inschrift
Inschriftentyp

Spruch
Wenn Deine Seele von Leid, Dein Herz zu Tod betrübt, verzage nicht-es kommt die Zeit, wo bess'res Leben blüht. Doch suche Trost nicht im Gewühl, kehr ins eigene Herz, kein Mensch versteht ja Dein Gefühl, kein Mensch kennt Deinen Schmerz. Und schreist du in die Welt hinaus, weinst Dir die Augen blind, sie tragens nur von Haus zu Haus, weißt ja wie Menschen sind. Geh ruhig in das Kirchlein rein, wo stille Andacht Dich umgibt, dem lieben Gott allein vertrau, was Deine Seele trübt. Er wird dir Mut und Trost verleih'n, zu tragen deinen Schmerz, denn nur der liebe Gott allein, versteht ein armes Menschenherz. 30. Mai 2019 B.D.

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Gebet - in Handschrift - gedichtet von Dorothea Buchberger, Bilderrahmen - mit Glas abgedeckt

Besondere Funktion
Ort für Maiandacht
Fenster
Fensterform

Kielbogen (Spitzbogen)
Anzahl: 2 Fenster Glas mit Kleeblattmuster

Fensterfunktion

Belichtung


Portal
Türsturz

Bogenförmiger Sturz
Spitzbogen

Türblatt

Holztür - Eingestemmte Füllungstür
Doppelflügelig, 253x102 mit Glaselementen


Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit geraden Enden)
Lattenkreuz an der Kapellenrückseite, 218x141; Balkenbreit der Spalierlatten 30 cm

Kreuzdarstellung

Kreuz ohne Figur


Kapellenausstattung

Altar
In der Nische


Kapellenausstattung

Kniebank
Breite = 100 Höhe = 92


Kapellenausstattung

Sitzbank
2 Bänke seitlich, 178x35


Kapellenausstattung

Weihwasserkessel
geschnitzt, 26x20


Sakrales Bild
Material für Bilder

Glas

Sakrale Ikonographie

Christusdarstellung - Letztes Abendmal
Färbig gestaltetes Altarbild über dem Altartisch, das Motiv des „letzten Abendmahles“ ist aus einem Block von gegossenem Recyclingglas in Relieftechnik von Franz Spanner aus Schwertberg herausgeschnitzt. Für dieses einzigartige Bild erhielt der Künstler 2007 den OÖ Handwerkspreis.


Sakrales Bild
Material für Bilder

Karton/Papier
An der linken Seitenwand, 26x20

Sakrale Ikonographie

Mariendarstellung - Herz Mariä


Sakrales Bild
Material für Bilder

Karton/Papier
An der rechten Seitenwand, 26x20

Sakrale Ikonographie

Christusdarstellung - Herz Jesu


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Christusdarstellung - Guter Hirte
In Anlehnung an das Frauenkloster Baumgartenberg zum Guten Hirten

Material für Figuren

Ton/Keramik
An der Frontwand im Giebeldreieck, 70x50 Relief


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Mariendarstellung - Lourdesmadonna
28 cm

Material für Figuren

Gips


Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit geraden Enden)
Bekrönungskreuz am First

Kreuzdarstellung

Kreuz ohne Figur

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Lehmziegel - gebrannt (Ton)

Mauerwerk-Technik

verputzt
Weiß gestrichen, die Zierelemente rot und gelb. Die Traufenlinie mit mehrfach profiliertem Gesims, dazwischen mit einem roten Zahnfries verziert. Das Portal ist als Archivolte in rot, gelb und weiß gestaltet, ebenso die Fenster. Der gelbe leicht vorspringende Sockel schließt am oberen Rand mit einem roten Putzband. Die Mauerkanten sind mit Eckquader verziert.

Errichtung
1851 - 1900

Votationsgrund
unbekannt

Früher im freien Feld gestanden.

In den Jahren 2005/2006 erneuerte die Besitzerfamilie Buchberger die in die Jahre gekommene Kapelle in großem Umfang. Zu Pfingsten 2007 segnete der Saxner Pfarrer Konrad Streicher die „neue“ mit viel Liebe und Engagement restaurierte Kapelle im Rahmen einer großen Feier.

