In den Jahren 2005/2006 erneuerte die Besitzerfamilie Buchberger die in die Jahre gekommene Kapelle in großem Umfang. Zu Pfingsten 2007 segnete der Saxner Pfarrer Konrad Streicher die „neue“ mit viel Liebe und Engagement restaurierte Kapelle im Rahmen einer großen Feier.
Die Kapelle ist heute ein Blickfang an der B3. Die Schauseite der begehbaren Kapelle richtet sich nach Norden. Fassadengesimse, Bossensteine an den Ecken und Profile verzieren die Eingangsseite. Im Giebel steht oberhalb des Spitzbogenportals der „Gute Hirte“ in einer reliefartigen Darstellung aus Ton.
Betritt man durch die mehrfach verglaste Holztüre den Innenraum, fällt einem sofort das färbig gestaltete Altarbild auf. In der alten Kapelle befand sich über dem Altartisch ein Bild mit einer Darstellung von Maria und Josef, dieses war in den 1960er Jahren gestohlen worden. Im Zuge der Restaurierung wurde es durch die heutige Bildkomposition ersetzt und an zentraler Stelle angebracht. Das Motiv des „letzten Abendmahles“ ist aus einem Block von gegossenem Recyclingglas in Relieftechnik von Franz Spanner aus Schwertberg herausgeschnitzt und färbig gestaltet worden. Für dieses einzigartige Bild erhielt der Künstler 2007 den OÖ Handwerkspreis.
Über dem Altarbild wurde das mit Fischblasen-Ornamentik geschmückte Tympanon der alten Kapelle angebracht. Es wurde bei der Erneuerung vom Torbogen oberhalb der Eingangstür in den Innenraum transferiert.
Geschichte(n):
Die zum Bauernhaus Stadler gehörende Kapelle stand vor dem Ausbau der Bundesstraße 3 in der Flurlandschaft, umgeben von fruchtbaren Feldern. Aufgrund der Verlegung bzw. Neuerrichtung der Bundesstraße befindet sich ihr Standort jetzt direkt an der Zufahrt zur neu gegründeten Siedlung Eizenau.
Die geräumige Kapelle steht auf Baumgartenberger Gemeindegebiet, gehört aber zur Pfarre Saxen.
Genauere Umstände der Errichtung sind nicht bekannt. Tatsache ist, dass den Bau der Kapelle in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts der damalige Besitzer des Stadler-Hofes, Stefan Stadler, beauftragt hat. Die Darstellung des „Guten Hirten“ im Giebeldreieck könnte mit der hiesigen Schwestern-Kongregation bzw. mit ihrer Gründung zusammenhängen. Die Schwestern vom Guten Hirten kauften nämlich das ehemalige Zisterzienserkloster im Jahre 1865 und die Kapelle wurde ungefähr zu dieser Zeit errichtet.
Stoadler Kapelln!
Mitt’n in die Felda, is g’stand’n de Kapell’n,
ohne ihr war’s net so schön, es tat uns was fehl’n.
Jetzt geht Bundesstraß knapp daneb’n,
es hoaßt Vorsicht, daß net so viele Unfälle tuat geb’n.
Es is jo an jeden bekannt, daß do a neich’s Dorf
entstanden is, allerhand. De Kapell’n
is jetzt a Platzl, des uns mitsammen verbind’t,
denn a jeder seine Sorg’n in Herrgott hinbringt.
Wir wissen nix sichers wer’s håt erbaut, sicher håm’s a
damals schon, auf die Hilfe Gottes vertraut.
Vor dem Eingang hoch oben, der gute Hirte hier thront,
ja, es ist Jesus, der in dieser Kapelle hier wohnt.
Viele Stürme wird’s hab’n schon erlebt, abg’halt’n des
Wasser und wenn die Erde hat bebt.
Drum war’s an der Zeit, de Kapell’n neu zu gestalten,
mit guate Leut, a bißl a Geld, haum sie sie kinna entfalten.
Ganz stolz steht’s do in ihrer jetzigen Pracht,
den Handwerkern sei Dank, was aus ihr haum’s g’mocht.
Sie londt uns ei zu an Gebet, es will uns sog’n,
vergiß in Herrgott net.
Beschütze unsere Hoamat, unser Dorf, jedes Haus,
über alle breite Frieden und Segen du aus.
Nimm weg die Feindschaft, Haß und Neid
an jeden schenk Liebe und a ehrliche Freid!
Des wär unsere Bitt, jetzt und allezeit!
Originalabschrift – Gedicht von Dorli Buchberger, 28. Mai 2007
(anlässlich der Einweihung nach der Renovierung)