Die Kapelle ist heute ein Blickfang an der B3. Die Schauseite der begehbaren Kapelle richtet sich nach Norden. Fassadengesimse, Bossensteine an den Ecken und Profile verzieren die Eingangsseite. Im Giebel steht oberhalb des Spitzbogenportals der „Gute Hirte“ in einer reliefartigen Darstellung aus Ton.

Betritt man durch die mehrfach verglaste Holztüre den Innenraum, fällt einem sofort das färbig gestaltete Altarbild auf. In der alten Kapelle befand sich über dem Altartisch ein Bild mit einer Darstellung von Maria und Josef, dieses war in den 1960er Jahren gestohlen worden. Im Zuge der Restaurierung wurde es durch die heutige Bildkomposition ersetzt und an zentraler Stelle angebracht. Das Motiv des „letzten Abendmahles“ ist aus einem Block von gegossenem Recyclingglas in Relieftechnik von Franz Spanner aus Schwertberg herausgeschnitzt und färbig gestaltet worden. Für dieses einzigartige Bild erhielt der Künstler 2007 den OÖ Handwerkspreis.

Über dem Altarbild wurde das mit Fischblasen-Ornamentik geschmückte Tympanon der alten Kapelle angebracht. Es wurde bei der Erneuerung vom Torbogen oberhalb der Eingangstür in den Innenraum transferiert.

Geschichte(n):

Die zum Bauernhaus Stadler gehörende Kapelle stand vor dem Ausbau der Bundesstraße 3 in der Flurlandschaft, umgeben von fruchtbaren Feldern. Aufgrund der Verlegung bzw. Neuerrichtung der Bundesstraße befindet sich ihr Standort jetzt direkt an der Zufahrt zur neu gegründeten Siedlung Eizenau.

Die geräumige Kapelle steht auf Baumgartenberger Gemeindegebiet, gehört aber zur Pfarre Saxen.

Genauere Umstände der Errichtung sind nicht bekannt. Tatsache ist, dass den Bau der Kapelle in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts der damalige Besitzer des Stadler-Hofes, Stefan Stadler, beauftragt hat. Die Darstellung des „Guten Hirten“ im Giebeldreieck könnte mit der hiesigen Schwestern-Kongregation bzw. mit ihrer Gründung zusammenhängen. Die Schwestern vom Guten Hirten kauften nämlich das ehemalige Zisterzienserkloster im Jahre 1865 und die Kapelle wurde ungefähr zu dieser Zeit errichtet.

 

Stoadler Kapelln!

Mitt’n in die Felda, is g’stand’n de Kapell’n,

ohne ihr war’s net so schön, es tat uns was fehl’n.

Jetzt geht Bundesstraß knapp daneb’n,

es hoaßt Vorsicht, daß net so viele Unfälle tuat geb’n.

Es is jo an jeden bekannt, daß do a neich’s Dorf

entstanden is, allerhand. De Kapell’n

is jetzt a Platzl, des uns mitsammen verbind’t,

denn a jeder seine Sorg’n in Herrgott hinbringt.

Wir wissen nix sichers wer’s håt erbaut, sicher håm’s a

damals schon, auf die Hilfe Gottes vertraut.

Vor dem Eingang hoch oben, der gute Hirte hier thront,

ja, es ist Jesus, der in dieser Kapelle hier wohnt.

Viele Stürme wird’s hab’n schon erlebt, abg’halt’n des

Wasser und wenn die Erde hat bebt.

Drum war’s an der Zeit, de Kapell’n neu zu gestalten,

mit guate Leut, a bißl a Geld, haum sie sie kinna entfalten.

Ganz stolz steht’s do in ihrer jetzigen Pracht,

den Handwerkern sei Dank, was aus ihr haum’s g’mocht.

Sie londt uns ei zu an Gebet, es will uns sog’n,

vergiß in Herrgott net.

Beschütze unsere Hoamat, unser Dorf, jedes Haus,

über alle breite Frieden und Segen du aus.

Nimm weg die Feindschaft, Haß und Neid

an jeden schenk Liebe und a ehrliche Freid!

Des wär unsere Bitt, jetzt und allezeit!

 

Originalabschrift – Gedicht von Dorli Buchberger, 28. Mai 2007

(anlässlich der Einweihung nach der Renovierung)

 

Literaturquelle
2024
Datenbankerfassung
2025-03
Kastler Ambros
Letzte Überarbeitung
2025-07
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich